450-Euro-Job als Student Abgaben, Bafög und Kindergeld

450-Euro-Job als Student

Ein 450-Euro-Job ist für Studenten vor allem interessant, die regelmäßig über einen längeren Zeitraum in geringem Umfang arbeiten möchten, z. B. im Zuge eines Wochenendjobs. Allerdings sollten einige potenzielle Fallstricke beachtet werden, um in den Genuss der steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Vorteile zu kommen.

Regelmäßigkeit maßgeblich bei der Berechnung des Monatsverdienstes

450-Euro-Job als StudentWie der Name schon sagt, liegt die Verdienstgrenze bei einem regelmäßigen Monatslohn von 450 Euro – das entspricht einem Jahresverdienst von 4.880 Euro (Stand 2016). Monate mit Mehrarbeit können – sofern sich dies in einem überschaubaren Rahmen bewegt – durch Zeiträume mit geringerem Gehalt ausgeglichen werden. Maßgeblich ist, dass die Jahresverdienstgrenze nicht überschritten wird. Bei einer nicht ganzjährigen Tätigkeit wird anteilig gerechnet.

Die regelmäßige Verdienstgrenze findet auch Anwendung, wenn zwei 450-Euro-Jobs oder mehr als Student ausgeübt werden. Das Einkommen aus den Tätigkeiten wird in diesem Fall einfach addiert und darf zusammengerechnet den Maximalverdienst nicht übersteigen.

Eine Ausnahme gibt es allerdings: Ein kurzfristiger Minijob kann zusätzlich zu geringfügigen Minijobs für max. 70 Tage übernommen werden (Stand 2016). Auch wenn ein Jahresverdienst von 4.880 Euro überschritten wird, sind beide Tätigkeiten steuer- und sozialversicherungsfrei.

Achtung:
Absehbare Sonderzahlungen wie z.B. Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Boni werden in die Berechnung des max. Jahresverdienstes einbezogen.

Steuerfreiheit für Studenten bei 450-Euro-Jobs

Sind die Voraussetzungen für einen 450-Euro-Job gegeben, arbeiten Studenten in der Regel steuerfrei. Sofern keine weiteren steuerpflichtigen Beschäftigungen ausgeübt werden – z. B. eine selbstständige Tätigkeit –, besteht auch keine Notwendigkeit, am Jahresende eine Lohnsteuererklärung zu erstellen.

Geringfügiger Minijob als Student ohne AbgabenDer Arbeitgeber zahlt bei der Beschäftigung eines Minijobbers eine Pauschalsteuer in Höhe von zwei Prozent des Bruttoarbeitsentgeltes. Es besteht die Option, die Abgaben auf den Arbeitnehmer umzuwälzen – der in diesem Fall Lohnabzüge in Kauf nehmen muss.

Diese Vorgehensweise ist zwar eher die Ausnahme als die Regel, sollte dies allerdings der Fall sein, kann die Besteuerung nach Lohnsteuermerkmalen eine Alternative darstellen. Der Grund ist, dass die meisten Studenten der Steuerklasse I zugeordnet werden und dort bis zu einem Verdienst von 450 Euro/Monat keine Lohnsteuer abgeführt wird. Bei Jobantritt muss dem Arbeitgeber dazu lediglich die Steueridentifikationsnummer mitgeteilt werden.

Keine Abgaben in Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung

Durch die Übernahme eines 450-Euro-Jobs als Student werden keine Abgaben in der Krankenversicherung, Pflegeversicherung und auch Arbeitslosenversicherung fällig. Aus der Tätigkeit resultieren allerdings auch keine Leistungsansprüche in den genannten Sozialversicherungszweigen. Der Arbeitgeber zahlt zwar Pauschalbeträge, allerdings sind Minijobber verpflichtet, eigenständig für Krankenversicherungsschutz zu sorgen.

Aber keine Sorge: Bei Ausübung der Tätigkeit können Studenten wie gewohnt in der Familienversicherung, studentischen Pflichtversicherung  oder freiwilligen gesetzlichen oder privaten Versicherung versichert bleiben. Es werden keine Zusatzbeträge fällig.

Lediglich in der Unfallversicherung besteht Schutz durch die Pauschalabgaben des Arbeitgebers. Das dürfte vor allem für Studenten interessant sein, die eine Tätigkeit mit hoher Unfallgefahr ausüben, z.B. als Umzugshelfer oder Bauhelfer.

Befreiung von Rentenversicherungspflicht möglich

450-Euro-Job Bafög und KindergeldSeit dem Jahr 2013 gilt für Minijobber die Pflicht zur Rentenversicherung. Der Arbeitnehmer erwirbt dabei durch die Zahlung des Beitragssatzes des Bruttoarbeitsentgeltes von 3,7 % im gewerblichen und 13,7 % im privaten Bereich (Stand 2016) volle Beitragszeiten für die Rente sowie die Berechtigung für eine Riester-Rente. Ein Anspruch auf medizinische oder berufliche Rehabilitation besteht hingegen nicht. Es besteht allerdings die Möglichkeit, sich von der Rentenversicherungspflicht des Minijobs befreien zu lassen, um keine Lohnabzüge in Kauf zu nehmen.

Von der Rentenversicherungspflicht können sich Studenten sowohl vor Beginn als auch im Laufe der Tätigkeit befreien lassen – dies muss dem Arbeitgeber schriftlich mitgeteilt werden. In diesem Fall erwirbt der Arbeitnehmer allerdings nur anteilige Beitragszeiten durch den abgeführten Pauschalbetrag des Arbeitgebers (15% im gewerblichen Bereich; Stand 2016).

Kindergeld ohne, Bafög mit Verdienstgrenze

Kindergeld wird bei Übernahme eines geringfügigen Minijobs weiterhin in voller Höhe ausgezahlt, denn eine Einkommensgrenze gibt es seit 2012 nicht mehr (gilt übrigens auch für einen Midijob als Student und alle anderen Beschäftigungsformen).

Wer als Student einen 450-Euro-Job ausübt und Bafög erhält, darf dagegen nur 406,66 Euro monatlich bzw. 4.880 Euro (Stand 2016) im Jahr verdienen, um die Unterstützung in voller Höhe ausgezahlt zu bekommen. Mehrverdienst wird im entsprechenden Umfang abgezogen.

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Das Wichtigste zum geringfügigen Minijob im Überblick:

  • Durchschnittlich 450 Euro/Monatsverdienst; max. 5.400 Euro/Jahr
  • Ein 450-Euro-Job ist als Student steuerfrei
  • Keine Abgaben für Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung
  • Studenten sind über geringfügige Minijobs unfallversichert
  • Befreiung von der Rentenversicherungspflicht möglich
  • Voller Kindergeldanspruch unabhängig vom Verdienst
  • Höchstgrenze für volles Bafög: 406,66 Euro/Monat bzw. 4.880 Euro/Jahr

 


Bildquellen (v.o.n.u.):
© "Meeting folks" by Financial Times photos is licensed under CC BY 2.0 (size changed)
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