Werk­stu­dent

Vie­le Stu­die­ren­de ar­bei­ten ne­ben­bei als sog. Werk­stu­dent. Doch was ist das ei­gent­lich und was muss man be­ach­ten? In die­sem Rat­ge­ber wid­men wir uns dem The­ma voll­um­fäng­lich und ge­hen un­ter an­de­rem auf das Werk­stu­den­ten­pri­vi­leg und des­sen Aus­wir­kun­gen in der So­zi­al­ver­si­che­rung, Ge­halt, Steu­ern und die rich­ti­ge Be­wer­bung auf ei­ne pas­sen­de Werk­stu­den­ten­tä­tig­keit ein!

Schnell­na­vi­ga­ti­on

De­fi­ni­ti­on Werk­stu­dent

Vor­aus­set­zun­gen Werk­stu­den­ten­pri­vi­leg

Meh­re­re Be­schäf­ti­gun­gen als Werk­stu­dent

So­zi­al­ver­si­che­rung

Ge­halt

Steu­ern

Ur­laub und Über­stun­den

Be­wer­bung

De­fi­ni­ti­on Werk­stu­dent: Was ist das ei­gent­lich?

Oft un­ter dem Be­griff Werk­stu­dent wird i. d. R. ein Stu­die­ren­der ver­stan­den, der ei­ne fach­na­he Ne­ben­tä­tig­keit aus­übt, um sich sei­nen Le­bens­un­ter­halt zu fi­nan­zie­ren. Bei­spiel: Ein Stu­dent der Be­triebs­wirt­schafts­leh­re ar­bei­tet zu­sätz­lich im Be­reich Con­trol­ling ei­nes gro­ßen Un­ter­neh­mens.

Werk­stu­den­ten sind im Ar­beits­recht per De­fi­ni­ti­on „Per­so­nen, die als or­dent­lich Stu­die­ren­de an ei­ner Uni­ver­si­tät, Hoch­schu­le oder in ei­ner staat­lich an­er­kann­ten Fach­schu­le ein­ge­schrie­ben (im­ma­tri­ku­liert) sind und da­ne­ben ei­ner mehr als ge­ring­fü­gi­gen Be­schäf­ti­gung oder selbst­stän­di­gen Tä­tig­keit nach­ge­hen.“ Um in den Ge­nuss des sog. Werk­stu­den­ten­pri­vi­legs (Be­frei­ung von Kran­ken-, Pfle­ge- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung) zu kom­men, ist es dar­über hin­aus Vor­aus­set­zung, „dass der Werk­stu­dent tat­säch­lich sei­nen Schwer­punkt auf das Stu­di­um legt und nur ne­ben­her ar­bei­tet.“ (Stand 2019; Quel­le: wirt­schafts­le­xi­kon.gab­ler.de)

Be­deu­tet: Viel mehr als die Fach­nä­he spielt das Aus­maß der Ne­ben­tä­tig­keit ei­ne Rol­le. Ei­ne ty­pi­sche Werk­stu­den­ten­tä­tig­keit be­wegt sich dem­zu­fol­ge zwi­schen ei­nem 450-Eu­ro-Job und ei­ner hal­ben Stel­le – un­ab­hän­gig da­von, ob die Auf­ga­ben di­rekt mit den Stu­di­en­in­hal­ten zu­sam­men­hän­gen. Ty­pi­sches Bei­spiel hier­für wä­re ein Mi­di­job (850-Eu­ro-Job) mit ei­nem Um­fang von re­gel­mä­ßig 15 Std./Wo­che.

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Vor­aus­set­zun­gen für das Werk­stu­den­ten­pri­vi­leg

Durch das Werk­stu­den­ten­pri­vi­leg sind Stu­den­ten im Zu­ge ei­nes Jobs be­freit von Ab­ga­ben in der Kran­ken-, Pfle­ge- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung. Al­ler­dings müs­sen zum In­kraft­tre­ten der Re­ge­lung ei­ni­ge Vor­aus­set­zun­gen er­füllt wer­den:

Werkstudentenprivileg VoraussetzungenZum ei­nen musst du an ei­ner staat­lich an­er­kann­ten Hoch­schu­le im­ma­tri­ku­liert sein. Dort musst du des­wei­te­ren dein Stu­di­um in Voll­zeit ab­sol­vie­ren. Ein be­rufs­be­glei­ten­de Aus­bil­dung oder ein Gast­hö­rer­stu­di­um rei­chen al­so nicht aus.

