Schlechte Noten in der Schule Gründe erfahren und richtig reagieren

Schlechte Noten

Schlechte Noten in der Schule

Egal, ob Ihr Kind noch die Grundschule oder schon eine weiterführende Schule wie etwa die Haupt-, Realschule oder das Gymnasium besucht – schlechte Noten sind immer ein Streitpunkt in der Familie und nicht zuletzt für das Kind mit viel Angst und Druck verbunden. Wir erklären, wann eine Benotung wirklich schlecht ist, gehen auf Gründe für schulische Defizite ein und geben Tipps, was Sie als Eltern tun können.

Drei als neue Fünf - oder wann ist eine Note wirklich schlecht?Schlechtes Zeugnis

Per Definition sind eine Fünf (mangelhaft) und Sechs (ungenügend) schlechte Noten. Sitzen bleiben können Schüler nur, wenn diese Noten auf dem Zeugnis auftauchen. In der Oberstufe werden Noten in Punkten dargestellt. Von einer nicht ausreichenden Leistung spricht man dann, wenn 5 Punkte (entspricht einer Vier minus als Defizit) oder weniger auf dem Zeugnis oder in einer Klausur erreicht werden.

In der Praxis sieht es jedoch ganz anders aus: Das mögliche Medizinstudium des 10-jährigen Kindes schon im Hinterkopf und die schlechten Karrierechancen für Nicht-Akademiker vor Augen schrillen bei vielen Eltern schon bei einer Drei (noch mal zum Verständnis: Befriedigend!) die Alarmglocken.

Was sich auf den ersten Blick nach gesunder Leistungsförderung anhört, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Spiel mit dem Feuer. Wer sein Kind nämlich zu immer besseren Leistungen antreibt, überfordert es und nimmt ihm damit jeglichen Spaß an der Schule. Die Folge sind dann Unsicherheit und ein wirklich schlechtes Zeugnis.

Unser Tipp:
Ihr Kind bringt einmalig in der Klassenarbeit oder Klausur eine Fünf oder Sechs mit nach Hause, die bisherigen Leistungen waren aber konstant sehr gut bis befriedigend? Dann können Sie dies als einmaligen Ausrutscher verbuchen. Selbstverständlich sollten Sie aber natürlich weiterhin die Leistung im Auge behalten.

Grund 1: Überforderung in der Schule

Womit wir auch schon beim ersten Grund für schlechte Noten wären, und das trotz Lernen: Überforderung.

In Regelschulen ist es so, dass für jede Klassenstufe der Lernstoff und das Lernziel vorgegeben werden. Entsprechen die Leistungen Ihres Kindes also nicht denen der übrigen Klassengemeinschaft, kann dies zu Problemen führen.

Denn jeder Mensch hat sein eigenes Tempo. So kann es sein, dass Ihr Kind in der dritten Klasse mit einer Rechenaufgabe überfordert ist, die ein anderer Klassenkamerad jedoch mit links löst. Das führt schnell zur Frustration und zu noch größerer Unlust an der Schule bzw. dem jeweiligen Fach. Zusätzlicher Druck von außen und Ihnen als Eltern trägt nicht zur Besserung bei, sondern demotiviert Kinder häufig noch mehr.

Das können Sie als Eltern tun: Besprechen Sie gemeinsam mit dem Lehrer, ob die gewählte Schulform die richtige für Ihr Kind ist oder eine Versetzung an eine andere Schule oder die Wiederholung der Jahrgangsstufe die schulischen Leistungen verbessern könnten.

Grund 2: Unterforderung in der Schule

Gelangweilter JungeIhr Kind hat die Zusammenhänge längst erfasst, während die Mitschüler noch an der Aufgabe verzweifeln. Die anderen grübeln, und Ihr Kind langweilt sich, weil es keine neue Herausforderung bekommt.

Eine Unterforderung zu erkennen ist um einiges schwieriger als die Überforderung. Denn obwohl Ihr Kind alles versteht, kann es trotzdem ein schlechtes Zeugnis mit nach Hause bringen. Häufig hat es längst mit dem jeweiligen Fach oder der Schule generell abgeschlossen und weigert sich aus reiner Langeweile, Vokabeln zu lernen oder die Aufgaben richtig durchzulesen.

Um das Problem zu erkennen, ist hier besondere Aufmerksamkeit des Lehrers, aber auch seitens der Eltern notwendig. Kinder verstecken nämlich oft für eine derartige Begabung, weil sie nicht als Wichtigtuer wahrgenommen werden wollen.

