AL­PEN-Me­tho­de

Die AL­PEN-Me­tho­de hilft dir da­bei, durch gu­tes Zeit­ma­nage­ment schnell und ef­fek­tiv dei­nen Ta­ges­ab­lauf zu pla­nen. Laut ih­rem Er­fin­der, dem deut­schen Öko­no­men Lo­thar Sei­wert, be­nö­tigst du nur we­ni­ge Mi­nu­ten täg­lich, um ei­nen kur­zen schrift­li­chen Ta­ges­plan zu er­stel­len und dei­ne Ar­beits­leis­tung so mit ein­fa­chen Mit­teln zu stei­gern.

Die Me­tho­de ist nach den An­fangs­buch­sta­ben der fünf durch­zu­füh­ren­den Schrit­te be­nannt: Auf­ga­ben no­tie­ren, Län­ge schät­zen, Puf­fer­zei­ten ein­pla­nen, Ent­schei­dun­gen tref­fen und Nach­kon­trol­le. Wir er­klä­ren de­tail­liert den Ab­lauf, ver­deut­li­chen das AL­PEN-Prin­zip an ei­nem An­wen­dungs­bei­spiel und zei­gen dir, wie du das Selbst­ma­nage­ment ef­fek­tiv im Stu­di­um ein­setzt.

Schnell­na­vi­ga­ti­on

Auf­ga­ben no­tie­ren (1)

Län­ge schät­zen (2)

Puf­fer­zei­ten ein­pla­nen (3)

Ent­schei­dun­gen tref­fen (4)

Nach­kon­trol­le (5)

Bei­spiel

Vor- und Nach­tei­le

Stu­den­ten­jobs bei JOB­RUF

Zu­sam­men­fas­sung

Schritt 1: Auf­ga­ben no­tie­ren

Zu Be­ginn dei­ner Pla­nung machst du dir ei­ne ein­fa­che To-do-Lis­te. Du musst da­bei nicht auf ei­ne be­stimm­te Rei­hen­fol­ge ach­ten. Schrei­be ein­fach auf, wel­che Auf­ga­ben für den Tag noch an­ste­hen. Um dir un­nö­ti­gen Stress zu er­spa­ren, soll­test du mit der AL­PEN-Me­tho­de be­reits am Vor­abend dei­nen nächs­ten Tag pla­nen.

Schrei­be auch Din­ge auf dei­ne To-do-Lis­te, die du am heu­ti­gen Tag nicht ge­schafft hast. So kannst du die­se für mor­gen als wich­ti­ge Auf­ga­ben vor­mer­ken. Wich­tig ist, dass du wirk­lich al­le an­fal­len­den Ar­bei­ten und Auf­ga­ben auf­lis­test, mö­gen sie dir auch noch so ba­nal er­schei­nen. Da­durch ver­mei­dest du, dass du Auf­ga­ben „mal eben“ in dei­nen Zeit­plan ein­schiebst, was wie­der­um Stress er­zeugt.

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Schritt 2: Län­ge schät­zen

In ei­nem zwei­ten Ar­beits­schritt schätzt du nun die vor­aus­sicht­li­chen Zeit­span­nen ein, die du für die je­wei­li­gen Auf­ga­ben be­nö­tigst. Da­bei ist wich­tig, dass du den Zeit­auf­wand so rea­lis­tisch wie mög­lich be­ur­teilst. Den­ke ein­fach kurz dar­über nach: Wie viel Zeit hat mich die­se Auf­ga­be beim letz­ten Mal ge­kos­tet? War die Zeit zu kurz be­mes­sen? Im Zwei­fel soll­test du bes­ser ein we­nig mehr Zeit ein­pla­nen als zu we­nig.

Set­ze dir für je­de Auf­ga­be auch ein Zeit­li­mit, nach­dem du – so­fern du die Ar­bei­ten nicht fer­tig ge­stellt be­kommst – die Auf­ga­be ab­brichst. Mit ei­ner rea­lis­ti­schen Zeit­pla­nung kannst du die­sen „An­fän­ger­feh­ler“ al­ler­dings na­he­zu aus­schlie­ßen.

Un­ser Tipp:
No­tie­re dir au­ßer­dem nicht nur die be­nö­tig­te Zeit, son­dern hal­te sie an­hand ge­nau­er Uhr­zei­ten fest: von 9 bis 12 Uhr Vor­le­sung A ler­nen, 13 bis 14 Uhr Se­mi­nar B nach­be­rei­ten etc. So setzt du dei­ne Zeit ef­fi­zi­en­ter ein und kannst dei­ne Pro­duk­ti­vi­tät enorm stei­gern.

