schreiben lernen

Rich­tig schrei­ben ler­nen

Rich­tig schrei­ben ler­nen ist gar nicht so ein­fach wie man denkt. Nicht nur Schul­kin­der ha­ben Schwie­rig­kei­ten un­se­re Recht­schrei­bung zu er­ler­nen. Auch vie­le Er­wach­se­ne müs­sen ab und an den Du­den zu Ra­te zie­hen.

Wir in­for­mie­ren Sie über die üb­li­chen Me­tho­den zum Schrei­ben ler­nen für Schü­ler und ge­ben Ih­nen hilf­rei­che Tipps an die Hand, wie Sie Ihr Kind beim Schrei­ben üben un­ter­stüt­zen.

Schnell­na­vi­ga­ti­on

Ver­schie­de­ne Me­tho­den

Le­sen-durch-schrei­ben

Sil­ben­ana­ly­tisch

Ana­ly­tisch-syn­the­tisch

Schreiblust we­cken (1)

Schreib­schrift üben (2)

Schwe­re Wör­ter se­pa­rat ler­nen (3)

Hand­schrift mit dem Kind üben (4)

Lob und An­er­ken­nung (5)

Nach­hil­fe­leh­rer von JOB­RUF

Zu­sam­men­fas­sung

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Schrei­ben ler­nen: Ein Ziel, vie­le ver­schie­de­ne We­ge

In der Wis­sen­schaft gibt es ei­ne hit­zi­ge De­bat­te dar­über, wie das Schrei­ben ler­nen an der Grund­schu­le aus­se­hen soll. In den letz­ten Jahr­zehn­ten ha­ben sich des­halb Me­tho­dik und An­satz der Schreib­ver­mitt­lung an den Grund­schu­len dut­zen­de Ma­le ver­än­dert. An den meis­ten Grund­schu­len in Deutsch­land wird ei­ne der fol­gen­den drei Me­tho­den ver­wen­det:

  • Le­sen-durch-schrei­ben-Me­tho­de
  • Sil­ben­ana­ly­ti­sche Me­tho­de
  • Ana­ly­tisch-syn­the­ti­sche Me­tho­de

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Le­sen-durch-schrei­ben-Me­tho­de: Schrei­ben nach Ge­hör 

Frau an einer WeltkarteSehr po­pu­lär, aber um­strit­ten ist die Le­sen-durch-schrei­ben-Me­tho­de nach Jür­gen Rei­chen. Hier­bei wer­den die Kin­der da­zu an­ge­regt, Wör­ter zu­nächst so zu no­tie­ren, wie sie ge­spro­chen wer­den. Die Kin­der kön­nen da­bei Wör­ter in Lau­te zer­le­gen und ei­ne laut­li­che Schrei­bung ab­lei­ten. Der Leh­rer kor­ri­giert erst dann die Or­tho­gra­fie des Wor­tes, wenn die zu­grun­de­lie­gen­den Re­geln be­reits im Un­ter­richt er­klärt wur­den (et­wa die Län­gung von Vo­ka­len durch ein „e“ oder „h“).

Die Kri­tik an der Me­tho­de be­steht ins­be­son­de­re dar­in, dass sich die Kin­der da­mit ei­ne fal­sche Schreib­wei­se fest ein­prä­gen könn­ten. Dies ist vor al­lem bei schwa­chen Ler­nern der Fall. Sol­che Kin­der be­nö­ti­gen ei­ne fes­te An­lei­tung und kon­kre­te Re­geln, an die sie sich hal­ten kön­nen.

