Bachelor oder Master Wann sich länger studieren nicht lohnt

Bachelor oder MasterBachelor oder Master

Seit der Bologna-Reform stellen sich hundertausende Studenten nun schon eine Frage: nur Bachelor oder noch einen Master? Der Masterstudiengang gilt als Nonplusultra für die Berufsqualifikation. Doch in einigen Fällen hast du mit dem – oft als Schmalspurstudium belächelten – Bachelor ähnlich gute Karriere- und Verdienstchancen. Wann dies der Fall ist, erfährst du hier.

Fall 1: Du studierst ein Studienfach mit geringen Gehaltsaussichten

Das Einstiegsgehalt eines Master-Absolventen liegt bei ca. 40.000 Euro brutto im Jahr, während Bachelor-Absolventen 35.000 Euro verdient. Mit zunehmender Tätigkeitsdauer wird die Differenz bei der Bezahlung immer größer: Nach fünf bis zehn Jahren einschlägiger Berufserfahrung verdienen Berufstätige mit Masterabschluss schon durchschnittlich 55.000 Euro, mit Bachelorabschluss „nur“ 46.000 Euro im Jahr – das ergibt eine Differenz von 9.000 Euro. (Gehälter: Stand 2014; Quelle: http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/gehaltsreport-was-bachelor-und-master-wirklich-wert-sind-a-311302.html)

Gehaltsaussichten entscheiden, ob sich Master noch lohntWas sich zunächst eindeutig als Plädoyer für den Master anhört, wird jedoch dadurch relativiert, dass der Durchschnittsverdienst stark vom Studienfach abhängt. So verdienen Absolventen der M.I.N.T.-Fächer (Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurswissenschaften) und Juristen in der Regel über dem Durchschnitt; hier klafft die Gehaltsschere im Vergleich Bachelor vs. Master dementsprechend weiter auseinander.

Ganz im Gegensatz zu Geistes-, Kultur- und Sprachwissenschaftlern: Der Verdienst ist in der Regel geringer und es existieren weniger gut dotierte Stellen für Absolventen, so dass beim Berufseinstieg die Gehaltsunterschiede zwischen einem Bachelor und Master kleiner sind. Hier empfiehlt es sich oft, nach dem Bachelor erst einmal einige Jahre Berufserfahrung zu sammeln und anschließend – falls überhaupt noch nötig – einen Master dranzuhängen.

Fall 2: In deiner Branche ist der Verdienst nicht hoch

Neben dem Studienfach ist auch die Branche ausschlaggebend. Wer als BWL-Master in der Chemiebranche oder in einer Unternehmensberatung unterkommt, hat gute Aussichten auf einen Spitzenverdienst. Auch in der Automobilindustrie lohnt sich die längere Studienzeit. In der Medien- und Werbebranche hingegen sind die Verdienstaussichten weit weniger rosig; hier ist ein Masterabschluss nicht immer rentabel.

Geisteswissenschaftler und Pädagogen verdienen als Festangestellte in Schulen, Museen und Universitäten am besten. Die Alternative ist meistens nur die Selbstständigkeit oder gar eine komplett fachfremde Arbeitsstelle. Dort sind sowohl Verdienst- als auch Karriereaussichten verhältnismäßig gering.

Wer also nach dem Bachelor vorhat, in einer Branche mit relativ geringen Gehaltsaussichten Fuß zu fassen, für den lohnt sich häufig der frühere Berufseinstieg. (Quelle: http://karrierebibel.de/einstiegsgehaelter-2014-was-absolventen-verdienen)

Fall 3: Du kannst dich firmenintern weiterbilden

Das Zünglein an der Waage bei der Kosten-Nutzen-Rechnung spielt jedoch der Arbeitgeber. Viele Stellen werden mit der Mindestanforderung eines abgeschlossenen Bachelor-Studiums ausgeschrieben. Selbst wenn du dich mit einem Master bewirbst, macht gut die Hälfte aller Arbeitgeber keinen Unterschied in der Bezahlung – die Stellen werden in der Regel zu einem festen Gehalt ausgeschrieben.Bessere Verdienstmöglichkeiten durch Einarbeitung und interne Aufstiegsmöglichkeiten

Arbeitgeber bemängeln immer wieder den fehlenden Praxisbezug des Studiums – von Bachelor- und Masterabsolventen gleichermaßen. Daher kannst du dich durch gute Einarbeitung und firmeninterne Aufstiegsmöglichkeiten als Bachelor oft genauso die Verdienstmöglichkeiten verbessern wie durch ein Masterstudium.

Mit zunehmender Berufserfahrung wird die Frage „Bachelor oder Master?“ immer uninteressanter. Denn wenn du erst einmal einige Jahre in einem bestimmten Bereich gearbeitet hast, sind die erworbenen Fähigkeiten die eigentliche Expertise in jedem Lebenslauf. In großen Unternehmen gibt es außerdem vielseitige interne Weiterbildungsangebote, die deutlich berufsbezogener qualifizieren als jedes universitäre Studium. (Quelle: http://www.sueddeutsche.de/karriere/studienabschluss-bachelors-habens-fast-genauso-gut-wie-master-absolventen-1.1147678-2)

Ein Bachelor reicht also zunächst aus, wenn:

  • dein Studiengang zu den weniger gut bezahlten Abschlüssen zählt (z. B. in Geistes-, Sprach- und Kulturwissenschaften)
  • die für dich interessante Branche nicht die Top-Verdienstchancen bietet (u. a. Tourismus, Marketing)
  • du in einem Unternehmen sehr gute Aufstiegsmöglichkeiten und Weiterbildungen geboten bekommst

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