Rechnen lernen

Rich­tig rech­nen ler­nen

Rich­tig rech­nen ler­nen ist kein He­xen­werk. Doch ob­wohl es zu den drei wich­tigs­ten Bil­dungs­zie­len der Grund­schu­le ge­hört, ha­ben vie­le Kin­der Pro­ble­me mit Ma­the­ma­tik. Rech­nen ist schön und macht Freu­de, wenn es auf die rich­ti­ge Art und Wei­se ge­lehrt und ge­übt wird. Wir zei­gen Ih­nen, wie Pro­ble­me mit dem Rech­nen ent­ste­hen kön­nen und ge­ben Ih­nen Tipps zum Rech­nen ler­nen mit Ih­rem Kind.

Schnell­na­vi­ga­ti­on

Grund­schul­leh­rer un­ter Zeit­druck

Un­ter­richt in hö­he­ren Klas­sen zu abs­trakt

Zah­len und Men­gen ver­an­schau­li­chen (1)

Räum­li­che Wahr­neh­mung schu­len (2)

Re­chen­weg ein­hal­ten (3)

Kind er­klä­ren las­sen (4)

Lang­sam und deut­lich spre­chen (5)

Nach­hil­fe­leh­rer von JOB­RUF

Zu­sam­men­fas­sung

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Grund­schul­leh­rer un­ter Zeit­druck

Be­reits ab der ers­ten Klas­se er­hal­ten Grund­schü­ler Ma­the­ma­tik­un­ter­richt. Sie wer­den durch Ih­ren Leh­rer be­hut­sam an die Welt der Zah­len her­an­ge­führt, um so ein grund­le­gen­des Zah­len­ver­ständ­nis zu er­hal­ten.

Murmeln auf einem TischAl­ler­dings ste­hen Leh­rer be­reits in der Grund­schu­le un­ter ei­nem sehr gro­ßen Zeit­druck. Denn nicht nur Ma­the­ma­tik, son­dern auch das Schrei­ben ler­nen nimmt viel Zeit in An­spruch. Die Fol­ge: Für schwä­che­re Schü­ler, die Sach­ver­hal­te nicht ganz so schnell be­grei­fen wie ih­re Mit­schü­ler, bleibt oft­mals nicht die nö­ti­ge Zeit, um sie in­di­vi­du­ell zu för­dern.

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Un­ter­richt in hö­he­ren Klas­sen oft zu abs­trakt

Ein wei­te­res Pro­blem des Schul­un­ter­richts ist ei­ne oft­mals zu theo­re­ti­sche Vor­ge­hens­wei­se. Wäh­rend man beim Rech­nen ler­nen in der Grund­schu­le an­fäng­lich noch die Zah­len gut mit kon­kre­ten Ge­gen­stän­den ver­deut­li­chen kann, wird die­se Me­tho­de beim Ad­die­ren und Sub­tra­hie­ren im hö­he­ren Zah­len­raum zu­neh­mend abs­trak­ter. Zu­dem hat man zur kon­kre­ten Ver­an­schau­li­chung hö­he­rer Zah­len ei­nen hö­he­ren Ma­te­ri­al­auf­wand, den die meis­ten Schu­len auf­grund knap­per Kas­sen der Kom­mu­nen nicht fi­nan­zie­ren kön­nen.

Dann zei­gen die meis­ten Schü­ler be­reits ers­te An­zei­chen von Re­chen­pro­ble­men. Im Ge­gen­satz zur Re­chen­schwä­che liegt die Ur­sa­che al­ler­dings eher dar­in, dass die Kin­der noch nicht pro­blem­los ma­the­ma­tisch ab­stra­hie­ren kön­nen und hier Übung brau­chen.

Ge­ra­de am An­fang der Schul­lauf­bahn ist es des­halb von gro­ßer Be­deu­tung, dass man Kin­der beim Rech­nen ler­nen zu­sätz­lich zum Ma­the­ma­tik­un­ter­richt un­ter­stützt. Wir möch­ten Ih­nen im Fol­gen­den auf­zei­gen, wie Sie dies zu­hau­se im ent­spann­ten Um­feld mit ein­fa­chen Tipps um­set­zen kön­nen.

