Ei­senhow­er-Prin­zip

Eisenhower-PrinzipDas Dwight D. Ei­senhow­er-Prin­zip ist ei­ne Tech­nik für das Zeit­ma­nage­ment, bei der du un­mit­tel­bar an­ste­hen­de Auf­ga­ben sys­te­ma­tisch nach Prio­ri­tä­ten ord­nest. Sie ist nach ih­rem de­si­gnier­ten Er­fin­der, dem ehe­ma­li­gen ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten und Ge­ne­ral Dwight D. Ei­senhow­er, be­nannt – ihm wird ei­ne häu­fi­ge An­wen­dung nach­ge­sagt (für Her­kunft bzw. Ur­sprung gibt es al­ler­dings kei­ne ein­deu­ti­gen Be­wei­se).

Mit Hil­fe der Me­tho­de wer­den an­ste­hen­de Auf­ga­ben hin­sicht­lich ih­rer Dring­lich­keit in Ka­te­go­ri­en auf­ge­teilt. Je­der Ka­te­go­rie wird ei­ne be­stimm­te Art der Be­ar­bei­tung zu­ge­ord­net. Wich­ti­ge Vor­aus­set­zung für den Er­folg ist die Fä­hig­keit, We­sent­li­ches von Un­we­sent­li­chem tren­nen zu kön­nen.

Wir er­klä­ren dir im Fol­gen­den in drei ein­fa­chen Schrit­ten die ef­fek­ti­ve Ei­senhow­er-Me­tho­de, ver­deut­li­chen das Gan­ze an ei­nem Pra­xis­bei­spiel, und zei­gen schließ­lich, wie du das Zeit­ma­nage­ment an der Uni an­wen­den kannst.

Schnell­na­vi­ga­ti­on

Ei­senhow­er-Ma­trix er­stel­len (1)

Ar­bei­ten ein­tei­len (2)

Sys­te­ma­tisch ab­ar­bei­ten und de­le­gie­ren (3)

Bei­spiel

Ei­senhow­er-Prin­zip im Stu­di­um

Stu­den­ten­jobs bei JOB­RUF

Zu­sam­men­fas­sung

Schritt 1: Ei­senhow­er-Ma­trix mit Qua­dran­ten er­stel­len

Er­stel­le dir zu Be­ginn auf ei­nem Blatt Pa­pier dei­ne Ei­senhow­er-Ma­trix. Zeich­ne da­zu ei­ne Ta­bel­le mit zwei Zei­len und zwei Spal­ten. Die bei­den Spal­ten ge­ben die Dring­lich­keit der Auf­ga­be an, wo­bei die lin­ke Spal­te (+) sehr drin­gen­de und die rech­te Spal­te (-) we­ni­ger drin­gen­de Auf­ga­ben kenn­zeich­net. Die Wich­tig­keit wird da­ge­gen mit­hil­fe der Zei­len be­stimmt, die obe­re Zei­le (+) gibt Auf­schluss über äu­ßerst wich­ti­ge, die un­te­re (-) über nicht so wich­ti­ge Er­le­di­gun­gen.

Die fer­ti­ge Ma­trix sieht z. B. so aus:

Eisenhower-Matrix

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Schritt 2: Ar­bei­ten ein­tei­len

Nun teilst du die an­ste­hen­den Auf­ga­ben in ei­ner Art To-Do-Lis­te nach dem Ei­senhow­er-Prin­zip den vier Qua­dran­ten zu. Wich­ti­ge Din­ge, die so­fort er­le­digt wer­den müs­sen, kom­men ins obe­rer lin­ke Fach. Wich­ti­ge Auf­ga­ben, die du nicht um­ge­hend er­le­di­gen musst, legst du in das obe­re Fach rechts da­ne­ben ab.

Un­wich­ti­ges, was den­noch drin­gend ab­zu­ar­bei­ten ist, teilst du im lin­ken un­te­ren Fach ein. Auf­ga­ben, die we­der wich­tig noch drin­gend sind, fin­den Platz im „Pa­pier­korb­feld“ rechts un­ten.

Hin­weis:
Ent­schei­de dich an die­ser Stel­le un­be­dingt, wie wich­tig und drin­gend die ein­zel­nen Auf­ga­ben sind. Ei­ne Än­de­rung zu spä­te­rem Zeit­punkt ist kon­tra­pro­duk­tiv – und führt eher zu Ver­wir­rung als zu Klar­heit.

