Erster Tag im BüroErs­ter Tag im Bü­ro

Das fei­ne, sau­be­re Bü­ro, in dem al­le in schi­cker Klei­dung her­um­lau­fen, sich freund­lich und in ge­sit­te­tem Ton mit­ein­an­der un­ter­hal­ten und wo es im­mer höf­lich zu­geht? Von we­gen! Bü­ros, ob groß oder klein, sind in den meis­ten Fäl­len ein ech­ter Dschun­gel mit ei­ni­gen Raub­tie­ren und noch mehr Wur­zeln, über die du stol­pern, Treib­sand­tüm­peln, in de­nen du ver­sin­ken, Spin­nen­net­zen, in de­nen du dich ver­fan­gen kannst.

Egal ob bei ei­nem Werk­stu­den­ten­job oder dem Be­rufs­ein­stieg: Du un­ter­liegst größ­ten Ri­si­ken, die ge­schrie­be­nen und un­ge­schrie­be­nen Ge­set­ze des Dschun­gels zu ver­let­zen. Das soll dir nicht pas­sie­ren? Über­leg dir vor­her, wie dein ers­ter Tag im Bü­ro ver­lau­fen soll. Ver­mei­de un­si­che­re Pass­wör­ter, wäh­le das Out­fit mit Be­dacht aus, über­leg dir was du al­les mit­neh­men willst. Ver­mei­de beim Mit­tag­es­sen Piz­za, Dö­ner und co.. Ver­su­che nicht den Schlau­mei­er raus­hän­gen zu las­sen.

Un­si­che­res Pass­wort ge­wählt

Frau mit BrilleErs­ter Ar­beits­tag im neu­en Bü­ro. Du be­kommst ei­nen Com­pu­ter-Ar­beits­platz zu­ge­wie­sen. „Das vor­ein­ge­stell­te Pass­wort ist „Schnee­flo­cke“, bit­te so­fort än­dern“ sagt der IT-Mensch noch, be­vor er dich al­lei­ne zu­rück­lässt. Und weil du ge­ra­de von neu­en Sin­nes­ein­drü­cken voll­kom­men über­wäl­tigt bist und nicht mor­gen früh schon wie­der bei der IT an­ru­fen möch­test, weil du dein „neu­es, neu­es“ Pass­wort ver­ges­sen hast, gibst du fix dein Ge­burts­da­tum ein; 23091995, acht Stel­len, soll­te si­cher sein …

… denkst du. In Wahr­heit ist ein sol­ches Pass­wort we­der we­gen der An­zahl ei­ner Stel­len und erst recht nicht sei­ner Art in ir­gend­ei­ner Form si­cher. Dei­nen Ge­burts­tag wer­den über kurz oder lang sämt­li­che Kol­le­gen ken­nen und es liegt be­reits jetzt auf den Fest­plat­ten der Per­so­nal­ab­tei­lung. Und ein acht­stel­li­ges Zif­fern­pass­wort knackt heu­te je­der Ha­cker bin­nen Se­kun­den.
So hart es klingt, aber das mit den Zif­fern, Buch­sta­ben und Son­der­zei­chen, das Web­sei­ten von dir ver­lan­gen, ist der ein­zi­ge Weg für si­che­re Pass­wör­ter. Da­mit du dir das trotz­dem mer­ken kannst, ge­he fol­gen­der­ma­ßen vor:

  1. Nimm den Ti­tel dei­nes Lieb­lings­lie­des
  2. Falls der Ti­tel aus meh­re­ren Wör­tern be­steht, tren­ne die Wör­ter durch Un­ter­stri­che
  3. Er­set­ze die Vo­ka­le mit den ent­spre­chen­den Buch­sta­ben­wer­ten. Der steht für die Po­si­ti­on des Buch­sta­bens im Al­pha­bet (a=1,b=2,...,ä=27,ö=28,ü=29,ß=30). 

Und schon hast du ein Pass­wort, das wirk­lich si­cher ist, du dir aber trotz­dem noch re­la­tiv gut mer­ken kannst.

Fal­sches Out­fit an­ge­zo­gen

Nach­dem es am der Uni nie­man­den wirk­lich in­ter­es­siert hat, wie du rum­ge­lau­fen bist und du auch in Trai­nings­ho­se und dre­cki­gen T-Shirt zur Vor­le­sung kom­men konn­test, än­dert sich das mit dem Ein­stieg ins Ar­beits­le­ben und du stehst vor der Fra­ge: „Was soll ich an­zie­hen?“. Dein Out­fit am ers­ten Ar­beits­tag im Bü­ro ist der ers­te Ein­druck, der bei dei­nen Kol­le­gen hän­gen bleibt. In der Re­gel gibt es zwei Haupt­grup­pen von Klei­der­trä­gern ge­ben. Die ers­te Grup­pe wür­de nie-nie-nie­mals oh­ne et­was an­de­res als An­zug/Kos­tüm, Kra­wat­te und Ac­ces­soires kom­men. Für die­se Grup­pe ist der Ca­su­al Fri­day nicht­exis­tent. Für die an­de­re Grup­pe ist hin­ge­gen stän­dig Ca­su­al Fri­day: Jeans, T-Shirt, Ka­pu­zen­ja­cke, passt.

