Werk­stu­den­ten­pri­vi­leg

Das sog. Werk­stu­den­ten­pri­vi­leg er­laubt es Stu­den­ten, ne­ben Ih­rem Stu­di­um zu job­ben, oh­ne dass die vol­len Lohn­ab­ga­ben wie für „nor­ma­le“ Ar­beit­neh­mer vom Lohn ab­ge­zo­gen wer­den. Per De­fi­ni­ti­on be­güns­tigt es al­so ei­ne Ne­ben­be­schäf­ti­gung für Stu­die­ren­de.

Deut­li­che Aus­wir­kung hat das Werk­stu­den­ten­pri­vi­leg auf die Kran­ken­ver­si­che­rung. Aber auch in an­de­ren Be­rei­chen der So­zi­al­ver­si­che­rung, wie et­wa der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung, kannst du als Stu­dent mit der Werk­stu­den­ten­re­ge­lung Ab­ga­ben spa­ren.

Da­mit die­se Re­ge­lung An­wen­dung fin­det, müs­sen be­stimm­te Vor­aus­set­zun­gen er­füllt wer­den. Wir er­klä­ren u. a., war­um du vor al­lem dei­ne wö­chent­li­che Ar­beits­zeit im Blick be­hal­ten soll­test. Ist ei­ne der fol­gen­den Be­din­gun­gen nicht er­füllt, wer­den Stu­den­ten in ei­nem Ar­beits­ver­hält­nis voll ver­si­che­rungs­pflich­tig!

Schnell­na­vi­ga­ti­on

Im­ma­tri­ku­la­ti­on

Prä­senz- oder Fern­stu­di­um in Voll­zeit

Max. 25. Fach­se­mes­ter

Re­gel­mä­ßi­ge Ar­beits­zeit max. 20 Std./Wo­che

Höchs­tens 26 Wo­chen in Voll­zeit ar­bei­ten

Zu­sam­men­fas­sung

Vor­aus­set­zung 1: Im­ma­tri­ku­la­ti­on an ei­ner Hoch­schu­le

Grund­vor­aus­set­zung ist, dass du an ei­ner staat­li­chen oder staat­lich an­er­kann­ten (pri­va­ten) Hoch­schu­le im­ma­tri­ku­liert bist. Da­zu zäh­len ne­ben Uni­ver­si­tä­ten und Fach­hoch­schu­len auch vie­le Tech­ni­sche, Päd­ago­gi­sche, Wirt­schafts-, Kunst- und Mu­sik­hoch­schu­len. Dei­ne ak­tu­el­le Im­ma­tri­ku­la­ti­ons­be­schei­ni­gung soll­test du im­mer bei dei­nem Ar­beit­ge­ber ein­rei­chen.

Aus die­ser Lis­te al­ler staat­li­chen und staat­lich an­er­kann­ten Hoch­schu­len in Deutsch­land  kannst du nach­schau­en, ob dein Bil­dungs­trä­ger da­bei ist.
In Über­gangs- oder War­te­zei­ten, in wel­chen du nicht ein­ge­schrie­ben bist, zählst du nicht als Werk­stu­dent. Das gilt üb­ri­gens auch, wenn du for­mal noch Stu­dent bist, aber nicht ak­tiv stu­dierst, z. B. wäh­rend ei­nes Ur­laubs­se­mes­ters oder nach dei­ner Ab­schluss­prü­fung.

Dei­ne aus­lau­fen­de Werk­stu­den­ten­tä­tig­keit musst zwar nicht di­rekt ge­kün­digt wer­den, al­ler­dings bist du dann in al­len Zwei­gen voll so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig.

Ach­tung:
Lie­gen Grün­de vor, die die Werk­stu­den­ten­re­ge­lung (z. B. dein Stu­di­en­ab­schluss) au­ßer Kraft tre­ten las­sen, soll­te dies un­ver­züg­lich dem Ar­beit­ge­ber mit­ge­teilt wer­den. Ein Ver­säum­nis kann rück­wir­kend er­heb­li­che Nach­zah­lun­gen von So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen nach sich zie­hen.

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Vor­aus­set­zung 2: Prä­senz- oder Fern­stu­di­um in Voll­zeit

Ei­ne wei­te­re Vor­aus­set­zung für die Ar­beit als Werk­stu­dent ist, dass du ein Stu­di­um in Voll­zeit aus­übst, z. B. ei­nen klas­si­schen Ba­che­lor- und Mas­ter­stu­di­en­gang, egal ob es sich um dein Erst- oder Zweit­stu­di­um han­delt.

Auch wenn du ein Fern­stu­di­um ab­sol­vierst, kannst du von der Werk­stu­den­ten­re­ge­lung pro­fi­tie­ren. In die­sem Fall muss le­dig­lich der Nach­weis er­bracht wer­den, dass das Stu­di­um in Voll­zeit ab­sol­viert wird.Universitätscampus in Außenansicht

Ein Teil­zeit­stu­di­um wie z. B. ein be­rufs­be­glei­ten­des oder dua­les Stu­di­um wer­den nicht an­er­kannt. Es sei denn dein Teil­zeit­stu­di­um macht nach­weis­lich mehr als die Hälf­te der Zeit ei­nes Voll­zeit­stu­di­ums aus.

