Glas­fa­ser­ta­pe­te ta­pe­zie­ren

Glas­fa­ser­ta­pe­te ist ex­trem wi­der­stands­fä­hig, kann bis zu 10 Mal über­stri­chen wer­den und hält im Schnitt bis zu 30 Jah­ren. Auf­grund ih­rer Ei­gen­schaf­ten ist Glas­fa­ser be­son­ders für Räu­me in­ter­es­sant, in de­nen die­se Spe­zi­al­ta­pe­te ho­hen Be­las­tun­gen aus­ge­setzt ist, wie z.B. Flur, Kin­der­zim­mer, Bad und Kü­che. Ein­zi­ge Wer­muts­trop­fen sind für vie­le der ver­gleichs­wei­se ho­he Preis und feh­len­de Fach­kennt­nis bei der Ver­ar­bei­tung – zu­min­dest beim zwei­ten Punkt kön­nen wir hel­fen und er­klä­ren wie Sie Glas­fa­ser­ta­pe­te ta­pe­zie­ren in un­se­rer An­lei­tung in 7 ein­fa­chen Schrit­ten.

Die mit * ge­kenn­zeich­ne­ten Links sind sog. Af­fi­lia­te-Links - die­se ver­wei­sen auf Pro­duk­te bei Ama­zon. Falls Sie ein Pro­dukt dort kau­fen, er­hal­ten wir ei­ne klei­ne Pro­vi­si­on. Für Sie ent­ste­hen zu kei­nem Zeit­punkt zu­sätz­li­che Kos­ten!

Schnell­na­vi­ga­ti­on

Be­darf (1)

Ma­te­ri­al (2)

Vor­ar­bei­ten (3)

Ta­pe­te schnei­den (4)

Glas­fa­ser kle­ben (5)

Un­re­gel­mä­ßi­ge Stel­len (6)

Nach dem Ta­pe­zie­ren (7)

Glas­fa­ser­ta­pe­te ta­pe­zie­ren im Vi­deo

Re­no­vie­rungs­hel­fer von JOB­RUF

Schritt 1: Be­darf be­rech­nen

Mit den rich­ti­gen Vor­be­rei­tun­gen kön­nen spä­ter Zeit und Geld ge­spart wer­den. Ei­ne die­ser Maß­nah­men ist die mög­lichst ge­naue Be­rech­nung des Ta­pe­ten­be­darfs. So wird im Vor­feld ver­mie­den, dass die­se teu­re Spe­zi­al­ta­pe­te rol­len­wei­se üb­rig­bleibt oder die Ar­beit un­ter­bro­chen wer­den muss, um Nach­schub zu be­sor­gen.

Das Be­son­de­re an Glas­fa­ser­ta­pe­te ist die Brei­te von ei­nem Me­ter. Da­mit ist die­se dop­pelt so breit wie her­kömm­li­che Ta­pe­ten und er­gibt ei­nen an­de­ren Be­darf in lau­fen­den Me­tern als z.B. beim Rau­fa­ser­ta­pe­te ta­pe­zie­ren.

Glasfasertapete tapezierenUm den gro­ben Be­darf zu be­rech­nen, gibt es ei­gens zum Glas­fa­ser ta­pe­zie­ren ei­ne For­mel:

Rau­m­um­fang x Raum­hö­he : 10 = un­ge­fäh­rer Be­darf an Glas­fa­ser­ta­pe­te in Me­tern

Wer es ganz ge­nau wis­sen will, kann auch ex­akt die Wän­de ab­züg­lich der Aus­spa­run­gen wie Fens­ter und Tü­ren ver­mes­sen. Dies ist sehr auf­wän­dig, kann sich je­doch für die­je­ni­gen loh­nen, die grö­ße­re Flä­chen Glas­fa­ser kle­ben müs­sen – ei­ni­ge Eu­ro Spar­po­ten­ti­al sind hier drin.

Steht au­ßer­dem das Ta­pe­zie­ren der De­cke auf der Agen­da, brau­chen Sie nicht un­be­dingt auf die Lei­ter stei­gen, um die Flä­che aus­zu­mes­sen. In der Re­gel hat der Bo­den die­sel­ben Ma­ße wie die De­cke und kann al­ter­na­tiv ver­mes­sen wer­den.

