Gewerbeschein als Student

Ge­wer­be­schein als Stu­dent

Wenn du re­gel­mä­ßig wäh­rend dei­nes Stu­di­ums ne­ben­bei ar­bei­test, gibt es ne­ben der An­mel­dung als Mi­ni­job­ber noch ei­ne wei­te­re Mög­lich­keit, dei­ne Ein­künf­te zu er­zie­len: selbst­stän­dig über ei­nen Ge­wer­be­schein als Stu­dent. Wir ge­ben dir ei­nen ers­ten Über­blick so­wie Ant­wor­ten auf die häu­figs­ten Fra­gen zum The­ma.

Schnell­na­vi­ga­ti­on

Was ist ein Ge­wer­be­schein?

Klein­ge­wer­be als Stu­dent

Be­an­tra­gung

Kos­ten

Steu­er­er­klä­rung not­wen­dig?

Stu­den­ti­sche Kran­ken­ver­si­che­rung

Ab­zü­ge bei Bafög und Kin­der­geld?

Vor­tei­le und Nach­tei­le

Stu­den­ten­jobs von JOB­RUF

Was ist ein Ge­wer­be­schein?

Bindung eines AktenordnersMit ei­nem Ge­wer­be­schein be­schei­nigt ein Un­ter­neh­mer sei­ne ge­werb­li­che Tä­tig­keit. Das Schrift­stück do­ku­men­tiert al­so ein­fach nur, dass du dei­ne von dir durch­ge­führ­te be­zahl­te Tä­tig­keit als Dienst­leis­tung an an­de­re an­bie­test. Rein recht­lich bist du al­so kei­ne Ar­beits­kraft für dei­nen Ar­beit­ge­ber, son­dern ein Ser­vice­dienst­leis­ter für dei­nen Auf­trag­ge­ber.

Das Wort „Schein“ steht in die­sem Sin­ne für ei­ne Be­schei­ni­gung. Der Ge­wer­be­schein ist kein Do­ku­ment wie et­wa Füh­rer­schein oder Per­so­nal­aus­weis, das du im­mer mit dir füh­ren musst, son­dern gilt nur als Nach­weis, dass du ein Ge­wer­be be­treibst.

Für dei­nen Auf­trag­ge­ber hat es den Vor­teil, dass er sich da­durch auf­wän­di­ge Buch­hal­tung er­spart, wenn er dich als Stu­dent mit Ge­wer­be­schein in An­spruch nimmt. Da­durch stei­gerst du dei­ne At­trak­ti­vi­tät und wirst ent­spre­chend bei der Ver­ga­be von Auf­trä­gen oft be­vor­zugt.

Hin­weis:
Zur Aus­übung ei­ner frei­be­ruf­li­chen Tä­tig­keit be­nö­tigst du als Stu­dent kei­nen Ge­wer­be­schein. Als Frei­be­ru­fe gel­ten  er­zie­he­ri­sche, künst­le­ri­sche, schrift­stel­le­ri­sche, un­ter­rich­ten­de oder wis­sen­schaft­li­che Tä­tig­kei­ten.

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Ist als Stu­dent ein Klein­ge­wer­be aus­rei­chend?

Ein Klein­ge­wer­be als Stu­dent an­zu­mel­den ist in der Re­gel aus­rei­chend, da die selbst­stän­di­ge Tä­tig­keit nor­ma­ler­wei­se nur be­glei­tend zum Stu­di­um aus­ge­führt wird. Al­ler­dings musst du dar­auf ach­ten, dass du im ers­ten Jahr dei­ner Selbst­stän­dig­keit nicht mehr als 17.500 € jähr­lich ver­dienst. Das wä­ren al­so knapp 1460 €/Mo­nat. In den dar­auf­fol­gen­den Jah­ren darf der Um­satz nicht über 50.000 € lie­gen (Stand 2018).

Wenn du mehr ver­die­nen möch­test, soll­test du dir ge­nau über­le­gen, ob sich der hö­he­re bü­ro­kra­ti­sche Auf­wand lohnt (Bi­lanz­buch­füh­rung, re­gel­mä­ßi­ge Steu­er­ab­ga­ben, Um­satz­steu­er-Vor­an­mel­dung an das Fi­nanz­amt, Vor­steu­er etc.).

