Kin­der­geld für Stu­den­ten

Kindergeld für StudentenKin­der­geld für Stu­den­ten ist ei­ne gu­te Mög­lich­keit, die oft­mals knap­pen Ein­künf­te auf­zu­sto­cken und – z. B. im Ver­gleich zur Un­ter­stüt­zung durch Wohn­geld im Stu­di­um – nur an ei­ni­ge we­ni­ge Auf­la­gen ge­bun­den. Wel­che das sind, wie hoch der mo­nat­li­che Satz ist und wann der An­spruch en­det, ha­ben wir zu­sam­men­ge­fasst. Dar­über hin­aus er­klä­ren wir, ob Kin­der­geld auch für ein dua­les Stu­di­um be­zo­gen wer­den kann und was bei ei­ner Un­ter­bre­chung des Stu­di­ums, im Aus­lands­se­mes­ter und bei der Pro­mo­ti­on zu be­ach­ten ist.

Schnell­na­vi­ga­ti­on

Wie viel Kin­der­geld?

Wie lan­ge Kin­der­geld?

Stu­di­um muss ernst­haft be­trie­ben wer­den

Job­ben max. 20 Std./Wo­che

Für dua­les Stu­di­um nur in en­ger Ver­bin­dung zwi­schen Theo­rie und Pra­xis

Un­ter­bre­chun­gen oh­ne Aus­wir­kun­gen

Dok­to­r­an­ten auch kin­der­geld­be­rech­tigt

Zu­sam­men­fas­sung

Wie viel Kin­der­geld gibt es im Stu­di­um?

Der der­zei­tig Aus­zah­lungs­satz liegt bei mo­nat­lich 194 € für das ers­te und zwei­te, 200 € für das drit­te und 225 € für je­des wei­te­re Kind (Stand 2018). Der Kin­der­geld­satz ist al­so im Ge­gen­satz zum Bafög für Stu­den­ten von der An­zahl der Ge­schwis­ter und der Ge­bur­ten­rei­hen­fol­ge ab­hän­gig.

In ers­ter Li­nie sind die El­tern be­zugs­be­rech­tigt – an sie wird das Kin­der­geld über­wie­sen. Al­ler­dings kann auch ei­ne Zah­lung di­rekt an das je­wei­li­ge Kind be­an­tragt wer­den. Ein­fa­cher und un­bü­ro­kra­ti­scher ist es al­ler­dings, wenn die El­tern das Kin­der­geld wäh­rend des Stu­di­ums ein­fach wei­ter­über­wei­sen.

Wie lan­ge gibt es Kin­der­geld für Stu­den­ten?

Kin­der­geld für Stu­den­ten kann man ma­xi­mal bis zur Voll­endung des 25. Le­bens­jah­res oder bis zum Ab­schluss ei­ner ers­ten be­rufs­be­fä­hi­gen­den Aus­bil­dung be­zie­hen (je nach­dem, wel­cher Fall als Ers­tes ein­tritt). Bei den meis­ten Stu­di­en­gän­gen be­fä­higt der Ba­che­lor bzw. das Di­plom zur Be­rufs­aus­übung, ge­nau­so üb­ri­gens wie der Ab­schluss ei­ner schu­li­schen oder be­trieb­li­chen Aus­bil­dung – die staat­li­che Un­ter­stüt­zung fällt im An­schluss weg.

Nahaufnahme einer SanduhrKin­der­geld im Stu­di­um nach der ers­ten Aus­bil­dung wird nur ge­zahlt, wenn erst der wei­ter­füh­ren­de Ab­schluss die Be­rufs­aus­übung er­mög­licht, z.B. ein Mas­ter­stu­di­um in ei­ner päd­ago­gi­schen Fach­rich­tung. Der Ba­che­l­or­ab­schluss al­lei­ne be­rech­tigt näm­lich noch nicht zur Auf­nah­me des Lehr­be­ru­fes. In die­sem Fal­le be­steht wei­ter­hin An­spruch auf Un­ter­stüt­zung, bis das 1. Staats­ex­amen ab­legt ist.

Aus­bil­dung ab­ge­schlos­sen oder nicht: Stu­den­ten über 25 er­hal­ten kein Kin­der­geld mehr. Die ein­zi­ge Aus­nah­me sind die­je­ni­gen, die noch den ge­setz­li­chen Wehr- oder Zi­vil­diens­tes ab­sol­viert ha­ben (bis 2012). In die­sem Fall ver­län­gert sich das Kin­der­geld auch über das 25. Le­bens­jahr hin­aus um den Zeit­raum des Diens­tes. Der mitt­ler­wei­le ein­ge­führ­te Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst (BFD) bzw. frei­wil­li­ge Wehr­dienst wird hin­ge­gen nicht an­er­kannt.

Stu­di­um muss ernst­haft be­trie­ben wer­den

Um Kin­der­geld als Stu­dent zu be­zie­hen, ist es nicht aus­rei­chend, le­dig­lich für ein Stu­di­um ein­ge­schrie­ben zu sein. Das Stu­di­um soll­te auch nach­weis­lich ernst­haft ver­folgt wer­den – be­deu­tet, dass ein we­sent­li­cher An­teil der wö­chent­li­chen Zeit und Ar­beits­kraft für das Stu­di­um in An­spruch ge­nom­men wer­den muss.

