Stu­di­en­platz­kla­ge

Heut­zu­ta­ge sind vie­le Stu­di­en­gän­ge zu­las­sungs­be­schränkt und nicht je­der be­kommt ei­nen Platz. Hast du dich auch für ei­nen sol­chen be­wor­ben, je­doch kei­ne Zu­sa­ge be­kom­men? Auch wenn die Ent­täu­schung dar­über bis­wei­len groß ist, so ist das kein Grund auf­zu­ge­ben.

Wir klä­ren dich über die be­ste­hen­den Op­tio­nen auf und ge­ben wei­te­re In­fos zu Ab­lauf und Er­folgs­aus­sich­ten ei­ner Stu­di­en­platz­kla­ge.

Wel­che Mög­lich­kei­ten be­ste­hen, wenn du kei­nen Stu­di­en­platz be­kommst?

Lei­der gibt es vie­le be­lieb­te Stu­di­en­gän­ge, zu de­nen nur ei­ne ge­wis­se An­zahl an Be­wer­bern zu­ge­las­sen wird, nicht nur die üb­li­chen Ver­däch­ti­gen mit ho­hem NC wie Me­di­zin, Ju­ra und Psy­cho­lo­gie. Des­halb ist es ge­ra­de in sol­chen Stu­di­en­gän­gen nicht un­wahr­schein­lich, ei­ne Ab­sa­ge zu er­hal­ten.

Je­doch hast du die Mög­lich­keit, dich an ei­ner an­de­ren Hoch­schu­le – even­tu­ell auch im Aus­land – für Ih­ren Wunsch­stu­di­en­gang zu be­wer­ben. Oder du war­test ein­fach ein Se­mes­ter: Über­brü­cke die War­te­zeit bei­spiels­wei­se mit ei­nem Frei­wil­li­gen So­zia­len Jahr, Aus­lands­prak­ti­kum oder Stu­den­ten­job von JOB­RUF.

Auch die Ent­schei­dung für ein an­de­res Stu­di­um ist ei­ne Al­ter­na­ti­ve. Als letz­te Op­ti­on kannst du ei­nen Stu­di­en­platz selbst ein­kla­gen. Da­zu soll­test du ei­nen ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten An­walt ein­schal­ten, z. B. Hein­ze Rechts­an­wäl­te. Mit die­ser Lö­sung er­reichst du ggf., di­rekt im nächs­ten Se­mes­ter mit dei­nem Wunsch­stu­di­um zu be­gin­nen.

Stu­di­en­platz selbst ein­kla­gen: Wel­che Vor­aus­set­zun­gen müs­sen ge­ge­ben sein?

Im Grund­ge­setz der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ist un­ter § 12 fest­ge­hal­ten, dass je­der Bür­ger das Recht auf freie Wahl des Aus­bil­dungs- und Ar­beits­plat­zes hat. Das be­deu­tet je­doch nicht, dass die Hoch­schu­len kei­ne Vor­aus­set­zun­gen für ei­nen Stu­di­en­platz vor­ge­ben dür­fen.

So ist zum Bei­spiel in der Re­gel an ei­ner Uni­ver­si­tät die all­ge­mei­ne Studentin mit Büchern auf dem ArmHoch­schul­rei­fe (bes­ser be­kannt als Ab­itur) Pflicht. Hast du ei­nen Stu­di­en­platz zu­ge­wie­sen be­kom­men, der sich nicht an dei­nem Wunschort be­fin­det, ist es we­ni­ger sinn­voll, da­ge­gen vor­zu­ge­hen – un­ter die­sen Um­stän­den ist die Su­che nach ei­nem Tausch­part­ner meist er­folgs­ver­spre­chen­der.

Des Wei­te­ren kannst du nur ei­nen Stu­di­en­platz ein­kla­gen, wenn du dei­ne Be­wer­bung so­wohl voll­stän­dig als auch frist­ge­recht oh­ne Form­feh­ler ein­ge­reicht hast. War­te­se­mes­ter oder Ab­itur­no­te ha­ben bei der Kla­ge kein Ge­wicht.

