Aktualisiert: 11.09.2020
Decke und Dachschräge tapezieren
Ohne richtige Anleitung gehört das Decke Tapezieren zu den komplizierteren Aufgaben einer Renovierung. Der kleinste Fehler beim Kleistern kann, bedingt durch die Schwerkraft, dafür sorgen, dass die Tapete Ihnen schon bald in Bahnen von der Decke hängt – eine zusätzliche optische Raumtrennung, auf die Sie sicher gerne verzichten würden.
Um Sie bei der Deckenrenovierung zu unterstützen, erklären wir, welche Materialien Sie benötigen, was zur Vorbereitung wichtig ist und wie Sie schließlich in 6 einfachen Schritten die Zimmerdecke und darüber hinaus auch eine Dachschräge richtig tapezieren können.
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Decke und Dachschräge tapezieren im Video
Raum vorher ausmessen
Zuerst sollten Sie durch Ausmessen Ihres Raumes in Erfahrung bringen, wie viel Tapete Sie benötigen. Kommen Sie hierbei bloß nicht auf die glorreiche Idee, stundenlang auf einer Leiter herumzukraxeln, um die Ausmaße Ihrer Decke zu erfassen. Messen Sie lieber die Grundfläche Ihres Zimmers auf dem Boden aus. In der Regel dürfte diese nicht von Ihrer Deckenfläche unterscheiden.
Hinweis:
Seien Sie nicht zu sparsam und kalkulieren Sie noch ein paar Meter Tapete mehr ein. Gerade wenn Sie absoluter Neuling sind, sollten Sie ein bisschen Schwund einberechnen.
Wichtige Materialien und Hilfsmittel
Anschließend steht der Weg in den Baumarkt oder Fachhandel an. Sofern nicht schon in Ihrem Besitz, sollten diese Materialien und Hilfsmittel zum Decke Tapezieren auf Ihrem Einkaufszettel stehen:
- Tapete (Deckenrenovierung mit Vlies-, Raufaser- oder Glasfasertapete möglich)*
- Kleister (Sorte abhängig von der Tapetenart)*
- Tapeziertisch, z. B. Beach & Pool Tapeziertisch Stahl 300 x 60 cm bei Amazon*
- Kleisterpinsel, z. B. Color Expert Deckenbürste 170 x 70 mm bei Amazon*
- Tapezierbürste, z. B. Color Expert Tapezierwischer 300 x 25 mm bei Amazon*
- Teppichmesser, z. B. Würth Cuttermesser 2-K Griff 18 mm bei Amazon bestellen* oder eine gut geschärfte Schere (für das Zuschneiden der Tapete und die Bearbeitung des Übergangs Wand Decke)
- Nagelroller, z. B. Silverline Stachelwalze 150 x 480 mm bei Amazon*
- einen Besen*
- eine Leiter*
- Zollstock* oder Maßband*
- Schlagschnur, z. B. eine Stanley Schlagschnur-Set Powerwinder bei Amazon*
- Abdeckfolie, z. B. Jufol 10231 Allzweck-Plane 4 x 5 m bei Amazon*
- Und falls noch alte Tapeten entfernt werden müssen: Spachtel*, Spülmittel und ein Schwamm
Unser Tipp:
Wenn Sie lediglich Ihre Zimmerdecke tapezieren möchten, passen Sie Tapetenart und -farbe dem bereits verwendeten Material an. Ein einheitlich gestalteter Raum macht immer einen besseren Eindruck.
Vorarbeiten zum Tapezieren der Zimmerdecke in 5 Schritten
Planen Sie für die Vorarbeiten ausreichend Zeit ein. Besonders das Entfernen der alten Tapeten kann abhängig davon, wie oft schon überstrichen wurde, gut und gerne einen Vormittag in Anspruch nehmen. Und lassen Sie sich unbedingt helfen. Zu zweit geht es nicht nur schneller, sondern die Arbeit macht auch deutlich mehr Spaß!
Schritt 1: Boden auslegen
Als Erstes legen Sie den kompletten Boden mit Abdeckfolie* aus und schützen Fußleisten zusätzlich mit Malerkrepp*. Obwohl noch nicht getrockneter Kleister mit einem nassen Schwamm relativ gut zu entfernen ist, kann die Klebemasse vor allem Teppichböden empfindlichen Schaden zufügen.
Schritt 2: Lampen entfernen
Entfernen Sie im Vorhinein alle Deckenleuchten aus dem entsprechenden Zimmer. Die Kabel und Lüsterklemmen können Sie vor dem Tapezieren der Decke hängen lassen und später übertapezieren.
Vergessen Sie auf keinen Fall, im Vorhinein die entsprechenden Sicherungen abzuschalten. Ein Stromschlag ist äußerst gefährlich und beendet die Tapezierarbeiten, bevor diese richtig begonnen haben.
