Werk­stu­dent und Mi­ni­job, Prak­ti­kum, Selbst­stän­dig oder Gleit­zo­ne gleich­zei­tig

Um die Vor­tei­le des Stu­den­ten­sta­tus in der So­zi­al­ver­si­che­rung zu ge­nie­ßen, gel­ten grund­sätz­lich bei ei­ner Tä­tig­keit als Werk­stu­dent und ei­nem Mi­ni­job, Prak­ti­kum, ei­ner selbst­stän­di­gen Ar­beit oder ei­nem Job in der Gleit­zo­ne die glei­chen Vor­aus­set­zun­gen wie bei le­dig­lich ei­ner Be­schäf­ti­gung.

Be­son­de­res Au­gen­merk soll­test du al­ler­dings auf zwei Fak­to­ren le­gen:

  • Ar­beits­zeit: Die re­gel­mä­ßi­ge Ar­beits­zeit soll­te bei al­len Be­schäf­ti­gun­gen zu­sam­men­ge­rech­net ei­nen Um­fang von 20 Std. pro Wo­che im Se­mes­ter nicht über­schrei­ten
  • Ein­kom­men: Ver­dienst du ins­ge­samt über 9.168 € pro Jahr (Grund­frei­be­trag in der Ein­kom­mens­steu­er; Stand 2019), fällt für dei­nen Mehr­ver­dienst u. U. für dich als Werk­stu­dent Steu­ern an

In der Fol­ge ge­hen wir kurz auf die Kom­bi­na­ti­on ei­nes Werk­stu­den­ten­jobs und ver­schie­de­nen wei­te­ren Be­schäf­ti­gungs­for­men ein und er­klä­ren, was du be­ach­ten musst und wel­che Aus­nah­men es gibt.

Un­ser Tipp:
Übst du mehr als ei­ne steu­er­pflich­ti­ge Be­schäf­ti­gung aus, wird dein Zweit­job der Steu­er­klas­se 6 zu­ge­ord­net. Da in die­ser Steu­er­klas­se die höchs­ten Ab­ga­ben an­fal­len, emp­fiehlt es sich den Ne­ben­job mit dem ge­rin­ge­ren Ver­dienst in die­ser Steu­er­klas­se zu mel­den.

Schnell­na­vi­ga­ti­on

Werk­stu­dent und ge­ring­fü­gi­ge Be­schäf­ti­gung

Werk­stu­dent und kurz­fris­ti­ge Be­schäf­ti­gung

Werk­stu­dent und Prak­ti­kum

Werk­stu­dent und selbst­stän­dig

2 Werk­stu­den­ten­jobs in der Gleit­zo­ne

Zu­sam­men­fas­sung

Werk­stu­dent und ge­ring­fü­gi­ge Be­schäf­ti­gung (450-Eu­ro-Job) gleich­zei­tig

Wenn du gleich­zei­tig als Werk­stu­dent ar­bei­test und ei­ne ge­ring­fü­gi­ge Be­schäf­ti­gung aus­übst, ist es vor al­lem wich­tig, dass du dei­ne wö­chent­li­che Ge­samt­ar­beits­zeit von max. 20 Std. im Blick be­hältst, da­mit das Werk­stu­den­ten­pri­vi­leg An­wen­dung fin­det und kei­ne Ab­ga­ben in Kran­ken-, Pfle­ge- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung an­fal­len.

In 450-Eu­ro-Jobs musst du als Ar­beit­neh­mer in die­sen Zwei­gen der So­zi­al­ver­si­che­rung grund­sätz­lich kei­ne Ab­ga­ben zah­len – und kannst dich zu­sätz­lich von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht ak­tiv be­frei­en las­sen.