Egal zu wel­cher Grup­pe du dich zählst: Die Aus­wahl dei­ner Klei­dung für den ers­ten Ar­beits­tag im Bü­ro be­ginnt da­mit, dass du schon vor­her her­aus­fin­dest, was die Mehr­zahl der An­ge­stell­ten dei­nes neu­en Ar­beit­ge­bers im Bü­ro­all­tag an­zie­hen wird. Pas­se dich die­sem Stil erst ein­mal an!

Schaue dich schon beim Vor­stel­lungs­ge­spräch ein we­nig um. Falls das nicht mög­lich war, che­cke die Fo­tos der Mit­ar­bei­ter auf der Home­page des Un­ter­neh­mens. Oft ist die Ar­beits­klei­dung auch bran­chen­ab­hän­gig: In ei­ner An­walts­kanz­lei­en und Wirt­schafts­be­ra­tun­gen wirst du in der Re­gel im An­zug er­schei­nen müs­sen, in ei­ner hip­pen Wer­be­agen­tur wirkt ge­nau das statt­des­sen over­dres­sed.

Def­ti­ges Mit­tags­es­sen ver­drückt

Auch schon in der Uni wur­de der meis­te Klatsch und Tratsch in der Men­sa aus­ge­tauscht. Wenn du schnell mit den neu­en Kol­le­gen be­kannt wer­den willst. Sagst du na­tür­lich nicht nein, wenn sie in der Mit­tags­pau­se zum Ita­lie­ner, Tür­ken, Grie­chen oder Chi­ne­sen ge­hen und dich mit­neh­men möch­ten. Die Es­sen ist ja schließ­lich ge­sel­lig und man kann ein biss­chen mehr über die Kol­le­gen und die Fir­ma er­fah­ren.Zwei Personen beim Mittagessen

We­ni­ger ge­sel­lig ist je­doch, was du da­mit dei­nem Kör­per an­tust. Der wird nach der Pau­se und ei­nem so üp­pi­gen Schlem­mer­me­nü nur noch eins tun kön­nen: Al­le zur Ver­fü­gung ste­hen­den En­er­gie­re­ser­ven in dei­nen Bauch lei­ten.

Du möch­test auch am Nach­mit­tag pro­duk­tiv ar­bei­ten (oder zu­min­dest so wir­ken?). Das kannst du ver­ges­sen. Das Blut, das dein Ge­hirn da­für bräuch­te, be­fin­det sich zwei Stock­wer­ke tie­fer und hilft dem Ma­gen, mit „En­te ex­tra­scharf“ fer­tig­zu­wer­den. Nichts ge­gen mit­täg­li­che Re­stau­rant­be­su­che. Aber be­las­se es bei et­was Leich­tem, Fett­ar­men, her­vor­ra­gend eig­net sich spe­zi­el­les Brain­food – und ge­he da­nach ein paar Schrit­te spa­zie­ren.

Zu viel mit­neh­men

Schon in der Uni hat­test du ei­gent­lich im­mer al­les da­bei. In dei­ner Ta­sche hast du im­mer al­les griff­be­reit von Ta­schen­tü­chern über Stif­te, Lap­top und Des­in­fek­ti­ons­tü­cher. Doch im Job wird vie­les auch von der Fir­ma ge­stellt.

Denn als Ar­beit­neh­mer in Deutsch­land hast du je nach Bran­che und Ta­rif­ver­trag sehr viel, das dir zu­steht – oh­ne dass es dar­an et­was zu rüt­teln gä­be. Das be­ginnt schon bei den Ar­beits­mit­teln: Na­tür­lich, auf ei­nen PC samt sämt­li­cher Pro­gram­me, die du für die Ar­beit brauchst, hast du de­fi­ni­tiv ei­nen An­spruch. Aber wie sieht es mit ei­ner an­stän­di­gen Be­leuch­tung aus? Ja, auch dar­auf hast du ei­nen Rechts­an­spruch. Du brauchst dir al­so nicht schon vor­her zu vie­le Ge­dan­ken zu ma­chen, was du am ers­ten Tag im Bü­ro mit­neh­men soll­test. Vie­les ist schon da!