Die Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung hat meh­re­re Vor­tei­le für dich:

  • Du musst auf dei­nen Rech­nun­gen nicht zwin­gend Um­satz­steu­er aus­wei­sen
  • Du bist nicht zu ei­ner kom­pli­zier­ten ge­schäft­li­chen Bi­lanz­buch­füh­rung ver­pflich­tet
  • Du kannst dei­ne Ein­nah­men am Jah­res­en­de in der Steu­er­er­klä­rung oh­ne gro­ßen Auf­wand an­ge­ben

Ach­tung:
Wenn du kei­ne Um­satz­steu­er an das Fi­nanz­amt ab­füh­ren möch­test, musst du dies bei der Rech­nungs­stel­lung durch den Satz „Ge­mäß § 19 UStG wird kei­ne Um­satz­steu­er be­rech­net.“ kennt­lich ma­chen.

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Wie be­an­tra­ge ich ei­nen Ge­wer­be­schein?

Ei­nen Ge­wer­be­schein be­an­tragst du beim zu­stän­di­gen Ge­wer­be­amt für dei­ne Be­triebs­stät­te. Wel­ches Ge­wer­be­amt für dei­nen Wohn­ort zu­stän­dig ist, er­fährst du über die Home­page dei­ner Stadt oder ein­fach auf die­ser Sei­te.

Gro­ße Städ­te ha­ben näm­lich oft meh­re­re Äm­ter, die je­weils un­ter­schied­li­che Stadt­tei­le be­treu­en. Oft­mals ist das Ge­wer­be­amt auch an Be­zirks- oder Orts­äm­ter an­ge­glie­dert.

Im Fol­gen­den er­klä­ren wir dir kurz, wie die Be­an­tra­gung des Ge­wer­be­scheins ab­läuft:

Schritt 1: An­trags­for­mu­lar im In­ter­net be­sor­gen

Nach­dem du dich vor­ab um­fas­send über die be­nö­tig­ten Do­ku­men­te und Mög­lich­kei­ten der Be­an­tra­gung in­for­miert hast, kannst du über die In­ter­net-Sei­ten dei­nes zu­stän­di­gen Ge­wer­be­am­tes auch das PDF-Do­ku­ment für das An­trags­for­mu­lar down­loa­den und aus­dru­cken.

Schritt 2: An­trags­for­mu­lar aus­fül­len

Das ei­gent­li­che Aus­fül­len des ein­sei­ti­gen An­trags ist nicht schwie­rig. Fül­le zu­nächst al­le Fel­der mit dei­nen per­sön­li­chen An­ga­ben aus. Da­nach machst du ge­naue An­ga­ben zu dei­nem Be­trieb (= dei­ne Wohn­adres­se). Im Feld „An­ge­mel­de­te Tä­tig­keit“ gibst du an, wel­che Dienst­leis­tung du ge­nau an­bie­test und dass du die­se im Ne­ben­ge­wer­be aus­führst. Den­ke un­be­dingt dar­an, den An­trag ganz un­ten zu un­ter­schrei­ben.

Wie das Gan­ze dann aus­se­hen soll­te, kannst du dir in die­ser aus­ge­füll­ten Vor­la­ge des An­trags­for­mu­lars an­schau­en:

 

Ge­wer­be­an­mel­dung aus­fül­len Klein­un­ter­neh­mer

 

Ei­ne de­tail­lier­te An­lei­tung zum Aus­fül­len fin­dest du auch noch ein­mal im Vi­deo er­klärt:

Schritt 3: Do­ku­men­te zur An­mel­dung be­reit­le­gen

Ne­ben dem An­trags­for­mu­lar musst du noch ei­nen gül­ti­gen Per­so­nal­aus­weis oder Rei­se­pass mit­neh­men. Auch die Ge­bühr soll­test du pas­send in bar be­schaf­fen, da­mit du vor Ort pro­blem­los zah­len kannst. Falls du kein deut­scher Staats­bür­ger bist, be­nö­tigst du noch dei­ne Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung und ei­ne Ar­beits­er­laub­nis.

Schritt 4: Ge­wer­be­schein be­an­tra­gen

Nun kannst du mit al­len Un­ter­la­gen zum Ge­wer­be­amt ge­hen. Vie­le Äm­ter ver­ge­ben auch Ter­mi­ne, da­mit du kei­ne all­zu lan­ge War­te­zeit vor Ort hast. Der Ter­min im Amts­zim­mer selbst dau­ert nur ei­ni­ge Mi­nu­ten. Und da­nach bist du dann frisch­ge­ba­cke­ner Ge­wer­be­trei­ben­der!

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Was kos­tet ein Ge­wer­be­schein?

