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Aktualisiert: 25.03.2026

Fernsehen wirkt von außen oft glamourös. In der Praxis besteht ein Drehtag aber aus viel Organisation, klaren Abläufen und erstaunlich vielen Leuten, die einfach mit anpacken. Genau da steckt die Chance für Studentenjobs. Ob als Komparse, im Publikum oder als Produktionsassistenz: Produktionen brauchen kurzfristig verfügbare Menschen, die zuverlässig sind und auch dann entspannt bleiben, wenn der Plan sich fünfmal ändert.

Welche Nebenjobs es rund um TV-Produktionen gibt

Ein Filmteam arbeitet gemeinsam mit einer Kamera am SetAm einfachsten ist der Einstieg meist vor der Kamera. Es gibt aber auch Jobs, die näher an der Crew sind und langfristig mehr Türen öffnen können. Typische Nebenjobs sind:

  • Komparsen/Statisten: Du spielst im Hintergrund, füllst eine Szene (Café, Bahnhof, Straße) und sorgst dafür, dass sie „lebt“.
  • Kleindarsteller: Kleine, konkretere Aktionen, manchmal mit kurzer Interaktion. Das kann näher an der Handlung sein und somit auch einen passenden Einstieg für das spätere Schauspielgeschäft bieten.
  • Publikum in Studioshows: Bei Gameshows, Late-Night, Talk oder Reality-Formaten sitzt du im Studio und reagierst auf Moderation und Ablauf. In dieser Übersicht findest du erfolgreiche Spielshows mit großen Produktions-Teams.
  • Set-Runner / Produktionsassistenz (Set-PA): Botengänge, Orga, Material holen, Leute koordinieren, kleine Aufgaben lösen, bevor sie groß werden.
  • Event- und Promo-Jobs rund um Produktionen: Aktionen im Umfeld einer Sendung, z. B. Publikumsmobilisierung oder Promotion.

Je „crew-näher“ der Job ist, desto wichtiger sind Basics wie Pünktlichkeit, schnelle Kommunikation und ein gutes Gefühl für Prioritäten.

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So findest du echte Drehs: Kanäle, die sich in der Praxis bewähren

Viele kommen über Agenturen oder Plattformen an ihren ersten Set-Tag. Das ist keine Raketenwissenschaft, aber ein bisschen System bei der Suche spart viel Zeit.

  1. Komparsen- und Castingagenturen: Dieser Weg ist der Klassiker. Produktionen geben Gesuche raus, Agenturen schlagen passende Profile vor, du bekommst eine Anfrage mit Eckdaten (Datum, Ort, Rolle, Kleiderwünsche).
  2. Casting-Plattformen & Jobbörsen: Hier zählt ein sauberes Profil: aktuelle Fotos, Maße, Wohnort, Verfügbarkeit. Viele Anfragen laufen kurzfristig, deshalb kann ein schneller Rückkanal helfen.
  3. Regionale Filmnetzwerke / Film Commissions: Film Commissions wie die MOIN Filmförderung Hamburg und Schleswig-Holstein arbeiten oft mit Verzeichnissen von Drehorten und Filmprofis. Das ist nützlich, um herauszufinden, welche Firmen aktiv sind.
  4. Netzwerk vor Ort: Filmhochschulen und lokale Teams. Wer einmal zuverlässig war, wird künftig häufiger angefragt.

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Dein Profil entscheidet: Fotos, Daten, Verfügbarkeit

Bei Nebenjobs im TV ist die „Bewerbung“ häufig ein Profil, das schnell erfassbar ist. Du wirst nicht mit einem Aufsatz gebucht, sondern weil du passend bist und verlässlich wirkst. Es empfiehlt sich, diese Punkte sauber aufzusetzen:

  • Fotos: aktuell, neutral, ohne Filter. Ein klares Porträt und ein Ganzkörperfoto reichen oft.
  • Basisdaten: Größe, Konfektion, Schuhgröße, Haarfarbe/-länge, ggf. Besonderheiten (Tattoos, Brille).
  • Wohnort + Mobilität: Wie weit kommst du realistisch? Spontane Anreisen sind manchmal gefragt.
  • Verfügbarkeit: Drehs starten gern früh und dauern lang. Ein offener Kalender kann helfen.
  • Mini-Steckbrief: 3-5 Sätze reichen. Was ist dein „Typ“, welche Sprachen, welche Skills (z. B. Sportarten, Instrumente)?