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Schritt 3: Puf­fer­zei­ten ein­pla­nen

Kein Ar­beits­platz ist völ­lig frei von Stö­run­gen, kein Ge­hirn der Welt lässt sich nie­mals ab­len­ken. Ge­he des­we­gen nicht da­von aus, dass die für ei­ne Auf­ga­be ver­an­schlag­te Zeit im­mer rei­chen wird. Pla­ne des­halb auch Puf­fer­zei­ten ein, in de­nen du nichts machst – dein Ge­hirn kann sich dann er­ho­len und nach der Pau­se um­so ef­fek­ti­ver wei­ter­ar­bei­ten.

Ei­ne rea­lis­ti­sche Ta­ges­pla­nung nach der AL­PEN-Me­tho­de sieht in et­wa wie folgt aus: 60 Pro­zent der Zeit kannst du kon­kret zum Ler­nen ver­pla­nen, die an­de­ren 40 Pro­zent die­nen als Zeit­puf­fer. Von die­ser Zeit planst du wie­der­um die Hälf­te für un­er­war­tet an­fal­len­de Ar­bei­ten ein, die am Tag selbst er­le­digt wer­den müs­sen.

Kal­ku­lie­re ent­spre­chend dei­ner Lern­kur­ven, um die Ge­fahr von Über­ar­bei­tung zu ver­mei­den: An­spruchs­vol­le Ar­bei­ten, die viel Kon­zen­tra­ti­on kos­ten, planst du für die Zeit des Ta­ges ein, in der du am bes­ten ler­nen kannst. Auf­ga­ben, die viel Kopf­ar­beit ver­lan­gen, sind am bes­ten zwi­schen 8.30 Uhr bis 11.00 Uhr und 18.30 bis 21.00 Uhr zu be­wäl­ti­gen.

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Schritt 4: Ent­schei­dun­gen tref­fen

Nie­mand kann oh­ne Weg­las­sen, Kür­zen und Schwer­punkt­set­zung im­mer al­le Auf­ga­ben er­folg­reich be­wäl­ti­gen. Des­we­gen ist es wich­tig, dass du in die­sem Ar­beits­schritt Prio­ri­tä­ten setzt. So kannst du et­wa mit Hil­fe an­de­rer Zeit­ma­nage­ment-Tech­ni­ken – wir emp­feh­len das Ei­senhow­er-Prin­zip – her­aus­fin­den, wel­che Auf­ga­ben du un­be­dingt er­le­di­gen soll­test und wel­che even­tu­ell auch ver­scho­ben wer­den kön­nen. Un­wich­ti­ge Din­ge soll­test du – wenn über­haupt – erst am En­de des Ta­ges er­le­di­gen oder sie noch bes­ser in die Pla­nung vor den über­nächs­ten Tag auf­neh­men.

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Schritt 5: Nach­kon­trol­le

Am En­de des Ta­ges emp­fiehlt sich noch ein­mal ei­ne Nach­kon­trol­le. Lass noch ein­mal die Pla­nung des heu­ti­gen Ta­ges Re­vue pas­sie­ren: War sie sinn­voll? Wel­che Er­kennt­nis­se las­sen sich aus den Feh­lern von heu­te ge­win­nen? Wie kann ich auf Grund­la­ge die­ser Er­kennt­nis­se die Zie­le für den nächs­ten Tag an­pas­sen?

Je prä­zi­ser du planst, des­to we­ni­ger be­las­tend ist der Ta­ges­ab­lauf für dich selbst. Du wirst sehr schnell mer­ken, dass du nach ei­ni­gen Ta­gen Er­fah­rung mit dem AL­PEN-Prin­zip nicht nur dei­ne Ta­ges­pla­nung, son­dern auch dein Ler­nen ef­fek­ti­ver ge­stal­ten kannst. Durch ei­ne struk­tu­rier­te Or­ga­ni­sa­ti­on mit aus­rei­chend Pau­sen (!) wird Stress ab­ge­baut.
Grafik zum ALPEN-Prinzip

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Bei­spiel für die AL­PEN-Me­tho­de aus dem Stu­di­en­all­tag

Als Bei­spiel aus der Pra­xis für die An­wen­dung der AL­PEN-Me­tho­de zum Zeit­ma­nage­ment wäh­len wir ei­nen Tag, an dem du dich auf ei­ne Zwi­schen­klau­sur vor­be­rei­ten musst. No­tie­re zu­nächst die an­fal­len­den Auf­ga­ben stich­punkt­ar­tig:

  • Er­neu­te Durch­ar­bei­tung des Vor­le­sungs-Skrip­tes
  • Wich­ti­ge Punk­te noch ein­mal her­aus­schrei­ben
  • Stich­wor­te aus­wen­dig ler­nen
  • Teil­nah­me an der Grup­pen­ar­beit für ei­ne an­de­re Vor­le­sung

Nun wird die Dau­er der Auf­ga­ben ein­ge­schätzt: Zum Durch­ar­bei­ten des Skrip­tes, z. B. mit­hil­fe der SQ3R-Me­tho­de oder – wenn es schnell ge­hen muss – durch Speed-Rea­ding, ver­an­schlagst du 2 Stun­den. Du wählst den Zeit­raum 8:30 bis 10:30, da du dich hier am bes­ten kon­zen­trie­ren kannst. Kurz vor der Mit­tags­pau­se (11:30 Uhr) schreibst du die re­le­van­ten In­for­ma­tio­nen noch ein­mal her­aus – ver­an­schla­ge da­für ei­ne hal­be Stun­de. Nach­mit­tags um 14:00 Uhr nimmst du dir ei­ne Stun­de, um die wich­tigs­ten Stich­wor­te aus­wen­dig zu ler­nen.

Methode zum ZeitmanagementJetzt soll­test du dich ent­schei­den, wel­che Auf­ga­ben Prio­ri­tät ha­ben. Die Grup­pen­ar­beit – die un­wich­tigs­te Ver­pflich­tung an die­sem Tag – schiebst du auf 17:00 Uhr. Am En­de des Lern­ta­ges wirst du fest­stel­len, dass dei­ne Pla­nung gut funk­tio­niert hat – nicht zu­letzt auf­grund der groß­zü­gi­gen Puf­fer­zei­ten.

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Vor- und Nach­tei­le der AL­PEN-Me­tho­de im Über­blick

Ge­ra­de im Stu­di­um eig­net sich die Me­tho­de, um den Ta­ges­ab­lauf zu or­ga­ni­sie­ren. Denn wer sei­ne an­fal­len­den Auf­ga­ben di­rekt plant und ab­ar­bei­tet, er­spart sich un­nö­ti­gen Stress zum En­de des Se­mes­ters. Al­lein die Tat­sa­che, dass du dir ei­nen kon­kre­ten Ta­ges­plan auf­stellst, trägt da­zu bei, dass du dei­ne Zie­le tat­säch­lich er­reichst. Es kommt nicht so sehr dar­auf an, je­den Tag al­le Auf­ga­ben zu schaf­fen, als viel­mehr dar­auf, den Ge­samt­über­blick nicht zu ver­lie­ren.

Das AL­PEN-Prin­zip eig­net sich zum Selbst­ma­nage­ment vor al­lem für Men­schen, die sich von Haus aus gut or­ga­ni­sie­ren kön­nen. Wenn dir die nö­ti­ge Dis­zi­plin fehlt oder du leicht ab­lenk­bar bist, wird sie durch die feh­len­de Fremd­kon­trol­le al­ler­dings schnell an ih­re Gren­zen sto­ßen.

Als Stu­dent kannst du zwar ei­nen Groß­teil dei­ner Zeit selbst pla­nen, al­ler­dings gibt es auch Si­tua­tio­nen, in de­nen du von an­de­ren ab­hän­gig bist. Bei der Rea­li­sie­rung von Grup­pen­ar­bei­ten zeigt sich ein Nach­teil der AL­PEN-Me­tho­de, da die Er­le­di­gung der Ta­ges­auf­ga­ben hier maß­geb­lich durch an­de­re mit be­ein­flusst wird und so­mit der Er­folg des Ta­ges­pla­nes von Drit­ten ab­hän­gig ist.

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Das AL­PEN-Prin­zip zu­sam­men­ge­fasst:

  • Struk­tu­rier­te Pla­nung des Ta­ges­ab­laufs mög­lich
  • Fünf Schrit­te: Auf­ga­ben no­tie­ren, Län­ge schät­zen, Puf­fer­zei­ten ein­pla­nen, Ent­schei­dun­gen tref­fen und Nach­kon­trol­le
  • Für Stu­den­ten mit aus­rei­chend ho­her Selbst­dis­zi­plin
  • Er­le­di­gung der Auf­ga­ben soll­te nicht von an­de­ren Per­so­nen ab­hän­gig sein

 

Bild­quel­len (v.o.n.u.):
© "Day [009] Sche­du­le." by Sa­die Her­nan­dez is li­cen­s­ed un­der CC BY 2.0 (si­ze chan­ged)
© "AL­PEN-Me­tho­de" by Oli­ver Ta­cke is li­cen­s­ed un­der CC BY 2.0 (si­ze chan­ged)
© Uns­plash / pixabay.com