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Tipp 1: Ver­an­schau­li­chen Sie Zah­len und Men­gen

Um ein Ver­ständ­nis von Zah­len und Men­gen zu er­hal­ten, be­nö­ti­gen die meis­ten Erst­kläss­ler kon­kre­te An­schau­ungs­ob­jek­te. Erst durch Ab­zäh­len, Ord­nen und An­fas­sen ver­schie­de­ner Men­gen von kon­kre­ten Ge­gen­stän­den kann das Kind ein ech­tes Ver­ständ­nis für Zah­len­räu­me und die Be­deu­tung ein­zel­ner Zah­len ent­wi­ckeln.

Üben Sie die Grund­re­chen­ar­ten zu­hau­se mit kon­kre­ten Ge­gen­stän­den – Mur­meln, Gum­mi­bär­chen oder Le­go­stei­ne sind be­son­ders gut ge­eig­net, um das Rech­nen zu üben. Las­sen Sie Ihr Kind die Ge­gen­stän­de ab­zäh­len, ad­die­ren, sub­tra­hie­ren und in Por­tio­nen auf­tei­len.

Hin­weis:
Das „Er­grei­fen der Men­gen“ mit den ei­ge­nen Hän­den schafft ei­ne un­mit­tel­ba­re Ver­bin­dung zum Zahl­wert. So er­fährt Ihr Kind den In­halt der abs­trak­ten Zahl­zei­chen kon­kret.

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Tipp 2 : Schu­len Sie die räum­li­che Wahr­neh­mung

Ne­ben den Grund­re­chen­ar­ten wer­den in der Grund­schu­le auch ers­te geo­me­tri­sche Grund­la­gen er­ör­tert. Vie­le Schü­ler ha­ben gro­ße Pro­ble­me da­mit, die auf dem Pa­pier ein­di­men­sio­na­len geo­me­tri­schen Fi­gu­ren als drei­di­men­sio­na­le Ge­gen­stän­de zu be­grei­fen. Ih­nen fehlt das grund­le­gen­de Raum­ver­ständ­nis.

Würfel mit rundem LochLas­sen Sie Ihr Kind be­wusst durch ei­nen Raum ih­rer Woh­nung oder Ih­res Hau­ses ge­hen. Er­klä­ren Sie, um wel­che geo­me­tri­sche Fi­gur es sich han­delt. Er­klä­ren Sie, was ei­ne Ecke ist. Auch Spiel­sa­chen, die man grei­fen kann, sind da­für ge­eig­net, räum­li­ches Ver­ständ­nis zu ent­wi­ckeln. Er­klä­ren Sie den Ball als Ku­gel, den Le­go­stein als Recht­eck und so wei­ter. Bin­den Sie die­se Übun­gen ein, wenn Sie ge­mein­sam Haus­auf­ga­ben ma­chen.

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Tipp 3: Vor­ge­ge­be­nen Re­chen­weg ein­hal­ten

Re­chen­me­tho­den wer­den meist mit kon­kre­ten Lö­sungs­we­gen ge­lehrt und er­läu­tert. Wenn Sie mit Ih­rem Kind ge­mein­sam Rech­nen üben, soll­ten Sie sich die­sen Lö­sungs­weg zu Ei­gen ma­chen, ganz un­ge­ach­tet da­von, wie Sie selbst die Re­chen­auf­ga­be lö­sen wür­den.

Ach­ten Sie dar­auf, dass Ihr Kind im­mer dem­sel­ben Lö­sungs­weg folgt und die­sen ver­in­ner­licht. Wenn Sie flei­ßig üben, er­rei­chen Sie ei­ne Au­to­ma­ti­sie­rung, die es dem Schü­ler er­mög­licht, ein­fa­che Re­chen­auf­ga­ben schnell und oh­ne gro­ßes Nach­den­ken zu lö­sen. Wenn sich Ihr Kind meh­re­re Re­chen­we­ge ler­nen muss, ist das ge­ra­de für Grund­schü­ler sehr ver­wir­rend.

Un­ser Tipp:
Wenn sich Ihr Kind ver­rech­net, las­sen Sie es sei­nen Re­chen­feh­ler im Re­chen­weg selbst su­chen. Da­durch stär­ken Sie sei­ne Auf­merk­sam­keit und es lernt un­ter­be­wusst, an wel­cher Stel­le es be­son­ders auf­pas­sen muss.