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So läuft ein Drehtag wirklich ab (und warum Wartezeit normal ist)

Ein Set-Tag ist selten wie in den Making-of-Videos. Du bekommst normalerweise eine Calltime. Danach geht es Schritt für Schritt:

  • Check-in: Anwesenheit, manchmal Papierkram, Einweisung.
  • Kostüm/Maske: Outfit-Check, ggf. Umziehen, Make-up/Haar.
  • Blocking: Du erfährst, wo du stehst, wann du gehst, was du machst.
  • Warten: Szenen werden vorbereitet, Licht wird gebaut, Ton wird gecheckt.
  • Dreh: Mehrere Takes sind normal. Eine Szene wird oft überraschend oft wiederholt.
  • Wrap/Abmeldung: Rückgabe von Kostümteilen, kurze Rückmeldung, Ende.

Wichtig zu wissen: Warten gehört dazu. Es kann helfen, Essen und Trinken einzuplanen (wenn erlaubt) und ein Buch mitzunehmen. Beachte strikte Regeln zu Fotos und Social Media (Spoilergefahr)!

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Bezahlung & Beschäftigungsform: Das solltest du grob einordnen können

Personen arbeiten an einem Computer vor einem Greenscreen am FilmsetEin stabiler Anker ist der gesetzliche Mindestlohn. In Deutschland gilt seit 1. Januar 2026 ein Mindestlohn von 13,90 Euro brutto pro Stunde. In der Praxis arbeiten Produktionen häufig mit:

  • Stundenlohn oder Tagespauschale: Je nach Produktion und Abrechnungsmodell.
  • Kurzfristiger Beschäftigung: Diese darf im Kalenderjahr nicht mehr als 3 Monate oder 70 Arbeitstage dauern.

Es ist nützlich, die eigenen Arbeitszeiten mitzuschreiben, um die Abrechnung später ruhig prüfen zu können. Das BMAS weist auf Dokumentationspflichten in bestimmten Branchen hin.

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Seriös oder shady: Red Flags bei Casting-Angeboten

Die meisten Jobs sind seriös, trotzdem gibt es Warnsignale:

  • Vorkasse: Zahle niemals eine „Gebühr“ für die Aufnahme in eine Kartei oder teure Pflicht-Sedcards.
  • Unklare Produktion: Keine Firma, kein konkreter Ansprechpartner.
  • Druck: Wenn du zur sofortigen Zusage ohne Kontext gedrängt wirst.
  • Nebulöse Vergütung: Versprechen wie „nach Reichweite“ oder Pauschalen unter Mindestlohn.

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Wie aus einem Einsatz mehrere werden

In der TV-Welt ist Zuverlässigkeit eine Währung. Wer pünktlich ist und Anweisungen versteht, wird eher wieder angefragt. Wichtige Tipps:

  • Schnelle Rückmeldungen auf Anfragen (auch bei Absagen).
  • Profil aktuell halten (Fotos, Maße).
  • Set-Etikette: Nicht reinrufen, nicht im Bild stehen.
  • Realistische Zusagen mit Zeitpuffer.

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Antworten auf häufige Fragen zum Nebenjob TV

Wie hoch ist der Verdienst bei einem Nebenjob im Fernsehen?

Der gesetzliche Mindestlohn dient als Basis und liegt seit dem 01.01.2026 bei 13,90 Euro brutto pro Stunde. Viele Produktionen arbeiten mit Tagespauschalen, die sich an der voraussichtlichen Drehdauer orientieren.

Muss ich für Komparsen-Agenturen Geld bezahlen?

Nein, seriöse Agenturen verlangen keine Vorkasse oder Aufnahmegebühren. Sie finanzieren sich über Provisionen, die direkt mit der Produktion abgerechnet werden.

Was ist eine kurzfristige Beschäftigung am Set?

Dies ist eine häufige Anstellungsform bei Dreharbeiten. Sie ist auf maximal 70 Arbeitstage oder 3 Monate pro Kalenderjahr begrenzt und oft sozialversicherungsfrei, sofern sie nicht berufsmäßig ausgeübt wird.

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Zusammenfassung

  • Nebenjobs gibt es vor (Komparse) und hinter der Kamera (Runner).
  • Einstieg erfolgt meist über Agenturen oder regionale Film Commissions.
  • Ein sauberes Profil mit aktuellen Fotos ist die beste Bewerbung.
  • Wartezeiten am Set sind normal und sollten eingeplant werden.
  • Der Mindestlohn von 13,90 Euro (Stand 2026) muss eingehalten werden.
  • Vorsicht bei Vorkasse-Forderungen – seriöse Anbieter verlangen kein Geld vorab.

Bildquellen:
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