Rechenschwäche bei Kindern Tipps im Umgang mit Dyskalkulie

Rechenschwäche bei Kindern

Rechenschwäche bei Kindern

Rechenschwäche bei Kindern (Dyskalkulie) kann die Schulzeit zur Qual werden lassen. Dabei ist sie durch entsprechende Therapien gut behandelbar. Wir geben Ihnen wichtige Infos und Tipps mit auf den Weg und zeigen darüber hinaus, wie Sie auch als Eltern Ihr Kind zu Hause unterstützen können.

Probleme oft auf mathematische Grundlagen beschränkt

Rechenschwäche bei KindernLaut Statistik haben etwa 5 bis 7 Prozent der Weltbevölkerung Anzeichen für ein vermindertes Rechenverständnis. Es handelt sich hierbei um ein tiefgreifendes Verständnisproblem, das oft schon bei Schulkindern feststellbar ist. Sie können die mathematische nicht mit ihrer eigenen inneren Logik in Einklang bringen.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass sich die Probleme sehr auf die Arithmetik begrenzen. Betroffene Kinder haben also massive Schwierigkeiten bei den mathematischen Basics wie den Grundrechenarten oder des Zahlenverständnisses. Das äußert sich z. B., indem einfache Aufgaben nicht gelöst (7 + 8 = 15) oder Mengen und Verhältnisse nicht eingeordnet werden können (Was ist länger: 1 Meter oder 120 cm?).

Älteren Schülern gelingt es jedoch oft, mathematische Beweisführungen ohne Weiteres vorzunehmen.

Hinweis:
Dyskalkulie ist eine Teilleistungsstörung. Das heißt, dass die Beeinträchtigung sich nur auf das Rechnen bezieht und nicht zwangsläufig mit Problemen in anderen Schulfächern einhergeht. Allerdings tritt bei Menschen mit einer Rechenstörung häufiger AD(H)S (26 Prozent) und Legasthenie (17 Prozent) auf.

Ursachen häufig psychischer Art

Die Ursachen für Dyskalkulie bei Kindern sind häufig psychischer Art. Traumatische Erlebnisse wie extrem harte Bestrafung, Überforderung in Schule und Alltag oder Mobbing können Auslöser sein.Rechnen mit Taschenrechner

Ein nicht an die speziellen Anforderungen von Schülern mit Rechenschwäche angepasste Schulunterricht kann selbst Ursache für die verminderte Rechenfähigkeit sein und zu schweren Problemen führen. Da Betroffene die vom Lehrer erklärte mathematische Logik nicht nachvollziehen können, benötigen sie zusätzlich zum Unterricht in der Klasse eine gezielte Einzelbetreuung. Einige Schulen bieten diese bereits an, was leider noch nicht der Regelfall ist.

Dyskalkulie bei Kindern frühzeitig erkennen

Rechenschwäche bei Kindern äußert sich schon früh, wird aber häufig erst zu Ende der Grundschulzeit erkannt. Das hat den Grund, dass Kinder sich im kleinen Zahlenraum noch durch Abzählen mit den Fingern helfen können. Erst wenn die Anforderungen komplexer werden, fällt die Störung auf.

Allerdings können Sie anhand folgender Symptome schon früher Rechenschwierigkeiten erkennen:

  • das Abzählen mit der Hand wird häufig zum Nachdenken unterbrochen
  • das Kind zählt ausschließlich mit den Fingern ab
  • gesicherte Ergebnisse müssen immer wieder nachkontrolliert werden
  • sich eindeutig widersprechende Rechenergebnisse werden nicht als solche erkannt
  • Zahlen werden verdreht
  • Divisionsaufgaben werden strikt abgelehnt
  • Ablesen der Zeigeruhr ist extrem schwierig
  • Text- und Sachaufgaben werden nicht verstanden

Hinweis:
Nicht zu verwechseln mit der Dyskalkulie bei Kindern ist der Zahlenanalphabetismus, bei dem Sachverhalte grundsätzlich nicht in Zahlen ausgedrückt werden können, weil diese für die Betroffenen keine „lesbare“ Information tragen.