Un­ser Tipp:
Er­spa­re dir den Durch­blick-Fail in Mee­tings und Kon­fe­ren­zen, geh zum Op­ti­ker und tes­te dei­ne Seh­stär­ke. Ei­ne Sicht­hil­fe für die Ar­beit am Mo­ni­tor ge­hört oft zu den be­rufs­not­wen­di­gen Leis­tun­gen und du be­kommst ei­nen Teil von der Kran­ken­kas­se oder dei­nem Ar­beit­ge­ber er­stat­tet. Du hast in der Re­gel ei­nen jähr­li­chen An­spruch auf Ge­sund­heits­för­de­rung im Wert von 500 Eu­ro.

Früh Fein­de ma­chen

Von al­len Un­tie­fen im Bü­rod­schun­gel ist die­ser die­je­ni­ge, in die du be­son­ders schnell tappst und die be­son­ders lan­ge Nach­wir­kun­gen ha­ben kann. Dei­ne Pre­mie­re am Ar­beits­platz ent­schei­det oft schon dar­über, in wel­cher be­stimm­ten Grup­pe du lan­dest. Das kann schon groß­maß­stäb­lich ein­fach die Ab­tei­lung in­ner­halb des Un­ter­neh­mens sein, et­wa der Ein­kauf. Und auch in­ner­halb die­ser Ab­tei­lun­gen exis­tie­ren wei­te­re Grup­pen-Ab­stu­fun­gen bis hin­ab zu dem Bü­ro, in dem du mit Kol­le­gen sitzt.

Und na­tür­lich wirst du dich mit de­nen, mit de­nen du tag­täg­lich zu tun hast, nach ei­ni­ger Zeit bes­ser ver­ste­hen als den­je­ni­gen, die du nur beim Mee­ting siehst. Völ­lig nor­mal. Brand­ge­fähr­lich ist es ge­nau des­halb aber, wenn du da­zu ten­dierst, „die an­de­ren“ we­ni­ger freund­lich zu be­han­deln.Gutgelauntes Team

Na­tür­lich kann kei­ner von dir er­war­ten, mit die­sen Kol­le­gen eben­so jo­vi­al um­zu­ge­hen wie mit de­nen aus dei­nem Bü­ro. Aber dar­um geht es auch nicht, son­dern um die­ses „wir ge­gen die“-Ge­fühl, das sich oft breit­macht und bei dem es sehr ver­füh­re­risch ist, ein­fach mit­zu­ma­chen, wenn Kol­le­gen da­mit an­fan­gen. Sei ein­fach zu je­dem gleich „min­dest-freund­lich“ und be­tei­li­ge dich nie an Läs­te­rei­en. Dann machst du schon al­les rich­tig. Und be­den­ke auch im­mer: Je­der an­de­re könn­te ir­gend­wann dein Vor­ge­setz­ter sein.

Schlau­mei­er raus­hän­gen las­sen

Als Neu­ling in ei­ner Bü­ro-Ab­tei­lung hast du na­tur­ge­mäß ei­ne völ­lig an­de­re Sicht auf die Din­ge, als die Alt­ein­ge­ses­se­nen es tun. Das ist gut, denn tat­säch­lich ist kaum je­mand vor so­ge­nann­ter Be­triebs­blind­heit ge­feit – man steht je­den Tag im Wald und sieht die Stol­per­wur­zeln am Bo­den nicht mehr, weil man schon au­to­ma­tisch über sie klet­tert.

Dein Feh­ler wä­re es je­doch, al­les, was dir ne­ga­tiv auf­fällt, so­fort à la ei­ser­ner Be­sen än­dern zu wol­len – selbst wenn das wirk­lich gu­te und be­rech­tig­te Ver­bes­se­run­gen wä­ren. Be­den­ke im­mer: Es ist dein ers­ter Tag im Bü­ro und du bist das neue Zahn­rad in ei­ner an­sons­ten gut funk­tio­nie­ren­den Ma­schi­ne. Wenn du gleich zu An­fang ver­suchst, al­les um­zu­wer­fen, be­deu­tet das, dass du:

  1. Den Kol­le­gen (und Vor­ge­setz­ten) so ge­se­hen vor­wirfst, es bis­her falsch ge­macht zu ha­ben.
  2. Al­lei­ne aus Un­kennt­nis der Un­ter­neh­mens­in­ter­na Feh­ler siehst, wo kei­ne sind.
  3. Als Ehr­geiz­ling ge­se­hen wirst, der nur Un­ord­nung in den Be­trieb bringt.

Egal wie du es drehst, du trittst mit die­sem Ver­bes­se­rungs­ei­fer je­dem vom In­ha­ber bis zur Putz­ko­lon­ne auf die Fü­ße. Mach es bes­ser: Be­ob­ach­te, ler­ne ken­nen. Und wen du dich nach ei­ni­gen Mo­na­ten ein­ge­lebt hast, kön­nen ech­te Feh­ler im­mer noch dem Chef er­klärt wer­den – aber nie­mals oh­ne brauch­ba­ren Ver­bes­se­rungs­vor­schlag.

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