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Tipp 4: Las­sen Sie Ihr Kind er­klä­ren

Das pu­re Nach­spre­chen und stu­res Üben des Re­chen­we­ges reicht al­ler­dings meis­tens nicht aus, um ihn zu ver­in­ner­li­chen und so­mit rich­tig rech­nen ler­nen zu kön­nen. Wir ken­nen die­sen Ef­fekt al­le vom Aus­wen­dig­ler­nen von Ge­dich­ten: den Wort­laut kön­nen wir noch Jah­re spä­ter wie­der­ge­ben, ein tie­fe­res Ver­ständ­nis des In­hal­tes ha­ben wir aber nicht mehr. Ähn­lich ist es auch beim Le­sen ler­nen, wenn man als An­fän­ger zwar die Sil­ben und Wör­ter er­kennt, aber dem Text kei­ne Aus­sa­ge ent­neh­men kann.

Ordner mit PappuhrUm den Re­chen­weg wirk­lich im Ge­hirn zu spei­chern, müs­sen Sie Ihr Kind da­zu an­re­gen, Ih­nen die­sen in ei­ge­nen Wor­ten zu er­läu­tern. Fra­gen Sie ge­nau nach: War­um ma­chen wir das jetzt so? Wie bist du denn auf die Lö­sung ge­kom­men? Kannst du mir das noch ein­mal er­klä­ren? Spie­len Sie qua­si „un­wis­sen­de“ El­tern. So kommt das Kind in die Po­si­ti­on des Er­klä­ren­den. Po­si­ti­ver Ne­ben­ef­fekt: die­se Art des Übens stärkt das Selbst­be­wusst­sein.

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Tipp 5: Spre­chen Sie lang­sam und deut­lich

Wir Er­wach­se­ne nei­gen da­zu, im­mer schnel­ler und un­ru­hi­ger zu spre­chen, wenn wir die Ge­duld ver­lie­ren und für uns ein­fa­che Din­ge zum wie­der­hol­ten Ma­le er­klä­ren sol­len. Un­se­ren Kin­dern ist die­se Art des Spre­chens je­doch fremd und sie kön­nen die In­for­ma­tio­nen dann nicht op­ti­mal ver­ste­hen und aus­wer­ten.

Be­mü­hen Sie sich, auch beim sechs­ten Mal lang­sam zu spre­chen. Kon­zen­trie­ren Sie sich auf das We­sent­li­che Ih­rer Aus­sa­ge und ver­wen­den Sie im­mer wie­der die glei­chen For­mu­lie­run­gen. Ihr Kind muss sich erst an das abs­trak­te Den­ken ge­wöh­nen, das für das Rech­nen ler­nen wich­tig ist.

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Nach­hil­fe Ma­the­ma­tik für Grund­schü­ler bei JOB­RUF fin­den

Sie möch­ten Ihr Kind beim Rech­nen un­ter­stüt­zen ha­ben aber nicht täg­lich Zeit zum Üben? Bei JOB­RUF kön­nen Sie stu­den­ti­sche Nach­hil­fe­leh­rer fin­den, die ger­ne auch mit Ih­rem Kind ma­the­ma­ti­sche Grund­la­gen ein­üben und beim Er­le­di­gen der all­täg­li­chen Schul­auf­ga­ben zur Sei­te ste­hen.

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Rech­nen ler­nen - Un­se­re Tipps auf ei­nen Blick:

  • Zah­len durch Ge­gen­stän­de ver­an­schau­li­chen
  • Räum­li­che Wahr­neh­mung des Kin­des schu­len
  • Im­mer dem er­lern­ten Re­chen­weg fol­gen
  • Las­sen Sie Ihr Kind sein Tun er­klä­ren
  • Lang­sam und deut­lich spre­chen


Bild­quel­len (v.o.n.u.):
© "do­ing math at Sto­ny Brook" by Bryan Alex­an­der is li­cen­ced un­der CC BY 2.0
© "Marbles" by Rich Bo­wen is li­cen­ced un­der CC BY 2.0
© "rain­bow cu­bes with ho­les" by Ja­red Tar­bell is li­cen­ced un­der CC BY 2.0
© "math note­boo­king ti­mes fi­ve" by Jim­mie is li­cen­ced un­der CC BY 2.0