450-Eu­ro-Job als Stu­dent

Ein 450-Eu­ro-Job ist für Stu­den­ten vor al­lem in­ter­es­sant, die re­gel­mä­ßig über ei­nen län­ge­ren Zeit­raum in ge­rin­gem Um­fang ar­bei­ten möch­ten, z. B. im Zu­ge ei­nes Wo­chen­end­jobs. Al­ler­dings soll­ten ei­ni­ge po­ten­zi­el­le Fall­stri­cke be­ach­tet wer­den, um in den Ge­nuss der steu­er­li­chen und so­zi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Vor­tei­le zu kom­men.

Schnell­na­vi­ga­ti­on

Re­gel­mä­ßig­keit maß­geb­lich bei Mo­nats­ver­dienst

Steu­er­frei­heit für Stu­den­ten

Kei­ne Ab­ga­ben in Kran­ken-, Pfle­ge- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung

Be­frei­ung von Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht mög­lich

Kein Ein­fluss auf Kin­der­geld und Bafög

Stu­den­ten­jobs bei JOB­RUF

Zu­sam­men­fas­sung

Re­gel­mä­ßig­keit maß­geb­lich bei der Be­rech­nung des Mo­nats­ver­diens­tes

Wie der Na­me schon sagt, liegt die Ver­dienst­gren­ze bei ei­nem re­gel­mä­ßi­gen Mo­nats­lohn von 450 € – das ent­spricht ei­nem Jah­res­ver­dienst von 5.400 € (Stand 2018). Mo­na­te mit Mehr­ar­beit kön­nen – so­fern sich dies in ei­nem über­schau­ba­ren Rah­men be­wegt – durch Zeit­räu­me mit ge­rin­ge­rem Ge­halt aus­ge­gli­chen wer­den. Maß­geb­lich ist, dass die Jah­res­ver­dienst­gren­ze nicht über­schrit­ten wird. Bei ei­ner nicht ganz­jäh­ri­gen Tä­tig­keit wird an­tei­lig ge­rech­net.

Die re­gel­mä­ßi­ge Ver­dienst­gren­ze fin­det auch An­wen­dung, wenn zwei 450-Eu­ro-Jobs oder mehr als Stu­dent aus­ge­übt wer­den. Das Ein­kom­men aus den Tä­tig­kei­ten wird in die­sem Fall ein­fach ad­diert und darf zu­sam­men­ge­rech­net den Ma­xi­mal­ver­dienst nicht über­stei­gen.

Ei­ne Aus­nah­me gibt es al­ler­dings: Ein kurz­fris­ti­ger Mi­ni­job kann zu­sätz­lich zu ge­ring­fü­gi­gen Mi­ni­jobs für max. 70 Ta­ge über­nom­men wer­den (Stand 2018). Auch wenn ein Jah­res­ver­dienst von 5.400 € über­schrit­ten wird, sind bei­de Tä­tig­kei­ten steu­er- und so­zi­al­ver­si­che­rungs­frei.

Ach­tung:
Ab­seh­ba­re Son­der­zah­lun­gen wie z.B. Weih­nachts- und Ur­laubs­geld so­wie Bo­ni wer­den in die Be­rech­nung des max. Jah­res­ver­diens­tes ein­be­zo­gen.

Steu­er­frei­heit für Stu­den­ten bei 450-Eu­ro-Jobs

Sind die Vor­aus­set­zun­gen für ei­nen 450-Eu­ro-Job ge­ge­ben, ar­bei­ten Stu­den­ten in der Re­gel steu­er­frei. So­fern kei­ne wei­te­ren steu­er­pflich­ti­gen Be­schäf­ti­gun­gen aus­ge­übt wer­den – z. B. ei­ne selbst­stän­di­ge Tä­tig­keit –, be­steht auch kei­ne Not­wen­dig­keit, am Jah­res­en­de ei­ne Lohn­steu­er­er­klä­rung zu er­stel­len.

Geringfügiger Minijob als Student ohne AbgabenDer Ar­beit­ge­ber zahlt bei der Be­schäf­ti­gung ei­nes Mi­ni­job­bers ei­ne Pau­schal­steu­er in Hö­he von 2 % (Stand 2018) des Brut­to­ar­beits­ent­gel­tes. Es be­steht die Op­ti­on, die Ab­ga­ben auf den Ar­beit­neh­mer um­zu­wäl­zen – der in die­sem Fall Lohn­ab­zü­ge in Kauf neh­men muss.

Die­se Vor­ge­hens­wei­se ist zwar eher die Aus­nah­me als die Re­gel, soll­te dies al­ler­dings der Fall sein, kann die Be­steue­rung nach Lohn­steu­er­merk­ma­len ei­ne Al­ter­na­ti­ve dar­stel­len. Der Grund ist, dass die meis­ten Stu­den­ten der Steu­er­klas­se I zu­ge­ord­net wer­den und dort bis zu ei­nem Ver­dienst von 450 €/Mo­nat kei­ne Lohn­steu­er ab­ge­führt wird. Bei Job­an­tritt muss dem Ar­beit­ge­ber da­zu le­dig­lich die Steu­e­ri­den­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer mit­ge­teilt wer­den.