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Sil­ben­ana­ly­ti­sche Me­tho­de: Sil­ben als Bil­der

Bei die­ser Me­tho­de liegt der Fo­kus auf dem Er­ken­nen gan­zer Sil­ben. Man ver­sucht, sich das gu­te bild­li­che Ge­dächt­nis un­se­res Ge­hirns zu Nut­ze zu ma­chen und lernt die Sil­ben qua­si wie ver­schie­de­ne Bil­der, die man dann aus­ein­an­der­hal­ten kann. Da die­se Me­tho­de den bei Grund­schü­lern meist sehr gut ent­wi­ckel­ten op­ti­schen Wahr­neh­mungs­ka­nal an­spricht, ist sie als be­son­ders ziel­füh­rend sehr be­liebt und oft an­ge­wen­det.

In der Kri­tik steht die Me­tho­de, da sie we­gen ih­rer an der Sprach­wis­sen­schaft ori­en­tier­ten Dar­stel­lung von Wör­tern als Sil­ben­ge­bil­de als tro­cken und nicht kind­ge­recht gilt. Geg­ner ar­gu­men­tie­ren da­mit, dass we­nig mo­ti­vier­te Ler­ner auf der Stre­cke blei­ben, wenn sie an­fangs nicht je­de Sil­be aus­wen­dig ler­nen oder durch die tro­cke­ne Me­tho­de die Lust am Ler­nen ver­lie­ren.

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Ana­ly­tisch-syn­the­ti­sche Me­tho­de: be­lieb­te Kom­bi­na­ti­on zum Schrei­ben ler­nen

Am häu­figs­ten ver­wen­det wird der­zeit die ana­ly­tisch-syn­the­ti­sche Me­tho­de zum Schrei­ben ler­nen für Kin­der. Sie ist aus der nie en­den wol­len­den De­bat­te um die bei­den an­de­ren Me­tho­den qua­si als „Mi­schung“ ent­stan­den. Hier­bei ler­nen die ABC-Schüt­zen zu­nächst das Er­ken­nen von Sil­ben, um die­se dann in die ein­zel­nen Buch­sta­ben zu zer­le­gen. Durch die­ses „Bas­teln“ sol­len die Grund­schul­kin­der ein tie­fe­res Ver­ständ­nis vom Auf­bau der Wor­te aus Buch­sta­ben, die wie­der­um zu Sil­ben kom­bi­niert wer­den, ent­wi­ckeln.

Hand schreibt auf BlockWel­che Lern­me­tho­de an Ih­rer Grund­schu­le ver­wen­det wird, wird meist vom Schul­mi­nis­te­ri­um des Bun­des­lan­des vor­ge­schrie­ben. Wenn Ihr Kind mit der an sei­ner Schu­le ver­wen­de­ten Me­tho­de Schwie­rig­kei­ten ha­ben soll­te, kön­nen Sie ihm auch pri­vat durch ein­fa­che Übun­gen un­ter die Ar­me grei­fen. Wir zei­gen Ih­nen, wie Sie dies tun kön­nen.

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Tipp 1: We­cken Sie die Schreiblust

We­cken Sie bei Ih­rem Kind ak­tiv die Lust am Schrei­ben üben. Das ist meis­tens gar nicht so schwer. Vie­le Kin­der sind neu­gie­rig auf Buch­sta­ben und Wör­ter, wenn sie erst ein­mal ein paar da­von in der Schu­le er­lernt ha­ben. So ha­ben vie­le zum Bei­spiel das Be­dürf­nis, ge­mal­te Bil­der mit den Na­men der ge­zeich­ne­ten Per­so­nen zu ver­se­hen.

Hel­fen Sie Ih­rem Kind bei der Schrei­bung. Zei­gen Sie ihm, wie man sei­nen Na­men, „Pa­pa“ oder „Ma­ma“ schreibt. So schu­len Sie spie­le­risch die Mo­to­rik und das Kind kann sich die Buch­sta­ben durch den prak­ti­schen Be­zug leich­ter ein­prä­gen.

Un­ser Tipp:
Wenn Ihr Kind mit der im Un­ter­richt ver­wen­de­ten Schreiblern­me­tho­de Pro­ble­me ha­ben soll­te, zei­gen Sie ihm ein­fach ei­nen an­de­ren Me­tho­den­an­satz auf. Hier­zu gibt es nicht zu­letzt auch im In­ter­net zahl­rei­che Fach­li­te­ra­tur für El­tern.

