Werkstudentenprivileg Alles Wichtige zur Werkstudentenregelung

Werkstudentenprivileg

Neben einigen (wenigen) Pflichten, genießen Studenten vor allem jede Menge Vorteile wie das Semesterticket, vergünstigte Eintrittspreise und – besonders für alle Jobber interessant – das Werkstudentenprivileg. Diese Regelung sorgt dafür, dass Studierende weniger Abzüge haben als „normale“ Arbeitnehmer, ist aber auch an bestimmte Voraussetzungen geknüpft.

Beitragsfrei in Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherung

Werkstudentenprivileg mit VorteilenDurch die Werkstudentenregelung werden Studenten durch einen Nebenjob nicht arbeitslosen-, pflege- und krankenversicherungspflichtig, haben aber auch keinen Leistungsanspruch in den genannten Zweigen der Sozialversicherung. Im Studium muss man selbstverständlich trotzdem krankenversichert sein, z.B. in der studentischen Krankenversicherung oder Familienversicherung.

Rentenversicherungspflicht besteht dagegen seit 1996. Im Zuge eines 450-Euro-Minijobs können Arbeitnehmer sich allerdings optional von der Versicherungspflicht befreien lassen, erwerben aber in diesem Fall auch keine Beitragszeiten. Ein Verdienst Brutto für Netto ohne Abzüge ist dann möglich.

 Übrigens:
Nicht nur für Arbeitnehmer ist das Werkstudentenprivileg finanziell lukrativ. Auch Arbeitgeber zahlen bei der Beschäftigung von Studenten in der Pflege-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung keine Beiträge (bei geringfügigen Minijobs fallen arbeitgeberseitig Pauschalbeträge an, aus denen sich aber kein Leistungsanspruch für Versicherte ergibt).

Weiterhin bafög- und kindergeldberechtigt trotz Job

Aber nicht nur im Bereich der Sozialversicherung sind Werkstudenten begünstigt, sondern auch im Fall eines Kindergeld- und/oder Bafög-Anspruchs – mit unterschiedlichen Auswirkungen.

Kindergeldberechtigte dürfen seit 2012 ohne Einkommensgrenze jobben. Wer Bafög für Studenten bezieht, kann nur bis zu einem Jahresverdienst von 4.880 Euro (entspricht 406,66 Euro im Monat; Stand 2016) ohne Abzüge arbeiten. Mehreinkommen wird in entsprechender Höhe vom Bafög abgezogen. Im Einzelfall sollte überlegt werden, ob sich die anvisierte Tätigkeit aus finanziellen Gesichtspunkten rentiert.

Werkstudentenregelung unter bestimmten Voraussetzungen

Damit die Werkstudentenregelung Anwendung findet, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Ist eine dieser Bedingungen nicht erfüllt, werden Studenten in einem Arbeitsverhältnis voll versicherungspflichtig.

Voraussetzungen für das Werkstudentenprivileg sind:

Nr. 1: Immatrikulation an einer Hochschule

Werkstudentenregelung bei ImmatrikulationEine Immatrikulation an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule muss vorliegen. Dazu zählen Universitäten und Fachhochschulen (Technische-, Pädagogische-, Wirtschafts-, Kunst- und Musikhochschulen) gleichermaßen. Hierbei kann es sich auch um eine private Bildungseinrichtung handeln.

Das Werkstudentenprivileg findet ebenfalls Anwendung, wenn ein Aufbaustudium (Masterstudiengang) oder Zweitstudium absolviert wird – allerdings nicht in Übergangs- oder Wartezeiten, in welchen der Student nicht immatrikuliert ist. Promotionsstudiengänge sind ebenfalls ausgeschlossen.

Nr. 2: Studium in Vollzeit

Das Studium muss außerdem in Vollzeit ausgeübt werden – Teilzeitstudiengänge (dual oder berufsbegleitend) werden nicht anerkannt.

Die Werkstudentenregelung gilt auch für Fernstudiengänge. In diesem Fall muss lediglich der Nachweis erbracht werden, dass das Studium in Vollzeit absolviert wird.

Nr. 3: Max. 20 Std./Woche arbeiten während des Semesters

Die Arbeitskraft und -zeit soll bei einem ordentlichen Studenten hauptsächlich in das Studium und nicht in Jobs fließen. Aus diesem Grund darf nicht mehr als 20 Wochenstunden während des Semesters gearbeitet werden.

Ausgenommen sind dabei Arbeitszeiten, in denen üblicherweise keine Vorlesung stattfindet: Wochenend- und Nachtarbeit wird nicht auf die Arbeitszeit zur Beurteilung des Werkstudentenprivilegs angerechnet.

 Übrigens:
Diese Regelung findet bei kurzfristigen Minijobs keine Anwendung. Studenten dürfen in diesem Fall max. zwei Monate im Jahr auch während des Semesters mehr als 20 Std./Woche tätig werden.

Nr. 4: Höchstens 26 Wochen mehr als 20 Std. arbeiten

Werkstudentenprivileg bis zum 25. SemesterDer Zeitraum, in welchem eine Tätigkeit in einem Umfang von mehr als 20 Std./Woche möglich ist, ist auf 26 Wochen bzw. 182 Kalendertage im Jahr beschränkt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Beschäftigung während des Semesters oder in den Semesterferien stattfindet.

Die Ausnahme bilden hier Pflichtpraktika, die für das Studium absolviert werden müssen.

Nr. 5: Maximal bis zum 25. Semester

Langzeitstudenten aufgepasst: Die Werkstudentenregelung findet höchstens bis zum 25. Fachsemester Anwendung. Wird diese Studiendauer überschritten, sind Studenten im Zuge eines Beschäftigungsverhältnisses voll versicherungspflichtig.

Werkstudentenregelung mit Nachweispflicht

Damit das Werkstudentenprivileg Anwendung findet, muss dem Arbeitgeber regelmäßig eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung vorgelegt werden. Dies ist Voraussetzung für die sozialversicherungsrechtliche Behandlung als ordentlicher Student.

 Achtung:
Liegen Gründe vor (z.B. der zwischenzeitliche Studienabschluss), die die Werkstudentenregelung außer Kraft treten lassen, muss dies unverzüglich dem Arbeitgeber mitgeteilt werden. Wird dies versäumt, kann es auch rückwirkend zu erheblichen Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen kommen.

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Die Arbeit als Werkstudent ist vor allem deswegen attraktiv, weil der Verdienst oft Brutto für Netto ausfällt. Bist du noch auf der Suche nach einem passenden Studentenjob, kannst du bei JOBRUF viele lukrative Angebote finden, z. B. eine Tätigkeit als Bürohilfe, Promoter oder auch als Nachhilfelehrer in Privathaushalten. Die Nutzung unseres Portals ist natürlich vollkommen kostenlos. Melde dich noch heute an!

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Alles Wichtige zum Werkstudentenprivileg in der Zusammenfassung:

  • Keine Abgaben in Pflege-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung
  • Befreiung von der Rentenversicherungspflicht möglich
  • Weiterhin Kindergeld- und Bafögberechtigung
  • Voraussetzungen: Immatrikulation, Vollzeitstudiengang, max. 20 Std. Arbeit während der Vorlesungszeit (höchstens 26 Wochen mehr jobben), max. 25. Semester
  • Regelmäßig dem Arbeitgeber Immatrikulationsbescheinigung vorlegen

 

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