Au­ßer­dem gilt der be­son­de­re Sta­tus des Werk­stu­den­ten nur bis zum 25. Fach­se­mes­ter. Du kannst al­so ma­xi­mal 12,5 Jah­re als Stu­dent in ei­nem Stu­di­en­gang ein­ge­schrie­ben sein und ne­ben­bei als Werk­stu­dent ar­bei­ten. Das Al­ter spielt al­ler­dings kei­ne Rol­le.

Wei­ter­hin gibt es auch Be­schrän­kun­gen bei der Ar­beits­zeit. Als Werk­stu­dent darfst du ma­xi­mal 20 Std./Wo­che wäh­rend des Se­mes­ters ar­bei­ten. In den Se­mes­ter­fe­ri­en darfst du zu­dem nur ma­xi­mal 26 Wo­chen in Voll­zeit ar­bei­ten, da­mit das Werk­stu­den­ten­pri­vi­leg wei­ter­hin greift (Stand 2019).

Wei­te­re In­fos fin­dest du in die­sem Ar­ti­kel:

Werk­stu­den­ten­pri­vi­leg Vor­aus­set­zun­gen

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Meh­re­re Be­schäf­ti­gun­gen als Werk­stu­dent

Du hast nicht nur ei­nen Ne­ben­job? Dann soll­test du drin­gend ei­ni­ge Din­ge be­ach­ten! Denn so­wohl die Ein­künf­te als auch die Ar­beits­zei­ten al­ler Jobs wer­den zu­sam­men­ge­zählt und be­stim­men dann über Ab­ga­ben und Steu­ern.

Werkstudent und Minijob oder PraktikumÜbst du mehr als ei­ne steu­er­pflich­ti­ge Be­schäf­ti­gung aus, wird dein Zweit­job der Steu­er­klas­se 6 zu­ge­ord­net. Da in die­ser Steu­er­klas­se die höchs­ten Ab­ga­ben an­fal­len, emp­fiehlt es sich den Ne­ben­job mit dem ge­rin­ge­ren Ver­dienst in die­ser Steu­er­klas­se zu mel­den.

Be­züg­lich des Ge­hal­tes gibt es gleich meh­re­re Grenz­wer­te. Ab 5.400 €/Jahr (Stand 2019) ver­lierst du dei­nen Bafög-An­spruch. Au­ßer­dem musst du dich dann auch selbst kran­ken­ver­si­chern. Ab 9.168 €/Jahr (Stand 2019) fal­len zu­sätz­lich Lohn­steu­ern an.

Au­ßer­dem mischt sich auch noch der Ar­beits­schutz ein. Das Ar­beits­zeit­ge­setz schreibt vor, dass zwi­schen 2 Ar­beits­ein­sät­zen ei­ne un­un­ter­bro­che­ne Ru­he­zeit von min­des­tens 11 Std. ein­ge­hal­ten wer­den muss.

Wei­te­re In­fos zu meh­re­ren Be­schäf­ti­gun­gen fin­dest du in die­sem Ar­ti­kel:

Werk­stu­dent und Mi­ni­job Prak­ti­kum

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So­zi­al­ver­si­che­rung für Werk­stu­den­ten: Kran­ken­ver­si­che­rung und Co.

Ein be­son­ders wich­ti­ges The­ma beim Ar­bei­ten ist der Ver­si­che­rungs­schutz. Grund­sätz­lich musst du als Stu­dent über ei­ne Kran­ken­ver­si­che­rung ver­fü­gen. Bis 25 kannst du kos­ten­frei über ein El­tern­teil in der ge­setz­li­chen Fa­mi­li­en­ver­si­che­rung kran­ken­ver­si­chert sein.

Werkstudent SozialversicherungWenn du mehr als 450 €/Mo­nat ver­dienst oder du äl­ter als 25 Jah­re bist, musst du dei­ne Kran­ken­ver­si­che­rung selbst be­zah­len. Hier gibt es ver­güns­tig­te Kon­di­tio­nen für Stu­den­ten. Ab dem 14. Fach­se­mes­ter bzw. wenn du 30 Jah­re oder äl­ter bist, musst du dich frei­wil­lig ge­setz­lich ver­si­chern. Die Ver­güns­ti­gun­gen grei­fen dann nicht mehr. Ei­ne pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung lohnt sich für die meis­ten Stu­den­ten nicht.