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Schritt 3: Sys­te­ma­tisch ab­ar­bei­ten und de­le­gie­ren

Hast du die ein­zel­nen Auf­ga­ben auf die vier Qua­dran­ten der Ge­ne­ral-Ei­senhow­er-Ma­trix ver­teilt, fängst du nun an, die­se ab­zu­ar­bei­ten. Ab­so­lu­te Prio­ri­tät ha­ben Auf­ga­ben im Fach oben links ¬– die­se er­le­digst du so­fort oh­ne Auf­schub.

Auf­ga­ben aus dem Fach oben rechts gehst du erst an, nach­dem du al­le Auf­ga­ben im Feld oben links ab­ge­schlos­sen hast. Oft­mals ge­nügt es, wenn du zu­nächst ei­nen Zeit­punkt in nä­he­rer Zu­kunft fest­legst, bis zu wel­chem die Auf­ga­ben oben rechts be­en­det sein soll­ten.

Er­le­di­gun­gen aus dem Qua­drant un­ten links sind zwar dring­lich, aber nicht un­be­dingt wich­tig. Hier kannst du – so­fern du dich z. B. in ei­ner Lern­grup­pe or­ga­ni­sierst – Auf­ga­ben an an­de­re Mit­glie­der de­le­gie­ren. Ist die De­le­ga­ti­on nicht mög­lich, soll­test du die­sen Qua­dran­ten di­rekt nach dem Fach oben links ab­ar­bei­ten.

Auf­ga­ben, die dich dei­nen Zie­len nicht nä­her brin­gen und bei de­nen es oben­drein egal ist, wann sie er­le­digt wer­den, ha­ben den ge­rings­ten Wert und wan­dern in den Be­reich un­ten rechts. Die­se Auf­ga­ben musst du im Zwei­fel nicht er­le­di­gen. Hier lässt sich al­so am meis­ten Zeit ein­spa­ren.

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Bei­spiel für die Ei­senhow­er-Me­tho­de

Um das Gan­ze et­was zu ver­deut­li­chen, wird hier das Ei­senhow­er-Prin­zip in ei­nem Bei­spiel ein­fach und kurz er­klärt! Wir ge­hen in un­se­rer Übung da­von aus, dass du in nächs­ter Zeit fol­gen­de Auf­ga­ben zu er­le­di­gen hast:

  • Kor­rek­tur­le­sen der Haus­ar­beit bis über­mor­gen
  • Vor­be­rei­tung auf die BWL-Klau­sur in zwei Wo­chen
  • Neu­en Schreib­block kau­fen für das nächs­te Se­mes­ter
  • Drin­gend Kün­di­gungs­brief für die Woh­nung we­gen Um­zug in drei Mo­na­ten weg­brin­gen

In ei­nem ers­ten Schritt zeich­nest du dei­ne Dwight-Ei­senhow­er-Ma­trix für die­ses Bei­spiel. Da­nach planst du dei­ne Auf­ga­ben ein zur Ver­bes­se­rung dei­nes Zeit­ma­nage­ments: Das Kor­rek­tur­le­sen ist wich­tig und auch sehr drin­gend, da die Haus­ar­beit bis über­mor­gen ab­ge­ge­ben wer­den muss (Fach oben links). Die Klau­sur­vor­be­rei­tung ist wich­tig, aber noch nicht sehr drin­gend (Qua­drant oben rechts) – und kann je nach Lern­in­halt auch durch An­wen­dung der Lo­ci-Me­tho­de be­schleu­nigt wer­den. Den neu­en Schreib­block kannst du ge­trost in den Se­mes­ter­fe­ri­en be­sor­gen – die­se Auf­ga­be ist we­der wich­tig noch drin­gend (Fach un­ten links). Der Kün­di­gungs­brief ist zwar nicht wich­tig für dein Stu­di­um, soll­te aber den­noch drin­gend ab­ge­ge­ben wer­den, um die Kün­di­gungs­frist ein­zu­hal­ten (Fach un­ten rechts).Studenten unterhalten sich

Nun ar­bei­test du die Ma­trix sys­te­ma­tisch ab: Das Kor­rek­tur­le­sen nimmst du so­fort in An­griff. Für die Vor­be­rei­tung der BWL-Klau­sur planst du ab über­mor­gen je­den Tag ei­ni­ge Stun­den ein. Den neu­en Schreib­block ver­ges­sen wir erst ein­mal. Und für das Ein­wer­fen des Kün­di­gungs­brie­fes lässt sich be­stimmt ein gu­ter Freund oder der Mit­be­woh­ner ein­span­nen.