Mit ei­ner Stu­di­en­platz­kla­ge kannst du den Nu­me­rus clau­sus (NC) um­ge­hen, da ein an­de­rer Sach­ver­halt be­han­delt wird: Die Hoch­schu­le muss be­grün­den, wes­halb nicht ge­nug Ka­pa­zi­tä­ten für wei­te­re Be­wer­ber vor­han­den sind. Kann sie das nicht, wer­den die Plät­ze an die Klä­ger ver­teilt – der NC spielt hier­für kei­ne Rol­le.

Wel­che Fris­ten gel­ten für ei­ne Stu­di­en­platz­kla­ge? Wie ist der Ab­lauf?

Es­sen­ti­ell für den Er­folg ist, dass du recht­zei­tig die nö­ti­gen Schrit­te ein­lei­test. Je nach Bun­des­land gel­ten für die Ein­rei­chung der Stu­di­en­platz­kla­ge ver­schie­de­ne Fris­ten:

Ein­rei­chungs­frist von Stu­di­en­platz­kla­gen in ver­schie­de­nen Bun­des­län­dern
Bun­des­land Ein­reich­frist der Stu­di­en­platz­kla­ge

Ba­den-Würt­tem­berg, Meck­len­burg-Vor­pom­mern,
Sach­sen-An­halt, Thü­rin­gen

15.07. (WS), 15.01. (SS)
Hes­sen 01.09. (WS), 01.03. (SS)
Bre­men 15.09. (WS), 15.03. (SS)
Nord­rhein-West­fa­len 01.10. (WS), 01.04. (SS)
Saar­land, Nie­der­sach­sen 15.10. (WS), 15.04. (SS)


Quel­le: stu­di­en­platz-kla­ge.de, Stand 2019

Set­ze dich zu­nächst mit ei­nem An­walt in Ver­bin­dung. Op­ti­mal ist es, wenn die­ser sich er­folg­reich auf Stu­di­en­platz­kla­gen spe­zia­li­siert hat und so­mit vie­le Er­fah­run­gen mit­bringt. Rei­che dann den sog. An­trag auf au­ßer­ka­pa­zi­tä­re Zu­las­sung zu dei­nem Wunsch­stu­di­en­gang bei der je­wei­li­gen Hoch­schu­le ein.

Meist wird die­sem nicht statt­ge­ge­ben. Des­halb lei­tet der Ju­rist par­al­lel das Eil­ver­fah­ren bei den zu­stän­di­gen Ver­wal­tungs­ge­rich­ten ein. Be­grün­dung für die Kla­ge ist, dass der Hoch­schu­le Ka­pa­zi­tä­ten für wei­te­re Stu­den­ten zur Ver­fü­gung ste­hen.

Kann die­se das nicht wi­der­le­gen, ge­winnt der An­trags­stel­ler und er­hält so­mit sei­nen Stu­di­en­platz. In man­chen Fäl­len gibt es gleich meh­re­re Klä­ger. Dann muss das Los­ver­fah­ren über die Ver­ga­be ent­schei­den.

Wie hoch sind die Er­folgs­chan­cen für ei­ne Stu­di­en­platz­kla­ge?

Ei­ne Ga­ran­tie auf ei­nen Ge­winn des Ver­fah­rens ha­ben Sie lei­der nicht. Je­doch liegt die Er­folgs­chan­ce bei Stu­di­en­gän­gen au­ßer­halb der Me­di­zin bei et­wa 90 %.

Im Be­reich der ärzt­li­chen Wis­sen­schaft kannst du mit ei­ner Er­folgs­quo­te von 50 bis 70 % rech­nen. Je­doch soll­test du die­se Hoch­rech­nun­gen nicht pau­scha­li­sie­ren. Klä­re dei­nen in­di­vi­du­el­len Fall am bes­ten mit ei­nem An­walt ab. Dann kannst du für dich ent­schei­den, ob für dich ei­ne Stu­di­en­platz­kla­ge in­fra­ge kommt.

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