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Tipp 2: Üben Sie Schreib­schrift

Junge schreibt eine KartAn vie­len Schu­len in Deutsch­land wird nur noch die Grund­schrift ge­lehrt. Sie äh­nelt der Druck­schrift und ist des­halb ein­fa­cher zu er­ler­nen als die ver­bun­de­ne Schrift. Nach­weis­lich schult das Schrei­ben üben in ver­bun­de­ner Schreib­schrift al­ler­dings die mo­to­ri­schen Fä­hig­kei­ten bes­ser und wirkt sich po­si­tiv auf die Or­tho­gra­fie aus.

Üben Sie mit Ih­rem Kind die Schreib­schrift zum Bei­spiel, wäh­rend Sie mit ihm Haus­auf­ga­ben ma­chen. So kann es die ver­schie­de­nen For­men ei­nes Buch­sta­bens auch im täg­li­chen Le­ben er­ken­nen und sei­ne mo­to­ri­schen Fä­hig­kei­ten schu­len. Er­klä­ren Sie den Un­ter­schied zwi­schen Schreib- und Druck­buch­sta­ben.

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Tipp 3: Ler­nen Sie schwie­ri­ge Wör­ter se­pa­rat

Die deut­sche Spra­che ist vol­ler Fremd­wör­ter und un­re­gel­mä­ßi­ger Schrei­bun­gen. Vie­le da­von be­rei­ten Grund­schü­lern gro­ße Pro­ble­me, da die­se die Or­tho­gra­fie nicht nach­voll­zie­hen kön­nen. Durch die Le­sen-durch-schrei­ben-Me­tho­de wird die Pro­ble­ma­tik noch ver­schlim­mert, da Fremd­wör­ter nicht den deut­schen Or­tho­gra­fie-Re­geln fol­gen und so­mit für Ihr Kind nicht nach­voll­zieh­bar sind. Schlech­te No­ten in der Schu­le, bei­spiels­wei­se beim Dik­tat, sind un­wei­ger­lich die Fol­ge.

Am An­fang hilft al­so nur Aus­wen­dig­ler­nen. Iso­lie­ren Sie schwie­ri­ge Wör­ter für Ihr Kind. No­tie­ren Sie die Vo­ka­bel deut­lich in gro­ßen Buch­sta­ben auf ei­ner Kar­tei­kar­te. Las­sen Sie Ihr Kind das Wort buch­sta­bie­ren. Da­nach soll es ver­su­chen, das Wort noch ein­mal schrift­lich zu fi­xie­ren.

Mutter und Junge lernen zusammenMit Hil­fe ei­nes Kar­tei­kas­tens kön­nen Sie die Übung wie­der­ho­len. Im vor­ders­ten Fach sind neue schwie­ri­ge Wör­ter. Im­mer wenn Ihr Kind das Wort rich­tig no­tiert, kommt es ein Fach nach hin­ten. Gibt es Feh­ler in der Or­tho­gra­fie, las­sen Sie das Wort in dem Fach, in dem es sich be­fin­det. All­mäh­lich wer­den so auch schwie­ri­ge Wör­ter in das Lang­zeit­ge­dächt­nis über­nom­men.

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Tipp 4: Üben Sie Hand­schrift mit Ih­rem Kind

Nicht nur für klei­ne Schü­ler ist Schrei­ben ler­nen schwer. Ei­ne Recht­schreib­schwä­che kann sich bis in hö­he­re Klas­sen ne­ga­tiv auf Klau­sur­no­ten aus­wir­ken. Im schlimms­ten Fall kann sie da­zu füh­ren, dass vor al­lem Kin­der oh­ne zu­sätz­li­che Un­ter­stüt­zung durch Nach­hil­fe sit­zen blei­ben.