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Das Ei­senhow­er-Prin­zip im Stu­di­um

Das Prin­zip eig­net sich auf­grund sei­ner ein­fa­chen Struk­tur be­son­ders in Si­tua­tio­nen, in de­nen du vor lau­ter an­ste­hen­der Ar­beit leicht den Über­blick über das We­sent­li­che ver­lierst – auch in Kom­bi­na­ti­on mit an­de­ren Stra­te­gi­en wie z. B. der AL­PEN-Me­tho­de. Du schreibst in zwei Wo­chen drei wich­ti­ge Klau­su­ren und musst oben­drein in ei­nem Mo­nat meh­re­re Haus­ar­bei­ten ab­ge­ben? Mit der Ei­senhow­er-Me­tho­de kannst du dir so­fort ein Zeit­ma­nage­ment-Sys­tem an­eig­nen, das dei­nen Ta­ges­stress ef­fek­tiv re­du­ziert.

Auch wenn du dich in ei­ner Lern­grup­pe mit meh­re­ren Kom­mi­li­to­nen zu­sam­men auf ei­ne gro­ße Prü­fung vor­be­rei­test, kann die Me­tho­de ef­fek­ti­ves Ar­bei­ten för­dern. Der Vor­teil: Ihr könnt die Qua­dran­ten ein­fach un­ter den Mit­glie­dern der Lern­grup­pe auf­tei­len. So re­du­ziert sich der Prü­fungs­stress für das ein­zel­ne Mit­glied der Lern­grup­pe deut­lich.

Kri­ti­ker füh­ren oft als Nach­teil an, dass die Me­tho­de ei­gent­lich über­flüs­sig wä­re, wenn man vor­ab be­reits ein gu­tes Zeit­ma­nage­ment ge­habt hät­te. Na­tür­lich spricht nichts da­ge­gen, die Ma­trix auch wäh­rend des Se­mes­ters schon für die Pla­nung dei­ner Lern­zeit zu Ra­te zu zie­hen.

Aber ge­ra­de dann, wenn das Selbst­ma­nage­ment in der Vor­le­sungs­zeit nicht ge­ra­de vor­bild­lich war, ent­fal­tet das Ei­senhow­er-Prin­zip bei der An­wen­dung im Stu­di­um un­se­rer Mei­nung nach sein wah­res Po­ten­zi­al: ei­nen schnel­len Über­blick so­wie die be­ru­hi­gen­de Er­kennt­nis, dass wich­ti­ge Auf­ga­ben sel­ten drin­gend und drin­gen­de Auf­ga­ben sel­ten wich­tig sind.

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Selbst der größ­te Prü­fungs­stress geht ir­gend­wann vor­bei! Wenn du Lust hast, ne­ben dei­nem Stu­di­um ein paar Eu­ro da­zu zu ver­die­nen, fin­dest du bei JOB­RUF at­trak­ti­ve Job­an­ge­bo­te in den un­ter­schied­lichs­ten Be­rei­chen. Mel­de dich jetzt kos­ten­los bei uns an und er­hal­te Job­vor­schlä­ge in dei­ner Stadt.
 

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Das Ei­senhow­er-Prin­zip in der Zu­sam­men­fas­sung:

  • Ent­wick­lung der Me­tho­de wird Prä­si­dent und Ge­ne­ral Dwight D. Ei­senhow­er nach­ge­sagt
  • Auf­ga­ben las­sen sich in ei­ner Ma­trix nach ih­rer Wich­tig­keit und Dring­lich­keit in 4 Qua­dran­ten ein­ord­nen
  • Sehr wich­ti­ge, sehr dring­li­che Auf­ga­ben so­fort er­le­di­gen; Sehr wich­ti­ge, we­nig dring­li­che Auf­ga­ben da­nach be­ar­bei­ten; Sehr dring­li­che, we­nig wich­ti­ge Auf­ga­ben ggf. de­le­gie­ren; We­nig dring­li­che, we­nig wich­ti­ge Auf­ga­ben auf­schie­ben
  • Gut bei ho­hem Ar­beits­druck und Grup­pen­pro­jek­ten ein­setz­bar

 

Bild­quel­len (v.o.n.u.):
© "Bag­ga­ge with prio­ri­ty tag" by Karl Ba­ron is li­cen­s­ed un­der CC BY 2.0
© "Ei­senhow­er-Ma­trix" by Oli­ver Ta­cke is li­cen­s­ed un­der CC BY 2.0 (si­ze chan­ged)
©  Alexis Brown / uns­plash.com