Nach oben

Schritt 2: Ma­te­ri­al be­sor­gen

Um Glas­fa­ser­ta­pe­te ta­pe­zie­ren zu kön­nen, müs­sen ei­ni­ge Werk­zeu­ge und Ma­te­ria­li­en vor­han­den sein. Im Vor­feld soll­te kurz über­prüft wer­den, was das ei­ge­ne De­pot be­reits her­gibt. So kön­nen Dop­pel­an­schaf­fun­gen ver­mie­den und nur das feh­len­de Ma­te­ri­al und Werk­zeug muss nach­ge­kauft wer­den.

Fol­gen­des soll­ten bei Be­ginn der Ta­pe­zier­ar­bei­ten vor Ort sein:

Un­ser Tipp:
Las­sen Sie sich beim Ma­te­ri­al­kauf nicht zu sehr vom Preis be­ein­flus­sen. In­for­mie­ren Sie sich im Vor­hin­ein im Fach­han­del über pas­sen­de Pro­duk­te für Ih­ren Be­darf. Es wä­re näm­lich scha­de, wenn vor­zei­tig neu ta­pe­ziert wer­den muss, weil et­wa Spach­tel­mas­se brö­ckelt oder sich schlech­ter Kle­ber löst, ob­wohl die Ta­pe­te noch in Ord­nung ist.

Nach oben

Schritt 3: Al­te Ta­pe­ten ent­fer­nen und Tie­fen­grund auf­tra­gen

Be­vor Sie die Glas­fa­ser­ta­pe­te ta­pe­zie­ren, muss der Un­ter­grund be­ar­bei­tet wer­den. Zu­nächst wird in den be­tref­fen­den Räu­men die Si­che­rung her­aus­ge­dreht und Licht­schal­ter- und Steck­do­sen­ver­blen­dun­gen so­wie Schalt­wip­pen mit ei­nem Schrau­ben­zie­her* de­mon­tiert.

Nun kön­nen Sie rest­los die al­ten Ta­pe­ten ent­fer­nen. Evtl. vor­han­de­ne Ris­se und Lö­cher in den Wän­den wer­den mit Spach­tel* und Spach­tel­mas­se* ge­füllt, be­vor der Tie­fen­grund* auf­ge­tra­gen wird. Be­son­ders Put­ze jeg­li­cher Art soll­ten da­mit ge­sperrt wer­den, um ein Auf­sau­gen des Ta­pe­ten­kle­bers zu ver­mei­den. Der Grund wird so­lan­ge satt mit Ma­ler­rol­le* und -pin­sel auf­ge­tra­gen, bis die Wand kei­ne wei­te­re Schicht auf­nimmt. Wird das ver­säumt, ist nicht ge­währ­leis­tet, dass die Glas­fa­ser kle­ben bleibt.

Nach oben

Schritt 4: Ta­pe­te schnei­den

Da­mit die wei­te­ren Ar­bei­ten zü­gig vor­an­schrei­ten kön­nen, wer­den im Vor­aus gleich al­le Bah­nen der Glas­fa­ser­ta­pe­te* zu­ge­schnit­ten. Mit Cut­ter­mes­ser* und Ta­pe­zier­s­chie­ne* wird da­zu ei­ne der De­cken­hö­he ent­spre­chend lan­ge Bahn zu­züg­lich ei­nes Über­stands von 5 - 6 cm ge­schnit­ten.

In der Re­gel ha­ben Glas­fa­ser­ta­pe­ten* ein Pro­fil­mus­ter. Da­mit es zwi­schen den Bah­nen kei­ne un­sau­be­ren Über­gän­ge gibt, wird beim Zu­schnei­den der Ta­pe­te die nächs­te Bahn an die vor­he­ri­ge so an­ge­legt, dass die Mus­ter sau­ber in­ein­an­der über­ge­hen. Hier­bei ist be­son­ders prak­tisch, dass ei­ne Ori­en­tie­rung an der Län­ge der Vor­gän­ger­bahn mög­lich ist und nicht im­mer neu ver­mes­sen wer­den muss.

Nach oben

Schritt 5: Glas­fa­ser kle­ben – Die Ba­sics

Nun geht das ei­gent­li­che Glas­fa­ser­ta­pe­te* ta­pe­zie­ren los! Da­zu muss die ers­te Bahn ge­nau aus­ge­rich­tet wer­den. Hier kommt das Lot* zum Ein­satz. Ganz oben an der Wand auf­ge­hängt kann mit ei­nem Stift hier­mit ei­ne hun­dert­pro­zen­tig ver­ti­ka­le Li­nie ge­zo­gen wer­den.