Ab­hil­fe schafft hier das Trai­nie­ren der Hand­schrift. Denn vor al­lem äl­te­re Schü­ler no­tie­ren kaum noch et­was hand­schrift­lich, da die mo­der­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­di­en wir SMS, Whats­app und Com­pu­ter­tas­ta­tur die Hand­schrift fast voll­kom­men aus dem pri­va­ten Be­reich ver­bannt ha­ben.

Ani­mie­ren Sie Ihr Kind zu hand­schrift­li­chen No­ti­zen. Ach­ten Sie dar­auf, dass Haus­auf­ga­ben nicht ge­tippt, son­dern ins Auf­ga­ben­heft ge­schrie­ben wer­den. Beim hand­schrift­li­chen No­tie­ren muss sich der Schü­ler näm­lich au­to­ma­tisch mit den Lau­ten und Buch­sta­ben der Wör­ter aus­ein­an­der­set­zen. Man lernt die Or­tho­gra­fie qua­si un­ter­be­wusst.

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Tipp 5: Spa­ren Sie nicht an Lob und An­er­ken­nung

Bei al­lem Üben und Pau­ken darf ein sehr wich­ti­ger Punkt nicht au­ßer Acht ge­las­sen wer­den: Lob und An­er­ken­nung. Sie sind Bal­sam für die See­le und mo­ti­vie­ren Ihr Kind zum Wei­ter­ma­chen und Durch­hal­ten.

Spa­ren Sie nicht an Lob, wenn Sie sich für Ihr Kind freu­en und er­wäh­nen Sie je­de kor­rekt ge­meis­ter­te Schreibleis­tung so­fort und ger­ne auch et­was zu über­schwäng­lich. Das schafft Ver­trau­en in die ei­ge­nen Leis­tun­gen und ist ein wich­ti­ger Fak­tor, um er­folg­reich Schrei­ben ler­nen zu kön­nen.

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Nach­hil­fe bei JOB­RUF fin­den

Sie möch­ten Ihr Kind beim Schrei­ben un­ter­stüt­zen und mit ihm die Schul­auf­ga­ben sorg­fäl­tig er­le­di­gen, Ih­nen fehlt aber die not­wen­di­ge Zeit? Bei JOB­RUF kön­nen Sie stu­den­ti­sche Nach­hil­fe­leh­rer fin­den, dei un­ter an­de­rem auch für die Be­treu­ung beim Schrei­ben ler­nen ein­ge­setzt wer­den kön­nen.

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Schrei­ben ler­nen - un­se­re Tipps für El­tern in der Über­sicht:

  • Es exis­tie­ren ver­schie­de­ne Me­tho­den zum Schrifter­werb
  • Lern­me­tho­de wir den Leh­rern meist vor­ge­ge­ben
  • Lust am Schrei­ben muss ge­för­dert wer­den
  • Kin­der soll­ten die Schreib­schrift üben
  • Trai­nie­ren Sie schwie­ri­ge Wör­ter se­pa­rat
  • Äl­te­re Schü­ler re­gel­mä­ßig zum hand­schrift­li­chen No­tie­ren an­hal­ten
  • Nicht an Lob spa­ren

Bild­quel­len (v.o.n.u.):
© "Wri­ting" by dot­match­box is li­cen­ced un­der CC BY-SA 2.0 (si­ze chan­ged)
© "Teacher me­me" by Fi­lip Pticek is li­cen­ced un­der CC BY 2.0
© "Hand­wri­ting" by Ja­mie is li­cen­ced un­der CC BY 2.0
© "Wri­ting" by Jim Cham­pi­on is li­cen­ced un­der CC BY-SA 2.0 (si­ze chan­ged)
© "Lu­cas wri­tes a mes­sa­ge" by Lars Plougmann is li­cen­ced un­der CC BY-SA 2.0 (si­ze chan­ged)