Das können Sie als Eltern tun: Sprechen Sie viel mit Ihrem Kind. Fragen Sie, wie es im Unterricht mitkommt, wenn es eine Note erhält, die Sie nicht nachvollziehen können. Kinder sind meist sehr ehrlich und können ganz klar formulieren, warum sie der Unterricht beispielsweise langweilt oder dass sie sich schämen, weil sie schneller sind als der Rest der Klasse.

Grund 3: Schlechtes Zeugnis durch Lernschwäche(n)

Ob eine Lernschwäche vorliegt, kann in den meisten Fällen tatsächlich erst in der Schule festgestellt werden, da erst der Unterricht Probleme Ihres Kindes zu Tage fördert. Erste Anzeichen können hier tatsächlich schlechte Schulnoten sein.

Klassische Lernschwächen sind die Lese- & Rechtschreibschwäche bzw. Legasthenie und die Rechenschwäche bzw. Dyskalkulie. Aber auch eine starke Konzentrationsschwäche und AD(H)S bei Kindern können durchaus die Schulleistungen beeinträchtigen. Kinder können hier nur schwer dem Unterricht folgen.

Das können Sie als Eltern tun: Oft werden Sie bei einer vermuteten Beeinträchtigung durch die Lehrer Ihres Kindes angesprochen. Die Symptome können aber auch Sie als Eltern erkennen, wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Kind lernen oder die Hausaufgaben machen.

Belegt werden sollte der Verdacht immer durch eine professionelle Diagnose – meist durch einen Kinderpsychologen oder Arzt. Je nach Ausprägung kann nach einer positiven Diagnose eine individuelle Lernförderung folgen. Diese kann die Lernschwäche zwar nicht immer austherapieren, jedoch den Umgang damit erleichtern und so eine „normale“ Schullaufbahn ermöglichen.

Clique von JugendlichenGrund 3: Pubertät und schlechte Noten

Erinnern Sie sich vielleicht noch an Ihre eigene Schulzeit und insbesondere an Ihre Zeit als Teenager? Schule war Ihnen damals bestimmt genauso egal und unwichtig wie Ihrem eigenen Kind heute.

Gerade während der Pubertät treten schlechte Noten in der 6., 7., 8., 9. und 10. Klasse auf dem Gymnasium, der Haupt- oder Realschule häufiger auf als noch in der 1. bis 4. Klasse in der Grundschule, da die Lernbereitschaft je nach Stimmung Ihres Kindes gleich null sein wird.

Sie müssen verstehen lernen – und teilweise leider auch akzeptieren –, dass das Interesse aktuell eher bei so wichtigen Fragen wie etwa „Was ziehe ich an?“, „Wie komme ich gut bei den anderen an?“ oder aber „Was ist gerade in?“ liegt und nicht „Wie schaffe ich es, in der nächsten Klausur eine Eins zu schreiben?“.

Zum Glück dauert diese heiße Phase der Pubertät bei den meisten Schülern nicht länger als bis zum Ende der 10. Klasse, sodass sich der Hormonspiegel Ihres Kindes oft zum Beginn der Qualifikation zum Abitur wieder auf ein normales Level eingependelt haben sollte – und ein schlechtes Schulzeugnis der Vergangenheit angehören sollte.

Das können Sie als Eltern tun: Motivieren Sie Ihr Kind dennoch zum Lernen. Setzen Sie ihm Grenzen, wenn es über die Stränge schlägt und schlechte Noten mit nach Hause bringt. Kontrollieren Sie beispielsweise auch weiterhin die Hausaufgaben und vereinbaren Sie in Absprache mit Ihrem Kind – trotz akuter Null-Bock-Einstellung – feste Lernzeiten.

Unser Tipp:
Besuchen Sie beim Elternsprechtag die Lehrer, deren Fächer betroffen sind, und versuchen das Verhalten Ihres Kindes zu rechtfertigen. Erfragen Sie direkt Möglichkeiten, wie Ihr Kind die Noten auch außerhalb von Klassenarbeiten verbessern kann.

Grund 4: Familiäre Probleme

Miese Stimmung zu Hause kann sich unter Umständen auch auf das Schul- und Lernverhalten des Kindes auswirken. Egal wie sehr Sie versuchen, Ihr Kind von Ihren Problemen fernzuhalten, es bekommt leider viel zu oft mit, wenn etwas nicht gut läuft und trägt die häuslichen Konflikte mit sich rum. Und ebendiese Gedanken können zu schlechten Noten in der Schule führen, weil sich Ihr Kind nicht mehr uneingeschränkt auf den Schulunterricht konzentrieren kann.

