Aktualisiert: 02.09.2022
Holzfenster streichen
Holzfenster streichen genießt bei Heimwerkern den Ruf einer äußerst komplizierten Aufgabe. Das empfindliche Material, die Angst vor verheerenden Fehlern und nicht zuletzt auch der hohe ideelle Wert der alten Fenster sorgen schlussendlich dafür, dass die Arbeit vorzugsweise bei teuren Handwerkern in Auftrag gegeben wird.
Das Holzfenster Renovieren ist mit der richtigen Anleitung allerdings gar nicht so schwer. Wir zeigen in vier einfachen Schritten, wie es Ihnen gelingt, die Arbeiten in Eigenregie durchzuführen – und somit viel Geld zu sparen.
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Schritt 1: Holzfenster lackieren oder lasieren?
Zunächst stehen Sie als Heimwerker vor der Entscheidung, ob Sie die Holzfenster lasieren oder lackieren möchten. Doch damit nicht genug, denn darüber hinaus haben Sie noch die Wahl zwischen unterschiedlichen Lack- bzw. Lasurarten. Wer lediglich ein Kunststofffenster streichen möchte, ist hier klar im Vorteil – in diesem Fall ist die Auswahl der Lacke stark begrenzt.
Unser Tipp:
Informieren Sie sich, bevor Sie alte Holzfenster streichen, über den passenden Anstrich. So vermeiden Sie lange Experimente mit verschiedenen Lacken und Lasuren und eine Beschädigung des teuren Materials. Orientieren Sie sich dabei an den Angaben der Hersteller und den Bewertungen und Erfahrungen anderer Verbraucher mit Fensterlacken* und Fensterlasuren*.
Um Ihnen einen Überblick zu geben, stellen wir zunächst die wichtigsten Unterschiede zwischen Lacken und Lasuren heraus:
Holzfenster lackieren bei farblichem Anstrich
Wer seinen Fenstern einen farblich neuen Look verpassen will, sollte auf Lacke zurückgreifen. Diese verfügen über eine hohe Deckungskraft und sind teilweise sehr robust gegen Wettereinflüsse und UV-Strahlung.
Sie haben die Wahl zwischen:
- Acryllacken*: wasserlösliche, sehr umweltverträglicher Lacke. Eignen sich besonders zur Bearbeitung der Innenseiten beim Holzfenster Lackieren, da im Nachhinein keine gesundheitsschädlichen Dämpfe austreten; Kennzeichnung der Umweltverträglichkeit oft durch den „Blauen Engel“
- Kunstharzlacken*: chemiebasierte Lacke. Leichtere Verarbeitung und höhere Robustheit gegen Wettereinflüsse als Acryllacke, allerdings auch deutlich umweltschädlicher. Empfehlen sich deswegen in erster Linie für das Lackieren der Holzfensteraußenseiten
Achtung:
Mischen Sie die beiden Lacksorten niemals. Versuchen Sie daher herauszufinden, ob beim letzten Anstrich Acryllack oder Kunstharzlack verwendet wurde. Die falsche Wahl kann nach dem Holzfenster Lackieren unschöne Verfärbungen und im schlimmsten Fall sogar irreparable Materialschäden nach sich ziehen.
Holzfenster lasieren für ursprüngliches Aussehen
Das Holzfenster zu lasieren empfiehlt sich vor allem dann, wenn die ursprüngliche Maserung des Holzes beibehalten werden soll und der Fokus auf einem hochwertigen, uniquen Look liegt.
Hier haben Sie die Auswahl zwischen:
- Dünnschichtlasuren*: Enthalten in der Regel einen geringen Anteil an Lösungsmittel und sind deshalb beim Holzfenster Lasieren leichter zu verarbeiten. Dringen sehr tief ins Holz ein, machen das Material aber nicht resistent gegen die Aufnahme von Flüssigkeiten – sind aus diesem Grund in erster Linie für den Anstrich von Fensterinnenseiten geeignet
- Dickschichtlasuren*: gibt es als wasserhaltige (Acryllasuren) und lösungsmittelhaltige (Alkydhardlasuren) Varianten. Bilden nach dem Holzfenster Streichen eine Schicht, die das Material effektiv vor Wettereinflüssen schützt, neigen allerdings nach einiger Zeit zum Abblättern
Achtung:
Lasuren auf Wasser- und Lösungsmittelbasis sollten wie Lacke nicht gemischt werden. Bei Unklarheit bezüglich des vorherigen Anstrichs hilft vor dem Holzfenster Renovieren bzw. Aufarbeiten ein Probeanstrich auf kleiner Fläche. Anschließend können Sie beobachten, wie das Material auf den neuen Überzug reagiert.