So­lan­ge das Werk­stu­den­ten­pri­vi­leg für dei­ne Tä­tig­keit An­wen­dung fin­det, fällt auf dei­nen Lohn kei­ne wei­te­re Ab­ga­be für die Kran­ken-, Pfle­ge- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung an. Bei­trä­ge zur Ren­ten­ver­si­che­rung sind al­ler­dings bei jeg­li­cher Auf­nah­me ei­ner Ar­beit zu zah­len. Hier­für wer­den dir 9,35 % dei­nes Lohns ab­ge­zo­gen (bei Mi­ni­jobs 3,7 %; Stand 2019). Nur bei Mi­ni­jobs kannst du dich auf An­trag von der Zah­lung der Ren­ten­ver­si­che­rung be­frei­en las­sen.

Wei­te­re In­fos fin­dest du in fol­gen­dem Ar­ti­kel:

Werk­stu­dent So­zi­al­ver­si­che­rung

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Ge­halt als Werk­stu­dent: Was kann man im Durch­schnitt ver­die­nen?

Werkstudent GehaltNe­ben der be­ruf­li­chen Er­fah­rung, die du sam­melst, spielt na­tür­lich in ers­ter Li­nie das Ge­halt ei­ne ent­schei­den­de Rol­le bei der Wahl des ge­eig­ne­ten Werk­stu­den­ten­jobs.

Meh­re­re Fak­to­ren ha­ben Ein­fluss auf die Hö­he des durch­schnitt­li­chen Ge­hal­tes für ei­ne Werk­stu­den­ten­stel­le. Zum Bei­spiel wer­den Stu­den­ten, die im Mas­ter­stu­di­um sind, meist bes­ser be­zahlt als Ba­che­lor­stu­den­ten.

Auch das all­ge­mei­ne Lohn­ni­veau der Re­gi­on,  in der das Un­ter­neh­men an­säs­sig ist, hat ei­ne Aus­wir­kung auf die Be­zah­lung. So zahlt man in in Hes­sen und den süd­li­chen Bun­des­län­dern Ba­den-Wür­tem­berg und Bay­ern be­son­ders gut, wäh­rend der Lohn in Ber­lin und Meck­len­burg-Vor­pom­mern ver­gleichs­wei­se ma­ger aus­fällt. 

Zu­dem spielt auch die ge­wähl­te Stu­di­en­rich­tung ei­ne gro­ße Rol­le: Ma­schi­nen­bau­er und In­for­ma­ti­ker ha­ben gu­te Chan­cen auf ei­nen gut be­zahl­ten Ne­ben­job, wäh­rend Geis­tes­wis­sen­schaft­ler es hier schwe­rer ha­ben. 

In un­se­rem Ar­ti­kel er­fährst du, in wel­chen Un­ter­neh­men du wel­chen Durch­schnitts­lohn er­war­ten kannst und wel­che Ab­zü­ge du an dei­nem Ge­halt zu er­war­ten hast:

Werk­stu­dent Ge­halt

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Werk­stu­dent und Steu­ern

Steu­er­ab­zü­ge spie­len für die meis­ten Werk­stu­den­ten kei­ne Rol­le. Erst ab ei­nem jähr­li­chen Ein­kom­men von 9.168 € (Stand: 2019) muss Lohn­steu­er be­zahlt wer­den. Dies be­deu­tet um­ge­rech­net al­so 764 €/Mo­nat net­to. In je­dem Mo­nat, in­dem du mehr als 764 € net­to ver­dienst, wer­den dir zu­nächst Lohn­steu­er ab­ge­zo­gen.

Werkstudent SteuernDer Steu­er­frei­be­trag va­ri­iert je nach Steu­er­klas­se. Die Steu­er­klas­se wie­der­um hängt da­von ab, wel­chen Fa­mi­li­en­stand du hast, ob du leib­li­che Kin­der hast und wie vie­le Ne­ben­jobs du gleich­zei­tig aus­übst.

Wenn du am Jah­res­en­de in dei­ner Steu­er­er­klä­rung dem Fi­nanz­amt nach­weist, dass du ins­ge­samt im Jahr un­ter dei­nem für dei­ne Steu­er­klas­se gül­ti­gen Frei­be­trag ge­blie­ben bist, be­kommst du dei­ne even­tu­ell vor­ab ge­zahl­te Lohn­steu­er wie­der zu­rück.