Bei ei­ner An­zahl von 10 Se­mes­ter­wo­chen­stun­den oder mehr geht das Amt von ei­ner ernst­haf­ten Stu­di­en­ab­sicht aus. Ins­be­son­de­re bei ei­ner star­ken Über­schrei­tung der Re­gel­stu­di­en­zeit lau­fen Stu­den­ten Ge­fahr, den An­spruch auf Kin­der­geld wäh­rend des Stu­di­ums ein­zu­bü­ßen.

Bei Stu­di­en­gän­gen, die kei­ne re­gel­mä­ßi­ge An­we­sen­heits­pflicht er­for­dern (Hoch­schul- oder Fern­stu­di­en­gän­ge), müs­sen dar­über hin­aus in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den Leis­tungs­nach­wei­se er­bracht wer­den. Die „Schei­ne“ soll­ten dem Amt vor­ge­legt wer­den. In be­son­de­ren Fäl­len wird so­gar die Vor­la­ge von Haus­ar­bei­ten oder Ein­sen­de­auf­ga­ben (bei ei­nem Fern­stu­di­um) ein­ge­for­dert, wenn Zwei­fel an der Aus­sa­ge­kraft der Leis­tungs­nach­wei­se be­ste­hen.Das Studium muss ernsthaft betrieben werden

Job­ben max. 20 Std./Wo­che im Durch­schnitt

Wer ei­nen Stu­den­ten­job hat und Kin­der­geld be­zieht, soll­te wis­sen: Al­le Ne­ben­tä­tig­kei­ten – egal, ob an­ge­stellt oder selbst­stän­dig – dür­fen nur ma­xi­mal 20 Stun­den pro Wo­che aus­ge­übt wer­den. Ei­ne Über­schrei­tung der 20-Stun­den-Gren­ze ist nur für ei­ne be­stimm­te Zeit mög­lich (wei­ter­ge­hen­de In­for­ma­tio­nen ins un­se­rem Ar­ti­kel zum Werk­stu­den­ten­pri­vi­leg), z. B. wenn ein kurz­fris­ti­ger Mi­ni­job aus­ge­übt wird.

Wich­tig ist hier­bei al­ler­dings, dass im Durch­schnitt des ge­sam­ten Be­wil­li­gungs­zeit­rau­mes (Kin­der­geld wird in der Re­gel im­mer jah­res­wei­se ge­währt) die wö­chent­li­che Ar­beits­zeit un­ter 20 Stun­den liegt. Wird die­se Stun­den­zahl im Schnitt über­schrit­ten, muss das Kin­der­geld an­tei­lig zu­rück­ge­zahlt wer­den.

Die ehe­mals gül­ti­ge Ein­kom­mens­gren­ze von 8.130 € wur­de 2012 auf­ge­ho­ben. Maß­geb­lich für die Zah­lung von Kin­der­geld für Stu­den­ten ist dem­zu­fol­ge le­dig­lich die Ar­beits­zeit, nicht das Ein­kom­men.

Kin­der­geld für dua­les Stu­di­um nur bei en­ger Ver­knüp­fung zwi­schen Theo­rie und Pra­xis

Für vie­le ist ein be­rufs­be­glei­ten­des Stu­di­um sehr at­trak­tiv, da es theo­re­ti­sche Aus­bil­dung und Pra­xis­nä­he mit­ein­an­der ver­bin­det und man dar­über hin­aus be­reits Ein­künf­te er­zielt. Je­doch gilt es auch hier ei­ni­ge Din­ge zu be­ach­ten, um auch in den Ge­nuss von Kin­der­geld als dua­ler Stu­dent zu kom­men.

Wich­tig ist, dass die im Stu­di­um er­wor­be­nen Kennt­nis­se auch im be­trieb­li­chen All­tag an­ge­wandt wer­den. Ei­ne ent­spre­chen­de Aus­rich­tung der be­rufs­prak­ti­schen Tä­tig­keit kann z. B. an­hand der Stu­di­en­ord­nung oder der Ko­ope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung zwi­schen Un­ter­neh­men und Hoch­schu­le glaub­haft ge­macht wer­den.

Bei­spiel 1:
Ein Stu­dent ab­sol­viert ein dua­les Stu­di­um mit dem Fach Be­triebs­wirt­schafts­leh­re. Sei­ne prak­ti­sche Tä­tig­keit im Un­ter­neh­men be­schränkt sich al­ler­dings vor­wie­gend auf Ein­sät­ze an der Kas­se. Der Be­zug zwi­schen Theo­rie und Pra­xis ist nicht ge­ge­ben – der An­spruch auf Kin­der­geld für das dua­le Stu­di­um er­lischt.