Schritt 2: Materialien und Werkzeuge besorgen
Nach der Auswahl des richtigen Anstrichs steht vor dem Holzfenster Renovieren der Weg in den Baumarkt oder Fachhandel an, um einige wichtige Materialien und Werkzeuge zu besorgen.
Folgendes sollte – falls nicht bereits vorhanden – auf Ihrem Einkaufszettel stehen, wenn Sie alte Holzfenster richtig streichen möchten:
- Lasurpinsel* oder Lackpinsel* in unterschiedlichen Größen (abhängig davon, ob Sie die Holzfenster lasieren oder lackieren, empfiehlt sich die Verwendung unterschiedlicher Pinsel)
- Lack* oder Lasur* nach Eignung
- Schleifpapier* und/oder einen Elektroschleifer*
- Spachtel* zum Entfernen des alten Lacks vor dem Holzfenster neu Streichen
- Schraubenzieher* zur Demontage der Griffe und Beschläge
- Kreppband und Abdeckfolie*
- ggf. Teppichmesser* für die Entfernung alter Silikonreste
- ggf. Silikon*
- ggf. Flüssigholz (Arboform)* zur Ausbesserung von Materialschäden
- ggf. eine Grundierung für Holzfenster*
Unser Tipp:
Entscheiden Sie sich insbesondere bei Pinseln im Zweifelsfall für etwas teurere Qualitätsprodukte – ausgefranste Pinselhaare im Holzlack versprühen wenig Altbauromantik. Das Gleiche gilt für Lacke und Lasuren. Qualitätsprodukte sorgen bei entsprechender Verarbeitung dafür, dass der Anstrich mehrere Jahre halten kann.
Schritt 3: Die Vorarbeiten zum Holzfenster Renovieren
Im dritten Schritt unserer Holzfenster Lackieren und Lasieren Anleitung gehen wir auf die wichtigen Vorarbeiten des Anstrichs ein.
Komplette Demontage nicht immer nötig
Gerade, wer im Zuge seines Auszugs aus der Mietwohnung nur die Innenseiten seiner Holzfenster renovieren möchte – oder bei entsprechender Klausel im Mietvertrag muss –, kann die Renovierung in der Regel durchführen, ohne die Fenster abzumontieren.
Befinden sich dagegen in Ihrer Wohnung schwer erreichbare Fensterflügel, ist es sinnvoll, diese aus der Halterung entfernen – und anschließend die Holzfenster zum neu Streichen z.B. auf Blöcken aufbocken.
Immer sollten Sie vor dem Renovieren der Holzfenster sämtliche Griffe, Beschläge und Scharniere mit einem Schraubenzieher* entfernen.
Alten Lack vorher entfernen
Anschließend kann der alte Lack mithilfe eines Spachtels abgeschabt werden. Profis benutzen hierzu eine spezielle Flüssigkeit – die sog. Beizflüssigkeit* – welche die alte Lasur von dem Holzfenster abbeizen lässt.
Diese Methode hat den großen Vorteil, dass die Beize den Lack auch aus schwer erreichbaren Ritzen und Winkeln entfernt. Das Holz quillt in diesem Fall auf und stößt dadurch die alte Lasur ab. Wer seine alten Holzfenster abbeizen möchte, sollte sich allerdings im Vorhinein über die richtige Anwendung dieser Technik informieren.