Junge auf SchaukelOft denken Kinder, sie würden eine Mitschuld – wenn nicht sogar die Schuld – an der häuslichen Situation tragen und sind dadurch ständig mit Ihren Gedanken woanders, nur eben nicht im Englisch- oder Biounterricht. Ein Leistungsabfall ist praktisch vorprogrammiert und trifft beim Lehrer auf Verständnislosigkeit, wenn keine Information über Ihre familiäre Situation erfolgt.

Das können Sie als Eltern tun: Wenn die Situation zu Hause sich auf die Leistung Ihres Kindes auswirkt, fassen Sie Mut und vertrauen sich dem Lehrer Ihres Kindes an. Viel öfter als Sie vielleicht denken, treffen Sie hier auf Verständnis.

Außerdem ist es wichtig für Ihr Kind, wenn Sie trotz der Schwierigkeiten weiterhin konstante Abläufe zu Hause schaffen – und sich z. B. nach dem Essen oder in der Zeit vor dem zu Bett gehen noch einmal mit Ihrem Kind hinsetzen, die Hausaufgaben kontrollieren und die Schultasche für den nächsten Tag gemeinsam packen.

Sprechen Sie auch vor Ihrem Kind die Probleme offen aus, und machen Sie klar, dass es selbst absolut keine Schuld daran trägt. Geben Sie Ihrem Kind einfach ein gutes Gefühl. Denn ein schlechtes Zeugnis ist noch lange kein Weltuntergang.

Hinweis:
Nicht nur Trennungen beeinträchtigen schulische Leistungen. Auch Arbeitslosigkeit oder ernsthafte Erkrankungen der Eltern setzen Kinder so unter Druck, dass an Konzentration in der Schule nicht mehr zu denken ist.

Grund 5: Psychische Probleme

Gerade familiäre Probleme können ernsthafte psychische Erkrankungen. Aber auch ohne für Sie gleich erkennbaren Auslöser treten Depressionen bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger auf. Durch diese Erkrankung ist es Schülern nicht mehr möglich, sich zu 100 Prozent auf den Unterricht einzulassen – häufig sind das Resultat schlechte Noten.

Aus einer Depression kann sich mitunter sogar eine regelrechte Schulangst entwickeln. Betroffene Kinder und Jugendliche geraten hierbei in Panik, sobald Sie den Klassenraum bzw. das Schulgebäude oder -gelände betreten. Mit rasendem Puls und schwitzenden Händen lässt das Kind den Unterricht über sich ergehen und sehnt sich jede Sekunde nach dem erlösenden Schulgong.

Das können Sie als Eltern tun: Psychische Probleme zu erkennen ist oft schwer, da sich viele Kinder Ihren Eltern gegenüber verschließen. Wenn Ihr Kind also immer recht offen im Umgang mit Ihnen war und sich nun mehr und mehr zurückzieht, vielleicht sogar soziale Kontakte zu Gleichaltrigen versucht zu meiden, sollten Sie hellhörig werden und dringend ein offenes Gespräch suchen.
Sollte sich Ihr Verdacht erhärten, benötigt Ihr Kind professionelle Unterstützung, etwa durch einen Therapeuten. Informieren Sie darüber außerdem auch die Lehrer Ihres Kindes, damit sie um die spezielle Situation wissen und entsprechend reagieren können.

Grund 6: Mobbing in der Schule

Mobbing in der Schule kann viele Gesichter haben und führt nicht selten zu schlechten Schulnoten, denn die betroffenen Kinder gehen mit einem ständigen Unwohlsein oder sogar richtiger Angst zur Schule.

Junge mobbt MitschülerNeben körperlichen Angriffen durch Mitschüler ist das Kind beim Mobbing auch oft psychischen Attacken ausgesetzt. Beispiele hierfür sind etwa Gerüchte, die heutzutage gerne in Sozialen Medien verbreitet werden, oder eine Ausgrenzung aus der Klassengemeinschaft.
Gründe, warum ausgerechnet Ihr Kind zum Mobbing-Opfer wird, können wir leider nicht klar benennen. Manchmal ist es tatsächlich einfach nur der Neid eines stärkeren Mitschülers auf etwa Markenkleidung oder die Beliebtheit Ihres Kindes in der Klasse. Oft werden neue Schüler in der auch nicht richtig aufgenommen.