Ein Bei­spiel:
Du ar­bei­test in Fir­ma A 15 Std. pro Wo­che als Werk­stu­dent und in Fir­ma B 5 Std. pro Wo­che auf Mi­ni­job-Ba­sis. Du zahlst le­dig­lich Ab­ga­ben in der Ren­ten­ver­si­che­rung. Über­schrei­test du durch ei­ne Mehr­ar­beit in ei­ne der bei­den Be­schäf­ti­gun­gen ei­ne re­gel­mä­ßi­ge wö­chent­li­che Ar­beits­zeit von 20 Std., ist dein Werk­stu­den­ten­job voll so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig.

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Werk­stu­dent und kurz­fris­ti­ge Be­schäf­ti­gung gleich­zei­tig

Ne­ben dei­ner Tä­tig­keit als Werk­stu­dent kannst du ei­ne kurz­fris­ti­ge Be­schäf­ti­gung für max. 26 Wo­chen bzw. 182 Ta­ge im Jahr an­neh­men (Stand 2019). Das Be­son­de­re: Steht ein sol­cher Job dei­nen Ver­pflich­tun­gen aus dem Stu­di­um nicht im Weg, kann die­ser auch in Voll­zeit aus­ge­übt wer­den.

Ach­te hier dar­auf, dass, soll­test du bei­de Be­schäf­ti­gun­gen gleich­zei­tig und nicht nach­ein­an­der aus­üben, die in § 3, 4 und 5 des Ar­beits­zeit­ge­set­zes (Arb­ZG) fest­ge­schrie­be­nen Re­ge­lun­gen zur max. Ar­beits­zeit, Ru­he­pau­sen und Ru­he­zei­ten ein­ge­hal­ten wer­den.

Be­hal­te auch bei meh­re­ren um­fang­rei­chen Be­schäf­ti­gun­gen dei­nen Ge­samt­ver­dienst hin­sicht­lich des Steu­er­frei­be­trags von 9.168 € pro Jahr (Stand 2019) im Au­ge – und ent­schei­de, ob sich fi­nan­zi­ell ei­ne zu­sätz­li­che Be­schäf­ti­gung über­haupt ren­tiert.

Ein Bei­spiel:
Du ar­bei­test in Fir­ma A re­gel­mä­ßig 15 Std. pro Wo­che als Werk­stu­dent. In dei­nen Se­mes­ter­fe­ri­en nimmst du in Fir­ma B zu­sätz­lich ei­nen Fe­ri­en­job mit eben­falls 17 Std. pro Wo­che an, der auf 12 Wo­chen be­fris­tet ist. Du bist wei­ter­hin be­freit von Ab­ga­ben in der Kran­ken-, Pfle­ge- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung, auch wenn bei­de Be­schäf­ti­gun­gen zu­sam­men­ge­rech­net die wö­chent­li­che Ar­beits­zeit von 20 Std. über­schrei­ten.

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Werk­stu­dent und vor­ge­schrie­be­nes oder be­zahl­tes Prak­ti­kum gleich­zei­tig

Wenn du im Rah­men dei­nes Stu­di­ums ein vor­ge­schrie­be­nes Prak­ti­kum ab­sol­vierst, gilt die­ses als Teil dei­ner Aus­bil­dung und hat kei­nen Ein­fluss auf dei­nen Stu­den­ten­sta­tus in­ner­halb der So­zi­al­ver­si­che­rung. Du kannst al­so zu­sätz­lich du dei­nem Prak­ti­kum ei­nen Job als Werk­stu­dent mit ei­nem Um­fang von bis zu 20 Std. pro Wo­che aus­üben.

Et­was an­ders sieht es aus, wenn du ne­ben dei­ner Tä­tig­keit ein frei­wil­li­ges Prak­ti­kum ab­sol­vierst. Da die­ses nicht di­rekt mit dei­nem Stu­di­um zu­sam­men­hängt, wird es be­wer­tet wie ein nor­ma­ler Ne­ben­job.