Holz anschleifen und schadhaftes Silikon entfernen
Nun sollten sie das Holz noch anschleifen, um eine gute Grundlage für die Lasur bzw. den Lack zu schaffen und feinere Altlackschichten abzuschleifen. Größere Flächen können Sie mit einem Elektroschleifer* bearbeiten – diese Vorgehensweise erspart in der Vorbereitung zum Holzfenster Renovieren viel Arbeit.
Schadhaftes Silikon, welches sich oftmals an der Unterkante der Fensterscheibe befindet, entfernen Sie durch die Verwendung eines Spachtels*. Sollten Sie Risse oder Löcher im Material entdecken, können Sie Ihre Holzfenster aufarbeiten, in dem Sie mit Flüssigholz (Arboform)* die Schäden ausbessern.
Scheiben und Dichtungen abkleben
Als letzte Tätigkeit vor dem Holzfenster Lackieren kleben Sie die Dichtungen mit Kreppband ab und schützen die Scheiben durch Abdeckfolie* vor Beschädigungen und Farbspritzern.
Grundsätzlich können Sie den Anstrich auch ohne diese zusätzliche Absicherung vornehmen. In diesem Fall sollte man allerdings über eine ruhige Hand und Erfahrung im Aufarbeiten von Holzfenstern verfügen.
Schritt 4: Das Holzfenster Streichen
Der vierte Schritt unserer Holzfenster-Streichen-Anleitung beschäftigt sich schlussendlich mit den eigentlichen Renovierungsarbeiten.
Ggf. Grundierung und/oder Entgrauer auftragen
Je nach Lack- bzw. Lasursorte kann es zunächst vonnöten sein, vor dem eigentlichen Holzfenster Lasieren eine Grundierung aufzutragen. Die Oberfläche sollte vor dem Anstrich unter sparsamen Einsatz des Schleifpapiers* oder Elektroschleifers* erneut aufgeraut werden, damit der Lack besser haftet. Besonders beim Anstrich der Fensteraußenseiten kann eine entsprechende Grundierung das Holz vor Feuchtigkeit und Pilzbefall schützen.
Alte, farblich verblasste Fenster können darüber hinaus mit einem sog. Entgrauer vorbehandelt werden. Dieser hilft dabei, die ursprüngliche Maserung wieder sichtbar zu machen und auch verwitterte Holzfenster nach dem Renovieren in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.
Streichen mit verschiedenen Rundpinseln
Holzfenster richtig streichen bedeutet darüber hinaus, dass mit Rundpinseln in der Breite der entsprechenden Rahmenteile gearbeitet werden sollte. Wir empfehlen in unserer Anleitung, beim Holzfenster Renovieren auf spezielle Lackpinsel* oder Lasurpinsel* in verschiedenen Stärken zurückzugreifen.
Arbeiten Sie immer in Richtung der Maserung und seien Sie sparsam in der Verwendung des Lackes. Nach dem Holzfenster Lackieren kann mit einer Lackrolle* nachgearbeitet werden, um einen möglichst gleichmäßigen Anstrich zu gewährleisten.
Erst trocknen lassen, dann nachbearbeiten
Im Anschluss an das Holzfenster Streichen muss nur noch die empfohlene Trockenzeit abgewartet werden – diese liegt in der Regel bei ca. acht Stunden.
Jetzt kann das Fenster von Kreppband und Abdeckfolie* befreit werden. Sollten vor dem Holzfenster Lasieren poröse Dichtungen entfernt worden sein, ist nun der Zeitpunkt, diese mit Silikon* zu erneuern.
Wer das Fenster gegen Schlechtwettereinflüsse zusätzlich versiegeln oder durch einen zweiten Anstrich die Optik perfektionieren möchte, kann die getrocknete Farbe erneut anrauen, um diese dann noch einmal zu überstreichen.
Schließlich können Sie die Griffe und Scharniere wieder anmontieren und Ihr frisch renoviertes Holzfenster – wenn nötig – wieder einbauen.
Holzfenster streichen im Video
Wie Sie Holzfenster richtig streichen zeigt Ihnen das folgende Video von MrHandwerk. So erledigen Sie die Arbeiten an Ihren Holzfenstern problemlos und behalten zusammen mit unserer Schritt für Schritt Anleitung immer den Überblick:
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