Bei­spiel 2:
Ein Stu­dent ab­sol­viert ein dua­les Stu­di­um mit dem Fach Be­triebs­wirt­schafts­leh­re und wird im Con­trol­ling des Un­ter­neh­mens ein­ge­setzt. Der Be­zug zwi­schen Theo­rie und Pra­xis ist ge­ge­ben – Kin­der­geld wird wei­ter­hin ge­zahlt.

Krank­heit, Aus­land­stu­di­um und Co. – Un­ter­bre­chung oh­ne Aus­wir­kun­gen auf das Kin­der­geld

Kindergeld auch bei Unterbrechung des StudiumsWer we­gen ei­nes wich­ti­gen Grun­des den Stu­di­en­gang un­ter­bre­chen muss, kann ei­ne Be­ur­lau­bung be­an­tra­gen und er­hält dann trotz­dem wei­ter­hin Kin­der­geld.

Ein wich­ti­ger Grund ist ei­ne län­ge­re Krank­heit. Ei­ne ärzt­li­che Be­schei­ni­gung vor­aus­ge­setzt wird wei­ter ganz nor­mal Kin­der­geld im Stu­di­um ge­zahlt. Wer al­ler­dings län­ger als 6 Mo­na­te aus­fällt, wird nur dann wei­ter­hin be­rück­sich­tigt, wenn ein amts­ärzt­li­ches At­test vor­liegt, aus dem her­vor­geht, dass das Stu­di­um in ab­seh­ba­rer Zeit fort­ge­setzt wer­den kann. Ein At­test ei­nes nor­ma­len Haus­arz­tes wird da­ge­gen nicht an­er­kannt.

Kin­der­geld für Stu­den­ten im Aus­land oder zum Ab­sol­vie­ren ei­nes stu­di­en­re­le­van­ten Prak­ti­kums wird eben­falls be­zahlt. Der Stu­di­en­ort hat so­mit kei­ne Aus­wir­kung auf die Zah­lung. Wich­tig ist hier, dass ei­ne Be­ur­lau­bung be­an­tragt wird und der Aus­lands­auf­ent­halt nicht län­ger als 6 Mo­na­te an­dau­ert.

Falls ei­ne Ab­schluss­prü­fung nicht be­stan­den wur­de und die Vor­be­rei­tung auf ei­ne Wie­der­ho­lungs­prü­fung an­steht, wer­den wei­ter­hin mo­nat­li­che Zah­lun­gen ge­leis­tet. Dies funk­tio­niert al­ler­dings nur dann, wenn man sich zum nächst­mög­li­chen Prü­fungs­ter­min an­mel­det. Ein spä­te­rer Prü­fungs­ter­min ist bei Stu­die­ren­den nur dann mög­lich, wenn die Prü­fungs­kom­mis­si­on aus­drück­lich zu ei­ner län­ge­ren Vor­be­rei­tungs­zeit rät.

Dok­to­ran­den auch kin­der­geld­be­rech­tigt

Die Vor­be­rei­tung auf ei­ne Pro­mo­ti­on zählt eben­falls als Aus­bil­dungs­zeit, so­fern sie sich an das er­folg­reich ab­ge­schlos­se­ne Stu­di­um an­schließt und ernst­haft und nach­hal­tig er­folgt. Es kommt nicht dar­auf an, ob der ge­wähl­te Be­ruf ei­ne Pro­mo­ti­on zwin­gend vor­schreibt. Auch wer nur des­halb pro­mo­viert, weil er sei­ne Be­rufs­aus­sich­ten ver­bes­sern möch­te, wird "für ei­nen Be­ruf aus­ge­bil­det".

Wer ei­ne Pro­mo­ti­ons­stel­le an der Uni hat oder an­der­wei­tig jobbt, um sich die Pro­mo­ti­on zu fi­nan­zie­ren, darf dies eben­falls nur ma­xi­mal 20 Stun­den in der Wo­che tun.

Kin­der­geld für Stu­den­ten in der Zu­sam­men­fas­sung

  • Mo­nat­li­che Be­zugs­hö­he: 194 € für das ers­te und zwei­te, 200 € für das drit­te und 225 € für je­des wei­te­re Kind
  • Kin­der­geld für Stu­den­ten bis zum 25. Le­bens­jahr; Ver­län­ge­rung nur für Wehr­pflich­ti­ge (bis 2012)
  • Kin­der­geld nur bis zum Ab­schluss der ers­ten be­rufs­be­fä­hi­gen­den Aus­bil­dung (Ba­che­lor)
  • Stu­di­um muss ernst­haft be­trie­ben wer­den (mind. 10 Std./Wo­che stu­die­ren, max. 20 Std./Wo­che ar­bei­ten)
  • Ein dua­les Stu­di­um wird nur bei ei­ner Ver­zah­nung zwi­schen Ar­beit und Aus­bil­dung ge­för­dert
  • Fort­zah­lung des Kin­der­gel­des bei Un­ter­bre­chung des Stu­di­ums mög­lich
  • Dok­to­ran­den kön­nen bis 25 auf staat­li­che Un­ter­stüt­zung zäh­len

 

Bild­quel­len (v.o.n.u.):
© "Cle­ver Girl" by li­que­ne is li­cen­s­ed un­der CC BY 2.0
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