Auch im Zu­ge ei­ner Pro­mo­ti­on giltst du so­zi­al­ver­si­che­rungs­recht­lich nicht als Werk­stu­dent.

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Vor­aus­set­zung 3: Ma­xi­mal 25. Fach­se­mes­ter

Das Werk­stu­den­ten­pri­vi­leg fin­det höchs­tens bis zum 25. Fach­se­mes­ter An­wen­dung. Dar­un­ter fal­len „al­le Se­mes­ter, die zur Ab­le­gung der Hoch­schul­prü­fung (Ma­gis­ter­prü­fung, Ba­che­l­or­prü­fung etc.) in ei­nem be­stimm­ten Stu­di­en­gang ab­sol­viert wer­den.“ (Quel­le: Home­page der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Es­sen) Wird die Stu­di­en­dau­er über­schrit­ten, sind Stu­den­ten im Zu­ge ei­nes Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­ses voll ver­si­che­rungs­pflich­tig.

Wech­selst du z. B. dei­nen Stu­di­en­gang nach dem 25. Fach­se­mes­ter, be­ginnt die Zäh­lung neu. Du bist dann zwar im 26. Hoch­schuls­e­mes­ter, aber erst im 1. Fach­se­mes­ter dei­nes neu­en Stu­di­ums – und er­füllst wei­ter­hin die­se Vor­aus­set­zung.

Üb­ri­gens:
Im Ge­gen­satz zur Se­mes­ter­an­zahl spielt das Al­ter für die so­zi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Be­ur­tei­lung kei­ne Rol­le. Du kannst ge­nau­so mit An­fang 20 wie auch mit über 30 als Werk­stu­dent ar­bei­ten.

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Vor­aus­set­zung 4: Re­gel­mä­ßi­ge Ar­beits­zeit als Werk­stu­dent max. 20 Std./Wo­che

Die Ar­beits­kraft und -zeit soll bei ei­nem or­dent­li­chen Stu­den­ten haupt­säch­lich in das Stu­di­um und nicht in Ne­ben­jobs flie­ßen.

Student mit Absolventenhut freut sich über WerkstudentenprivilegAus die­sem Grund darfst du als Werk­stu­dent wäh­rend des Se­mes­ters nur in Teil­zeit mit ei­ner Ar­beits­zeit von ma­xi­mal 20 Std./Wo­che tä­tig wer­den. Bei der Be­rech­nung, wie vie­le Stun­den du ar­bei­ten darfst, wird die Wo­chen­ar­beits­zeit all dei­ner Jobs zu­sam­men­ge­fasst.  Über­schrei­test du die­sen Wert re­gel­mä­ßig, ris­kierst du den Ver­lust dei­nes Stu­den­ten­sta­tus in der So­zi­al­ver­si­che­rung.

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Vor­aus­set­zung 5: Höchs­tens 26 Wo­chen in Voll­zeit ar­bei­ten

Der Zeit­raum, in wel­chem du dei­ne Be­schäf­ti­gung als Werk­stu­dent in ei­nem Un­ter­neh­men auf ei­nen Um­fang von mehr als 20 Std./Wo­che aus­wei­ten darfst, ist auf 26 Wo­chen bzw. 182 Ka­len­der­ta­ge im Jahr be­schränkt (Stand 2019).

Da­bei ist es wich­tig, dass die Mehr­ar­beit nicht mit dei­nem Stu­di­um kol­li­diert. Er­laubt sind Tä­tig­kei­ten in den Se­mes­ter­fe­ri­en, z. B. ein auf 3 Mo­na­te be­fris­te­ter kurz­fris­ti­ger Mi­ni­job  40 Stun­den in Voll­zeit, ge­nau­so wie Wo­chen­end- und Nacht­ar­beit zwi­schen 23:00 bis 6:00 Uhr.

Un­ser Tipp:
Im Zu­ge von Pflicht­prak­ti­ka, die du für dein Stu­di­um ab­sol­vierst, kannst du auch wäh­rend des Se­mes­ters mehr als 20 Std./Wo­che ar­bei­ten.

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Werk­stu­den­ten­pri­vi­leg: Al­le Vor­aus­set­zun­gen auf ei­nen Blick

  • Im­ma­tri­ku­la­ti­on an ei­ner Hoch­schu­le ist Pflicht
  • Das Stu­di­um muss in Voll­zeit ab­sol­viert wer­den (kein be­rufs­be­glei­ten­des Stu­di­um mög­lich)
  • Nach 25. Fach­se­mes­tern er­lischt das Werk­stu­den­ten­pri­vi­leg
  • Re­gel­mä­ßi­ge Ar­beits­zeit darf 20 Std./Wo­che nicht über­schrei­ten
  • Höchs­tens 26 Wo­chen/Jahr darf Voll­zeit ge­ar­bei­tet wer­den

Al­le Wer­te: Stand 2019

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