In dem Be­reich, in dem die ers­te Bahn an­ge­bracht wer­den soll, wird nun der spe­zi­el­le Dis­per­si­ons­kle­ber* für Glas­fa­ser­ta­pe­ten mit der Ma­ler­rol­le* auf­ge­tra­gen. Für die Kan­ten und Ecken emp­fiehlt sich die Ver­wen­dung des Ma­ler­pin­sels*.

Vor dem Glasfaser kleben auslotenDie Ta­pe­ten­bahn wird nun ent­lang der Lot­li­nie aus­ge­rich­tet und an der De­cke an­ge­setzt. Um ei­ne gu­te Haf­tung zu ge­währ­leis­ten, soll­te die Bahn kräf­tig mit der Gum­mi­rol­le* an die Wand ge­walzt wer­den. Über­quel­len­der Dis­per­si­ons­kle­ber muss so­fort mit Sei­fen­lau­ge ab­ge­wa­schen wer­den. Die­ser ist im Ver­gleich zu Ta­pe­ten­kleis­ter näm­lich be­son­ders hart­nä­ckig und lässt sich – wenn ein­mal ge­trock­net – nicht mehr ent­fer­nen.

Nun er­folgt ein ex­ak­ter Zu­schnitt am Bo­den un­ter Zu­hil­fe­nah­me von Cut­ter­mes­ser* und Ta­pe­zier­s­chie­ne*. Da­zu wird die Ta­pe­zier­s­chie­ne mit der Rück­sei­te ganz un­ten an die Wand an­ge­legt und die Ta­pe­te eng über de­ren Vor­der­sei­te ge­führt. Nun er­folgt ent­lang der un­te­ren Kan­te der Schie­ne mit­tels des Cut­ter­mes­sers der Ta­pe­ten­zu­schnitt. Wird die Schie­ne nun ent­fernt, schließt die Ta­pe­ten­bahn ge­nau zum Bo­den hin ab. Sie kann nun eben­falls mit der Gum­mi­rol­le an­ge­drückt wer­den.

Auf die glei­che Wei­se müs­sen Sie die an­de­ren Bah­nen der Glas­fa­ser kle­ben. Be­son­ders prak­tisch da­bei ist, dass sie nicht im­mer er­neut aus­ge­lo­tet wer­den müs­sen, son­dern ein­fach auf Stoß zur Vor­gän­ger­bahn ge­klebt wer­den kön­nen.

Nach oben

Schritt 6: Glas­fa­ser ta­pe­zie­ren in Ecken und an un­re­gel­mä­ßi­gen Stel­len

Die Spe­zi­al­ta­pe­te darf nicht ge­knickt wer­den, da sie sonst un­kon­trol­liert bricht. Aus die­sem Grund wird sich beim Ta­pe­zie­ren in Ecken und an un­re­gel­mä­ßi­gen Stel­len ei­ni­ger Tricks be­dient:

Mit Acryl zur sau­be­ren In­nen­ecke

Wir emp­feh­len, zum Glas­fa­ser ta­pe­zie­ren in in­nen­lie­gen­den Ecken von bei­den Sei­ten das Ma­te­ri­al auf Stoß zu schnei­den. Hier­bei ent­steht un­ver­meid­lich ein un­sau­be­rer Über­gang zwi­schen den bei­den Ta­pe­ten­bah­nen. Die­ser kann mit Acryl aus­ge­bes­sert wer­den. Da­zu wer­den ei­ne Acryl­kar­tu­sche* und ei­ne pas­sen­de Spritz­pis­to­le* ver­wen­det, mit de­nen ei­ne Naht in der Ecke ge­zo­gen wird.

Schö­ne Au­ßen­ecke dank Ver­blen­den oder Schlei­fen

Bei Au­ßen­ecken wer­den die Eck­bah­nen an den Rän­dern be­schnit­ten. Hier ent­steht eben­falls ein un­sau­be­rer Über­gang in Form ei­nes Spalts zwi­schen den bei­den Eck­bah­nen. Um ein sau­be­res Bild zu er­hal­ten, kann hier ei­ne Eck­leis­te als Ver­blen­dung an­ge­klebt wer­den.