In die­sem Ar­ti­kel fin­dest du al­le In­fos noch ein­mal aus­führ­lich:

Werk­stu­dent Steu­ern

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Werk­stu­dent Ur­laub und Über­stun­den

Wie je­der an­de­re Ar­beit­neh­mer hat auch ein Werk­stu­dent An­recht auf be­zahl­ten Ur­laub. Das Bun­des­ur­laubs­ge­setz schreibt bei ei­ner Voll­zeit­ar­beit in ei­ner 6-Ta­ge-Wo­che min­des­tens 24 Werk­ta­ge Ur­laub vor. Wenn du als Werk­stu­dent we­ni­ger Ta­ge pro Wo­che ar­bei­test, wer­den die Ur­laubs­ta­ge pro­zen­tu­al be­rech­net.

Werkstudent Urlaubsanspruch ÜberstundenUr­laubs­ta­ge wer­den üb­li­cher­wei­se im Ar­beits­ver­trag ver­bind­lich fest­ge­schrie­ben und sind ge­neh­mi­gungs­pflich­tig. Das heißt, dass du auch als Stu­dent dar­auf an­ge­wie­sen bist, dass die dein Ar­beit­ge­ber die ge­wünsch­ten Ta­ge frei ge­währt. Du soll­test al­so recht­zei­tig Ur­laub für wich­ti­ge Klau­sur­ta­ge be­an­tra­gen um si­cher zu ge­hen, dass du die­se Ta­ge auch frei be­kommst.

Auch Über­stun­den kön­nen vom Ar­beit­ge­ber an­ge­ord­net wer­den und müs­sen dann auch aus­ge­führt wer­den. Als Kom­pen­sa­ti­on kannst du mit dei­nem Ar­beit­ge­ber klä­ren, ob du die Über­stun­den aus­be­zahlt be­kommst oder du da­für Frei­zeit­aus­gleich neh­men möch­test. Beim The­ma Ur­laub und Über­stun­den ist al­so im­mer ei­ne en­ge Ab­spra­che mit dem Ar­beit­ge­ber not­wen­dig.

Wei­ter In­fos und Be­rech­nungs­for­meln für dei­nen Jah­res­ur­laub fin­dest du in fol­gen­dem Ar­ti­kel:

Werk­stu­dent Ur­laubs­an­spruch Über­stun­den

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Be­wer­bung als Werk­stu­dent: In­fos und Vor­la­gen

Der ers­te Schritt zur Werk­stu­den­ten­stel­le ist dei­ne Be­wer­bung. Die­se soll­te ent­spre­chend gut ge­glie­dert sein und dei­ne Stär­ken und Fä­hig­kei­ten op­ti­mal auf­be­rei­tet dem Le­ser zu­gäng­lich ma­chen.

Im Ein­lei­tungs­teil soll­test du dein In­ter­es­se be­kun­den. Er­wäh­ne auch, falls du mit ei­nem An­sprech­part­ner im Un­ter­neh­men be­reits im Vor­feld Kon­takt hat­test.Bewerbung Werkstudent

Da­nach folgt der Haupt­teil, in dem du dei­ne Aus­bil­dung und prak­ti­schen Fä­hig­kei­ten mög­lichst aus­führ­lich dar­legst. Au­ßer­dem soll­te aus dei­nem Text klar her­vor­ge­hen, war­um du dich ge­ra­de für ei­ne Be­wer­bung bei die­sem Un­ter­neh­men ent­schie­den hast.

Im Haupt­teil soll­test du größt­mög­li­che In­di­vi­dua­li­tät be­wei­sen: Ab­ge­dro­sche­ne Ein­heits­flos­keln gilt es zu ver­mei­den. Drü­cke dich klar, aber in­di­vi­du­ell und span­nend aus. Denn ne­ben dei­ner spe­zi­el­len Vor­bil­dung sind es be­son­ders die an­spre­chen­den und er­fri­schen­den For­mu­lie­run­gen, die dein Be­wer­bungs­an­schrei­ben in den Au­gen des Per­so­na­lers in­ter­es­sant macht.

Wei­te­re In­fos und Mus­ter-Vor­la­gen fin­dest du in un­se­rem Ar­ti­kel:

Be­wer­bung Werk­stu­dent

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