Für die Be­ar­bei­tung dei­nes An­tra­ges fal­len Kos­ten an. Die­se lie­gen bei ein­ma­lig 15 - 65 € (Stand 2018) und wer­den di­rekt an das zu­stän­di­ge Ge­wer­be­amt ent­rich­tet. Au­ßer­dem fällt ei­ne jähr­li­che Ge­bühr für die IHK an, da du als Ge­wer­be­trei­ben­der da­zu ver­pflich­tet bist, Mit­glied in der IHK dei­nes Or­tes zu sein. Aus­ge­nom­men hier­von sind nur Frei­be­ruf­ler, Hand­wer­ker und Land­wir­te.

Die Ge­bühr va­ri­iert sehr stark je nach der Hö­he dei­nes Jah­res­um­sat­zes. Für den Höchst­um­satz von 17.500 € als Klein­un­ter­neh­mer im ers­ten Jahr musst du mit ca. 40 € rech­nen (Stand 2018). Ei­ne An­mel­dung dei­nes Ge­wer­bes beim Fi­nanz­amt, der IHK und ggf. wei­te­ren Stel­len musst du nicht selbst­stän­dig über­neh­men – das Ge­wer­be­amt über­nimmt die­se Pro­zes­se für dich.

Un­ser Tipp:
Ei­nen Ge­wer­be­schein zu be­an­tra­gen dau­ert ei­ni­ge Zeit. Be­nö­tigst du den Schein mög­lichst schnell und hast du noch of­fe­ne Fra­gen, lohnt es sich, per­sön­lich beim Ge­wer­be­amt zu er­schei­nen. Die meis­ten Äm­ter hän­di­gen den Schein so­fort aus. Die da­zu­ge­hö­ri­ge Steu­er­num­mer wird dir je­doch erst spä­ter mit­ge­teilt.

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Muss ich ei­ne Steu­er­er­klä­rung ein­rei­chen?

Als Stu­dent mit Ge­wer­be­schein hast du den Nach­teil, dass du für dein Klein­ge­wer­be im­mer ei­ne Steu­er­er­klä­rung ein­rei­chen musst. Al­ler­dings bist du im Ge­gen­satz zu Voll-Ge­wer­be­trei­ben­den nicht zur dop­pel­ten Buch­füh­rung ver­pflich­tet. Ei­ne ein­fa­che Ein­nah­men-Über­schuss-Rech­nung ge­nügt dem Fi­nanz­amt.

Laptop auf SchreibtischIn der Re­gel musst du bei der Ar­beit auf Ge­wer­be­schein kei­ne Steu­ern zah­len – hier gilt der Frei­be­trag für Klein­un­ter­neh­mer von 9.000 € (Stand 2018). Wer durch das ei­ge­ne Ge­wer­be we­ni­ger Ge­winn im Jahr er­wirt­schaf­tet, ar­bei­tet steu­er­frei.

Ge­winn be­deu­tet in die­sem Fall, dass die Kos­ten für das Ge­wer­be (z.B. Fahrt­kos­ten, Ma­te­ri­al­kos­ten, Ar­beits­klei­dung) vom er­ziel­ten Um­satz ab­ge­zo­gen wer­den.

Dein Ver­dienst kann dem­zu­fol­ge hö­her als der Frei­be­trag aus­fal­len, so­fern aus­rei­chen­de Kos­ten in der Steu­er­er­klä­rung gel­tend ge­macht wer­den kön­nen. Al­ler­dings sind die meis­ten Fi­nanz­äm­ter in Deutsch­land bei der Be­mes­sung der ab­setz­ba­ren Be­trä­ge in al­ler Re­gel äu­ßerst groß­zü­gig.

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Bleibt mei­ne stu­den­ti­sche Kran­ken­ver­si­che­rung be­ste­hen?

So­fern die Tä­tig­keit wäh­rend des Se­mes­ters die Gren­ze von 20 Std./Wo­che nicht über­steigt, sind kei­ne Kon­se­quen­zen be­züg­lich der So­zi­al­ver­si­che­rungs­pflicht zu er­war­ten, d.h. die stu­den­ti­sche Pflicht­ver­si­che­rungFa­mi­li­en­ver­si­che­rung oder frei­wil­li­ge Kran­ken­ver­si­che­rung für Stu­den­ten ist auch mit ei­nem Ge­wer­be­schein wei­ter­hin gül­tig. In den Se­mes­ter­fe­ri­en kann auch ei­ne frei­be­ruf­li­che Be­schäf­ti­gung in grö­ße­rem Um­fang er­fol­gen. Wer in der Vor­le­sungs­zeit mehr ar­bei­ten möch­te, muss sich ei­gen­stän­dig ver­si­chern, was in der Re­gel mit hö­he­ren Kos­ten ein­her­geht.