Als schö­ne, aber auf­wen­di­ge Al­ter­na­ti­ve zur Eck­leis­te ist es auch mög­lich, die Ecke rund zu schlei­fen und die Ta­pe­te um die Run­dung zu kle­ben. Dies emp­feh­len wir aber nur bei Neu­bau­ten, denn der Putz in Alt­bau­ten ist oft sprö­de und brü­chig, so dass er sich schlecht zum Schlei­fen eig­net. Mie­ter soll­ten im Vor­feld au­ßer­dem mit ih­rem Ver­mie­ter klä­ren, ob er ih­nen die­se Re­no­vie­rungs­maß­nah­me ge­stat­tet.

Am Fens­ter an der Lai­bungs­kan­te ab­schnei­den

Beim Glas­fa­ser­ta­pe­te ta­pe­zie­ren an Fens­tern und Tü­ren ge­hen Sie wie folgt vor: Die Bahn wird von der De­cke bzw. vom Bo­den mit ei­nem Über­stand von 5 - 6 cm zur Lai­bungs­kan­te (Über­gang zwi­schen Fens­ter, Tür und Wand) ver­mes­sen. Nun wird die Ta­pe­te mit­tels Gum­mi­rol­le* aus­ge­hend von der De­cke bzw. vom Bo­den an die Wand ge­drückt und mit Ta­pe­zier­s­chie­ne* und Cut­ter­mes­ser* an der Lai­bungs­kan­te ab­ge­schnit­ten.

Steck­do­sen ein­fach Über­ta­pe­zie­ren und Aus­schnei­den

Da im Vor­feld Steck­do­sen- und Licht­schal­ter­ver­blen­dun­gen so­wie Schalt­wip­pen ent­fernt wur­den, kann ein­fach über die­se Stel­len ta­pe­ziert wer­den. Im An­schluss wer­den die­se Be­rei­che un­ter Zu­hil­fe­nah­me des Cut­ter­mes­sers* fein säu­ber­lich aus­ge­schnit­ten.

Nach oben

Schritt 7: Das Fi­nish – Trock­nen las­sen & strei­chen

Im letz­ten Schritt steht zu­nächst zu­rück­leh­nen und war­ten auf der Ta­ges­ord­nung, denn der Kle­ber der Ta­pe­te muss trock­nen – das dau­ert ca. 8 Stun­den.

Nun kön­nen Sie nach Be­lie­ben die Glas­fa­ser­ta­pe­te* strei­chen. Da­zu wird üb­li­cher­wei­se ei­ne La­tex-Far­be* ver­wen­det, da die­se ei­nen sei­di­gen Glanz und so­mit ein wohn­li­ches Flair aus­strahlt. Aber auch ein An­strich mit Dis­per­si­ons­lack ist mög­lich. Zu­nächst wird so­wohl Far­be als auch Lack in ei­nem Grund­an­strich auf­ge­tra­gen, wor­auf nach ca. 2 - 3 Stun­den Tro­cken­zeit der End­an­strich folgt.

Nach oben

Glas­fa­ser­ta­pe­te ta­pe­zie­ren im Vi­deo

Wie Sie Glas­fa­ser­ta­pe­te ta­pe­zie­ren stel­len Ih­nen die Kol­le­gen von Horn­bach im Vi­deo vor. In Kom­bi­na­ti­on mit un­se­rer Schritt für Schritt An­lei­tung sind Sie bes­tens auf die An­brin­gung der Ta­pe­te vor­be­rei­tet und kön­nen schon bald auf Ih­re neue wi­der­stands­fä­hi­ge Ta­pe­te freu­en.

 

 

Nach oben

Stu­den­ti­sche Re­no­vie­rungs­hel­fer bei JOB­RUF fin­den

Ih­nen fehlt für die Ta­pe­zier­tä­tig­kei­ten noch ei­ne hel­fen­de Hand? Dann stel­len Sie noch heu­te ei­ne kos­ten­lo­se An­fra­ge bei der Stu­den­ten­ver­mitt­lung JOB­RUF und las­sen Sie sich von ge­schick­ten Re­no­vie­rungs­hel­fern un­ter­stüt­zen. Und schon nach kur­zer Zeit kön­nen Sie sich dar­über freu­en, das Pro­jekt „Glas­fa­ser­ta­pe­te ta­pe­zie­ren“ auch dank un­se­ren Tipps ab­ge­schlos­sen zu ha­ben.

Jetzt kos­ten­lo­se An­fra­ge stel­len
 

Bild­quel­len (v.o.n.u.):
© mar­ta­po­se­mu­ckel /pixabay.com
© Rai­ner Sturm / PI­XELIO
© Rai­ner Sturm / PI­XELIO