Kei­ne Ab­ga­ben in Kran­ken-, Pfle­ge- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung

Durch die Über­nah­me ei­nes 450-Eu­ro-Jobs als Stu­dent wer­den kei­ne Ab­ga­ben in der Kran­ken­ver­si­che­rung, Pfle­ge­ver­si­che­rung und auch Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung fäl­lig. Aus der Tä­tig­keit re­sul­tie­ren al­ler­dings auch kei­ne Leis­tungs­an­sprü­che in den ge­nann­ten So­zi­al­ver­si­che­rungs­zwei­gen. Der Ar­beit­ge­ber zahlt zwar Pau­schal­be­trä­ge, al­ler­dings sind Mi­ni­job­ber ver­pflich­tet, ei­gen­stän­dig für Kran­ken­ver­si­che­rungs­schutz zu sor­gen.

Aber kei­ne Sor­ge: Bei Aus­übung der Tä­tig­keit kön­nen Stu­den­ten wie ge­wohnt in der Fa­mi­li­en­ver­si­che­rung, stu­den­ti­schen Pflicht­ver­si­che­rung  oder frei­wil­li­gen ge­setz­li­chen oder pri­va­ten Ver­si­che­rung ver­si­chert blei­ben. Es wer­den kei­ne Zu­satz­be­trä­ge fäl­lig.

Le­dig­lich in der Un­fall­ver­si­che­rung be­steht Schutz durch die Pau­schal­ab­ga­ben des Ar­beit­ge­bers. Das dürf­te vor al­lem für Stu­den­ten in­ter­es­sant sein, die ei­ne Tä­tig­keit mit ho­her Un­fall­ge­fahr aus­üben, z. B. als Um­zugs­hel­fer oder Bau­hel­fer.

Be­frei­ung von Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht mög­lich

Zwei Studenten am SchreibtischSeit dem Jahr 2013 gilt für Mi­ni­job­ber die Pflicht zur Ren­ten­ver­si­che­rung. Der Ar­beit­neh­mer er­wirbt da­bei durch die Zah­lung des Bei­trags­sat­zes des Brut­to­ar­beits­ent­gel­tes von 3,6 % im ge­werb­li­chen und 15 % im pri­va­ten Be­reich (Stand 2018) vol­le Bei­trags­zei­ten für die Ren­te so­wie die Be­rech­ti­gung für ei­ne Ries­ter-Ren­te. Ein An­spruch auf me­di­zi­ni­sche oder be­ruf­li­che Re­ha­bi­li­ta­ti­on be­steht hin­ge­gen nicht. Es be­steht al­ler­dings die Mög­lich­keit, sich von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht des Mi­ni­jobs be­frei­en zu las­sen, um kei­ne Lohn­ab­zü­ge in Kauf zu neh­men.

Von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht kön­nen sich Stu­den­ten so­wohl vor Be­ginn als auch im Lau­fe der Tä­tig­keit be­frei­en las­sen – dies muss dem Ar­beit­ge­ber schrift­lich mit­ge­teilt wer­den. In die­sem Fall er­wirbt der Ar­beit­neh­mer al­ler­dings nur an­tei­li­ge Bei­trags­zei­ten durch den ab­ge­führ­ten Pau­schal­be­trag des Ar­beit­ge­bers (15 % im ge­werb­li­chen Be­reich, 5% im pri­va­ten Be­reich; Stand 2018).

450-Eu­ro-Job oh­ne Ein­fluss auf Kin­der­geld und Bafög

Kin­der­geld wird bei Über­nah­me ei­nes ge­ring­fü­gi­gen Mi­ni­jobs wei­ter­hin in vol­ler Hö­he aus­ge­zahlt, denn ei­ne Ein­kom­mens­gren­ze gibt es seit 2012 nicht mehr (gilt üb­ri­gens auch für ei­nen Mi­di­job als Stu­dent und al­le an­de­ren Be­schäf­ti­gungs­for­men). Das glei­che gilt für den Be­zug von Bafög - bis 5.400 € Jah­res­ver­dienst wird die Un­ter­stüt­zung in vol­ler Hö­he aus­ge­zahlt (Stand 2018). Mehr­ver­dienst wird im ent­spre­chen­den Um­fang ab­ge­zo­gen.

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Das Wich­tigs­te zum ge­ring­fü­gi­gen Mi­ni­job im Über­blick:

  • Durch­schnitt­li­cher Ver­dienst 450 €/Mo­nat; max  5.400 €/Jahr (Stand 2018)
  • Ein 450-Eu­ro-Job ist als Stu­dent steu­er­frei
  • Kei­ne Ab­ga­ben für Kran­ken-, Pfle­ge- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung
  • Stu­den­ten sind über ge­ring­fü­gi­ge Mi­ni­jobs un­fall­ver­si­chert
  • Be­frei­ung von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht mög­lich
  • Kei­nen Ein­fluss auf Bafög und Kin­der­geld

 


Bild­quel­len (v.o.n.u.):
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