Wenn die neue Tapete* getrocknet ist, können Sie dann die Lampen wieder anschließen.
Schritt 3: Alte Tapeten entfernen
Entfernen Sie alte Tapeten im Vorhinein. Raufaser feuchten Sie einfach mit etwas Spülmittel an und ziehen diese anschließend einfach ab. Bereits mehrfach überstrichene Tapeten müssen unter Umständen noch mit einem Nagelroller* vorbereitet werden. Glasfaser- und Vliestapeten lassen sich oft ganz einfach direkt trocken von der Decke ziehen.
Wollen Sie direkt auf Putz oder Beton Ihre Decke selber tapezieren, sollten Sie den Untergrund vorbereiten, indem Sie eine Grundierung auftragen. So gehen Sie sicher, dass der Kleister* an der Oberfläche gut haftet.
Schritt 4: Tapeten zuschneiden
Schneiden Sie die Tapeten mit einem Überstand von 10 cm (5 cm auf jeder Seite) mit einem Tapetenmesser* oder einer Schere auf die richtige Länge zu. Sparen Sie sich noch etwas „Rohmaterial“ auf. Kleben Sie die Tapete später in eine Fensternische, müssen Sie die Bahnen individuell länger zuschneiden.
Wenn Sie eine Dachschräge tapezieren möchten, ist ein Überstand von 5 cm ausreichend. Messen Sie die Dachschräge im Vorhinein noch einmal genau aus.
Schritt 5: Kleister anrühren
Als letzten Schritt der Vorbereitungen bereiten Sie den Tapetenkleister* vor. Um zu vermeiden, dass die Klebemasse verklumpt, rühren Sie beim Hinzugeben des Pulvers ständig um, z.B. mit einem Stück Holz. Sollten Sie sich für etwas teureren Flüssigkleister entschieden haben, bleibt Ihnen dieser Arbeitsschritt erspart.
Decke tapezieren: Anleitung in 6 Schritten
Es empfiehlt sich, die Decken zu tapezieren, bevor Sie sich die Wände vornehmen. Herabtropfender Kleister kann so problemlos von den Wänden entfernt und der Übergang Wand Decke durch diese Methode besser verarbeitet werden.
Anfängern empfehlen wir – falls mit der Wandtapete vereinbar –, die Decke mit Raufaser zu tapezieren. Diese Tapete* ist leichter als Vliestapete oder Glasfaser und löst sich demzufolge nach der Deckenrenovierung bei kleineren Fehlern nicht so schnell wieder ab.
Und wichtig: Arbeiten Sie immer zu zweit. Alleine tapezieren sollten nur ausgewiesene Profis und Heimwerker, die schon umfassende Erfahrung mitbringen.
Schritt 1: Tapete (oder Decke) einkleistern
Unmittelbar vor der Arbeit werden, sofern Sie mit Raufaser arbeiten möchten, die Tapetenbahnen auf dem Tapeziertisch eingekleistert. Um das Material vor zu schnellem Austrocknen zu schützen, legen Sie die Reihen am besten im Verhältnis 2/3 zu 1/3 zusammen.
Beim Decke Tapezieren mit Vlies oder Glasfaser wird der Kleister* zunächst auf die Fläche aufgetragen und die Tapetenbahnen anschließend direkt angedrückt.
Unser Tipp:
Lassen Sie zwischen dem Einkleistern und Tapezieren nicht zu viel Zeit vergehen, sonst haftet das Material nicht richtig. Raufasertapete sollten Sie allerdings noch einige Minuten ruhen lassen, damit diese sich noch etwas „weichen“ kann.
Schritt 2: Erste Bahn an die Decke tapezieren
Bevor Sie die erste Bahn an Ihre Decke tapezieren, ziehen Sie mithilfe der Schlagschnur* eine parallele Linie zur Seitenwand im Abstand von etwas weniger als einer Tapetenbreite. Bei einer Standardbreite von 53 cm sollte der Abstand demzufolge ca. 50 cm betragen. Dadurch können Unregelmäßigkeiten in der Deckenoberfläche ausgeglichen werden.
Auch bez. der Richtung gilt: Beachten Sie beim Tapezieren Ihrer Decke den Lichteinfall, indem Sie immer von der Hauptlichtquelle des Raumes wegarbeiten. So vermeiden Sie unschöne Kantenschattierungen. Anschließend können Sie einfach in Richtung der gegenüberliegenden Zimmerseite weiterarbeiten.