Ei­ne Aus­nah­me gibt es al­ler­dings: Um in der Fa­mi­li­en­ver­si­che­rung der El­tern zu ver­blei­ben, darf das durch­schnitt­li­che Mo­nats­ein­kom­men – auch aus meh­re­ren Jobs zu­sam­men­ge­rech­net – max. 435 € (Stand 2018) be­tra­gen. Wer mehr ar­bei­tet, läuft Ge­fahr den bei­trags­frei­en Ver­si­che­rungs­schutz zu ver­lie­ren.

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Ha­be ich Ab­zü­ge bei Bafög und Kin­der­geld zu er­war­ten?

Bei ei­ner selbst­stän­di­gen Tä­tig­keit bleibt beim Bafög al­les un­ver­än­dert, so­lan­ge das Jah­res­brut­to­ein­kom­men 5.400 € (Stand 2018) nicht über­steigt. An­sons­ten ist mit Ab­zü­gen zu rech­nen. Ge­gen­über dem Bafög-Amt hast du be­züg­lich dei­ner Be­schäf­ti­gung ei­ne Mel­de­pflicht.Studentin trägt Bücher

Wer ein Ge­wer­be an­mel­den möch­te, muss als Stu­dent beim Kin­der­geld kei­ne Kon­se­quen­zen be­fürch­ten. So­lan­ge kei­ne Erst­aus­bil­dung (al­so we­der ein an­de­res Stu­di­um noch ei­ne Be­rufs­aus­bil­dung) ab­ge­schlos­sen und das 25. Le­bens­jahr noch nicht voll­endet wur­de, be­steht wei­ter­hin An­spruch. Ei­ne Ein­kom­mens­gren­ze gibt es seit 2012 nicht mehr.

Das Bafög und Kin­der­geld für Stu­den­ten im Zu­ge der selbst­stän­di­gen Ar­beit auf Ge­wer­be­schein ist eben­falls an den max. Be­schäf­ti­gungs­um­fang von 20 Std./Wo­che wäh­rend des Se­mes­ters ge­knüpft. Wird die­ser über­schrit­ten, fal­len die Zu­wen­dun­gen weg! (sie­he auch un­se­ren Ar­ti­kel zum Werk­stu­den­ten­pri­vi­leg).

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Ge­wer­be­schein: Vor- und Nach­tei­le im Ver­gleich zu an­de­ren Jo­b­ar­ten

Als Stu­dent mit ei­nem Ge­wer­be­schein hast du ge­gen­über der Mehr­heit der Stu­die­ren­den auf Job­su­che ei­ni­ge Vor­tei­le. Du kannst re­gel­mä­ßi­ge selbst­stän­di­ge Tä­tig­kei­ten aus­üben und bist da­durch für po­ten­zi­el­le Auf­trag­ge­ber at­trak­tiv. Durch die Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung kannst du bist zu 17.500 € Um­satz jähr­lich er­zie­len und musst bis zu ei­nem Ge­winn von 9.000 € jähr­lich kei­ne Ein­kom­men­steu­er­ab­ga­ben. Auch die läs­ti­gen kauf­män­ni­schen Pflich­ten wie dop­pel­te Buch­füh­rung oder Um­satz­steu­er­vor­an­mel­dung ent­fal­len.

Na­tür­lich gibt es den­noch ein paar Nach­tei­le. Zum ei­nen ent­ste­hen durch den Ge­wer­be­schein zu­nächst ein­mal Kos­ten durch die kos­ten­pflich­ti­ge An­mel­dung beim Ge­wer­be­amt mit Aus­weis und aus­ge­füll­tem For­mu­lar Ge­wA1 (Kos­ten ca. 15 - 65 €) und die Pflicht­mit­glied­schaft bei der IHK vor Ort ist in den meis­ten Fäl­len ob­li­ga­to­risch (Kos­ten et­wa 40 € jähr­lich). Au­ßer­dem musst du bei ei­nem Wech­sel in ein An­ge­stell­ten­ver­hält­nis dei­nen Ge­wer­be­schein kün­di­gen, wenn du ihn nicht mehr nutzt.

(Al­le An­ga­ben: Stand 2018)

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Stu­den­ten­jobs bei JOB­RUF fin­den

Bist du noch auf der Su­che nach at­trak­ti­ven Job­an­ge­bo­ten – z. B. Pro­mo­ti­onjobs oder ei­nen Fe­ri­en­job in der Gas­tro­no­mie? Dann le­ge dir ein­fach ein Pro­fil an, wäh­le aus, in wel­chen Be­rei­chen du ar­bei­ten möch­test, und wir in­for­mie­ren dich ganz be­quem über pas­sen­de Ne­ben­jobs. An­schlie­ßend kannst du dich ganz ein­fach be­wer­ben.
 

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