Be­deu­tet: Nur bei ei­ner Be­fris­tung dei­nes frei­wil­li­gen Prak­ti­kums auf max. 26 Wo­chen kannst du ne­ben­bei noch als Werk­stu­dent ar­bei­ten mit ei­nem Ge­samt­um­fang bei­der Tä­tig­kei­ten von mehr als 20 Std. pro Wo­che. Ist das Prak­ti­kum un­be­fris­tet und du ar­bei­test re­gel­mä­ßig mehr, bist du im Zu­ge dei­ner Werk­stu­den­ten­tä­tig­keit so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig.

Ein Bei­spiel:
Ne­ben dei­ner re­gel­mä­ßi­gen Werk­stu­den­ten­stel­le in Fir­ma A mit ei­nem Um­fang von 15 Std. ab­sol­vierst du Pflicht­prak­ti­kum für dein Stu­di­um – un­ab­hän­gig von der Dau­er des Prak­ti­kums kannst wei­ter­hin dei­nen Job aus­üben.

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Werk­stu­dent und selbst­stän­dig gleich­zei­tig

Du hast als Stu­dent die Mög­lich­keit, ne­ben dei­ner Be­schäf­ti­gung als Werk­stu­dent wei­te­re Ein­künf­te aus ei­ner selbst­stän­di­gen Tä­tig­keit zu er­zie­len. Ent­we­der wenn du auf als Stu­dent auf Ge­wer­be­schein ar­bei­test oder frei­be­ruf­lich tä­tig wirst.

Da­mit du in dei­ner Be­schäf­ti­gung als Werk­stu­dent wei­ter­hin nur dei­nen RV-Bei­trag zahlst, ist es auch hier wich­tig, dass du mit al­len Jobs nicht mehr als 20 Std. pro Wo­che im Se­mes­ter ar­bei­test.

Be­hal­te auch hier un­be­dingt dei­ne Ge­samt­ein­künf­te im Au­ge. Denn wenn dein Ge­samt­ein­kom­men den Frei­be­trag von 9.168 € (Stand 2019) über­steigt, musst du die Mehr­ein­künf­te ver­steu­ern.

Ein Bei­spiel:
Du ar­bei­test in Fir­ma A als Werk­stu­dent in ei­nem Um­fang von 15 Std./Wo­che und ar­bei­test hin und wie­der selbst­stän­dig als Tex­ter. Da du re­gel­mä­ßig we­ni­ger als 20 Std./Wo­che ar­bei­test, fal­len kei­ne Ab­ga­ben in der So­zi­al­ver­si­che­rung an, dein Ein­kom­men musst du aber ggf. ver­steu­ern.

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2 Werk­stu­den­ten­jobs in der Gleit­zo­ne

In der Pra­xis eher sel­ten, aber theo­re­tisch durch­aus mög­lich: Du kannst auch 2 Werk­stu­den­ten­jobs mit z. B. je 10 Ar­beits­stun­den pro Wo­che gleich­zei­tig aus­üben. In bei­den Ne­ben­jobs giltst du als Werk­stu­dent, wenn du je­weils durch­schnitt­lich mehr als 450 €/Mo­nat ver­dienst, al­so im Zu­ge ei­nes Mi­di­jobs in der Gleit­zo­ne ar­bei­test.

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Zu­sam­men­fas­sung:

  • Man darf recht­lich auch meh­re­re Ne­ben­jobs ha­ben
  • Die re­gu­lä­re wö­chent­li­che Ar­beits­zeit al­ler Jobs zu­sam­men darf 20 Std. nicht über­schrei­ten
  • Ab 5400 €/Jahr ent­fällt der Bafög-An­spruch und man muss sich selbst kran­ken­ver­si­chern
  • Das Ge­samt­ein­kom­men soll­te nicht über 9180 €/Jahr lie­gen, um Lohn­steu­er zu ver­mei­den
  • Zwi­schen den Ar­beits­zei­ten gel­ten Ru­he­pau­sen von min­des­tens 11 Std.
  • Ein un­be­fris­te­tes be­zahl­tes Prak­ti­kum wird als Ne­ben­job be­wer­tet und ist so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti

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