Wichtig ist, dass Sie als Eltern Anzeichen erkennen. Lehrer ist dies nicht immer möglich, da Mobbing oft sehr subtil vonstatten geht. Wenn Ihr Kind also immer wieder betont, dass es nicht zur Schule oder nur noch zur Schule gefahren werden will, da es auf dem Schulweg schon erste Angriffe fürchtet, kann das natürlich auch an einer akuten Unlust liegen. Jedoch können Sie nur in einem Gespräch herausfinden, was mit Ihrem Kind los ist.

Weitere Signale sind außerdem Schlafstörungen, ein rasanter Abfall der Schulleistungen oder extremer Rückzug – insbesondere dann, wenn Ihnen Ihr Kind keine schlüssige Erklärung für all das geben kann.

Das können Sie als Eltern tun: Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Kind gemobbt wird, zögern Sie nicht und beziehen Sie auch die Lehrer oder gar die Eltern der Täter mit ein, um eine Lösung zu finden. Bei besonders schweren Fällen verspricht nur ein Klassen- oder gar Schulwechsel Besserung.

Vorsicht:
Unterschätzen Sie Mobbing keinesfalls. Das Selbstbewusstsein von Kindern wird bei andauernder Diffamierung mehr und mehr zerstört – mit weitreichenden Folgen bis hin zum Suizidversuch.

Grund 7: Prüfungsangst

Ihr Kind ist für jede Klassenarbeit oder Klausur gut vorbereitet, Sie selbst haben die Lerninhalte vorher noch einmal abfragen und Ihr Kind bringt trotz Lernen schlechte Noten nach Hause? Dann kann es sein, dass es unter Prüfungsangst leidet. Der Blutdruck steigt, die Hände schwitzen, das Herz rast – die Furcht hat viele Symptome.

Wenn Ihr Kind vor jeder Prüfung derart unter Stress steht, ist es schlichtweg nicht möglich, sich auf die Aufgaben zu konzentrieren und das vorhandene Wissen abzurufen. Wie frustrierend muss es sein, die Antworten im Normalzustand zu wissen, aber jedes Mal eine schlechte Note zu bekommen, weil die Prüfung selbst in den Sand gesetzt wird?

Das können Sie als Eltern tun: Gehen Sie sensibel mit diesem Thema um, und suchen Sie zu allererst das Gespräch mit dem Lehrer. In der Regel werden Lehrer nämlich während Ihrer Ausbildung genau auf solche Fälle vorbereitet und wissen Ihrem Kind zu helfen.

Wenn das nicht ausreichen sollte, können Sie in Absprache mit dem Lehrer auch weitere professionelle Hilfe, z. B. die eines Psychologen, zu Rate ziehen.

Nachhilfe von JOBRUF hilft bei schlechten Noten

Sollten der Lehrer oder auch Sie als Eltern eine bestimmtes Problem bei Ihrem Kind erkennen, denken Sie darüber nach, begleitend und erklärend zum Schulunterricht eine qualifizierte Nachhilfe für ein- bis mehrmalige Besuche in der Woche für zu Hause zu suchen. Denn nur so können sich langfristig die Noten Ihres Kindes langfristig verbessern.

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Die wichtigsten Infos in der Zusammenfassung:

  • Nur 5 (mangelhaft) und 6 (ungenügend) sind wirklich schlechte Noten
  • Bei konstant guter Leistung einmaligen Ausrutscher nicht überbewerten
  • Durch Gespräch mit Lehrern und Kind Über- oder Unterforderung auf den Grund gehen
  • Symptome einer Lernschwäche erkennen
  • In der Pubertät Grenzen setzen, aber auch Verständnis zeigen
  • Gemeinsame Rituale und offene Gespräche helfen bei familiären Problemen
  • Bei psychischen Problemen des Kindes professionelle Hilfe suchen (z. B. durch einen Therapeuten)
  • Mobbing nicht unterschätzen; Schulwechsel in Erwägung ziehen
  • Durch Nachhilfe von Studenten für langfristige Verbesserung sorgen

Bildquellen (v.o.n.u.):

© "English Class" by Villanova Prep is licensed under CC BY 2.0
© "Zeugnis / Schulzeugnis" by Dirk Vorderstraße is licenced under CC BY 2.0
© "Bored" by Travis Isaacs is licensed under CC BY 2.0
© "Next time choose a hat to look cool [EXPLORED]" by Meral Crifasi is licensed under CC BY 2.0
© "i'm thinking of better things to do with my time" by David K is licensed under CC BY-SA 2.0 (size changed)
© "Bully" by Thomas Ricker is licensed under CC BY 2.0

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