Schritt 3: Tapete andrücken
Beim Andrücken der Tapete kommt nun der wichtige zweite Helfer zum Einsatz. Während Sie auf der Leiter stehen und die Feinarbeiten übernehmen, sollte sich Ihr Helfer hinter Ihnen positionieren und die Tapetenbahn mit dem Besen* hochhalten, so dass diese Sie nicht beim Arbeiten behindert.
Darüber hinaus kann durch gezielten Einsatz des Besens die Tapete nachgestrichen werden, was im Regelfall für zusätzlichen Halt sorgt. Jetzt wissen Sie auch, warum es wenig sinnvoll ist, die Decke alleine zu tapezieren.
Schritt 4: Falz abschneiden
Die überstehenden Tapetenenden drücken Sie zunächst fest bis ein Falz entsteht und lösen diese anschließend wieder ein Stück von der Decke, um die Enden auf Höhe des Falzes mit dem Tapeziermesser*. Nun können Sie die Tapeten bündig wieder anlegen und sorgsam andrücken.
Schritt 5: Weitere Bahnen an die Zimmerdecke tapezieren
Nach dem gleichen Prinzip können Sie jetzt die verbleibenden Reihen an die Zimmerdecke tapezieren. Entweder können Sie direkt auf Stoß – also die Bahnen exakt aneinander – kleben oder die Kanten leicht überlappend tapezieren. Die überstehenden Ränder können Sie im Anschluss einfach mit einem Tapetenmesser* abschneiden.
Um die Kanten zusätzlich zu fixieren und einem späteren Ablösen effektiv vorzubeugen, bietet es sich an, diese unter Zuhilfenahme eines Nahtrollers* zu bearbeiten. Mit diesem fahren Sie nach dem Decken Tapezieren noch einmal über die Ränder der noch feuchten Tapetenreihen.
Schritt 6: In Nischen und über Lampen tapezieren
Endet eine Bahn an einer Aussparung oder Nische – z.B. direkt an einem Fenster –, schneiden Sie die Tapete* vorher mit einem Diagonalschnitt einfach an der Ecke ein, kleben die Bahn in die Nische und den verbleibenden Teil der Tapete einfach als Überstand zunächst an die Wand. Anschließend können Sie den Falz einfach wie gewohnt wieder abtrennen.
Wenn Sie auf Lampenkabel stoßen, ist die Vorgehensweise ebenfalls denkbar einfach: Versehen Sie die Tapetenbahn an der entsprechenden Stelle mit Hilfe eines Tapetenmessers* mit einem Kreuzschnitt und führen Sie die Kabel inklusive der Lüsterklemme einfach direkt durch die Aussparung hindurch. Die entsprechende Reihe können Sie wie gewohnt an ihre Decke tapezieren.
Nach einer Trockenzeit von 12-24 Stunden sollte es möglich sein, mit dem Streichen der Decke zu beginnen.
Anleitung Dachschräge tapezieren
Beim Tapezieren der Dachschräge sollte der Übergang zwischen Wand und Tapete auf keinen Fall mit einer durchgehenden Tapetenbahn überbrückt werden. Dies hat den Grund, dass die Tapete* bei dieser Systematik dazu neigt, sich mit der Zeit im Knick zwischen der Dachschräge und der Decke abzulösen. Dadurch entstehen unschöne Beulen, welche sich nach dem Dachschräge Tapezieren schwer beseitigen lassen.
Stattdessen empfiehlt es sich, die Dachschräge beim Tapezieren mit einer zusätzlichen Tapetenreihe zu verkleiden. Beim Zuschneiden sollte ein Überstand von 5 cm gelassen werden. Dieser wird allerdings nicht analog zum Decken Tapezieren an dem Falz abgetrennt, sondern komplett aufgeklebt. Anschließend kann beim Verkleiden der Decke das überstehende Stück überklebt werden.
Aufgrund dieser Vorgehensweise empfiehlt sich die Reihenfolge erst Dachschräge, anschließend Zimmerdecke tapezieren.
Lassen Sie nur einen kleinen Überschuss, wenn Sie den Übergang Wand Decke tapezieren. Gerade bei dicker Raufasertapete besteht ansonsten die Gefahr einer sichtbaren Ausbeulung durch die doppelte Beschichtung.
Decke und Dachschräge tapezieren im Video
Wie Sie die anspruchvolle Aufgaben Decke und Dachschräge zu tapezieren meistern, zeigt Ihnen das folgende Video von tapetentv. Zusammen mit unserer ausführlichen Schritt für Schritt Anleitung sind Sie gut für die anstehenden Arbeiten vorbereitet:
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Wie beschrieben erleichtert gerade beim Tapezieren der Decke ein zweiter Helfer die Arbeit allgemein. Oft wird genau in diesen Situationen der Freundeskreis von einer unerklärlichen Grippewelle geplagt und niemand erklärt sich bereit, Ihnen zu helfen.
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