Kinderpsychologen helfen bei der Feststellung

Es gibt zwar standardisierte Tests, um eine Rechenschwäche bei Kindern zu erkennen, allerdings unterscheiden diese nur in richtige und falsche Rechenergebnisse und geben keinen genauen Aufschluss darüber, welcher Bereich des Rechnens besonders schwer fällt.
Deswegen sollten Sie bei begründetem Verdacht einen Kinderpsychologen den Test durchführen lassen. Durch Beobachtung des Kindes beim Rechnen und Anregen zum „lauten Denken“ kann dieser den genauen Ursprung der Schwäche eingrenzen und, unterstützt durch eine psychologische Analyse, eine genau Diagnose stellen.

Professionelle Therapie unerlässlich

Wieder Spaß bei MathematikNach einer positiven Diagnose empfiehlt es sich, mit einer intensiven Lerntherapie zu beginnen. Die Förderung wird durch spezielle Dyskalkulie-Therapeuten angeboten; kombiniert wird hierbei psychotherapeutische Arbeit mit gezielter Lernförderung.

Auch Schulen bieten bereits gezielte Förderangebote an, die eine gezielte Therapie allerdings nicht gänzlich ersetzt. Trotzdem sollte die Behandlung in enger Abstimmung mit den Lehrkräften der Schule erfolgen – und somit auf den Lerninhalte in der Schule anzupassen.

Eine Liste von qualifizierten Therapeuten stellt der Bundesverband Legasthenie & Dyskalkulie e. V. zur Verfügung.

Achtung:
Herkömmliche Mathematik-Nachhilfe kann Dyskalkulie nicht entgegenwirken – das Gleiche gilt für verstärktes Üben. Ihr Kind kann durch bloßes Wiederholen des Lernstoffes die zugrundeliegende mathematische Logik nicht begreifen.

Rechenschwäche bei Kindern – Was Eltern tun können

Auch Sie als Eltern können Ihr Kind zusätzlich zur Lerntherapie unterstützen. Dies erfolgt in erster Linie durch Ihre bedingungslose Unterstützung und viel Lob. Belohnen Sie jeden noch so kleinen Fortschritt. Verstärken Sie andererseits auch nicht die Frustration, wenn die Mathearbeit wieder einmal schlecht benotet wurde. Statt Schwächen in den Mittelpunkt zu stellen, heben Sie bewusst Stärken in anderen Bereichen hervor – das schafft Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Auch sonst sollten Rechenstörungen bei Kindern in der Freizeit eine untergeordnete Rolle spielen. Konfrontieren Sie Ihren Nachwuchs nicht unverhofft mit Matheaufgaben und Rechenübungen, etwa beim Einkauf. Schulen Sie lieber unbewusst die Wahrnehmung der Anzahl der Dinge, z. B. mit Gesellschaftsspielen wie Memory und Uno oder durch Puzzles.

Auch das laute Zählen von Treppenstufen oder Zutaten beim Backen ist eine ungezwungene Möglichkeit, Mathematik spielerisch in Ihren Alltag einzubauen, ohne dass dies als lästige Aufgabe empfunden wird.

Darüber hinaus gibt es vielfältiges Material zur Förderung im Internet – auch durch Sie als Eltern. So finden Sie z. B. unter folgendem Link speziell Übungen für Kinder mit Rechenschwäche: http://www.legasthenie-software.de/game/einmaleins.htm

Studentische Nachhilfe bei JOBRUF finden

Ergänzend zu einer gezielten Therapie bietet sich auch Förderung durch Nachhilfe an, die Ihrem Kind eine Festigung des Lernstoffs ermöglicht. Bei JOBRUF finden Sie studentische Nachhilfelehrer, die Ihr Kind kompetent und flexibel unterstützen – teilweise auch mit Erfahrung im Umgang mit Rechenschwäche. Geben Sie jetzt Ihre persönliche Anzeige auf und finden Sie schon kurze Zeit später Ihren neuen Nachhilfelehrer!

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Bildquellen (v.o.n.u.):
© "rage quit" by Sam Wolff is licenced under CC BY-SA 2.0 (bearbeitet)
© "Rechnen" by Rosmarie Voegtli is licenced under CC BY 2.0
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