WG-Casting Worauf du bei einer WG-Besichtigung achten solltes

WG-Casting

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Endlich hast du die Zusage der Uni erhalten und schon bald startet das Studium für dich! Aber bevor du richtig im Studentenleben ankommen kannst, musst du noch die nächste Hürde meistern: die Wohnungssuche. Bezahlbare WG-Zimmer mit netten Mitbewohnern werden in den meisten Unistädten heiß umkämpft, weil die Nachfrage immer größer ist als das Angebot.Studenten beim Beer-Pong

Wenn aber auch du dich gegen pendeln oder Alleine-Wohnen und für das WG-Leben entschieden hast, haben wir nützliche Tipps für dich, worauf du bei einer WG-Besichtigung, dem sogenannten WG-Casting, unbedingt achten, womit du punkten kannst und welche Fragen du dir nicht gefallen lassen solltest.

Die Vorbereitung auf die WG-Besichtigung

Auf einschlägigen Internetportalen wie etwa wg-gesucht.de oder über das schwarze Brett an deiner Uni findest du passende Zimmerangebote, auf die du dich dann mit einem Anschreiben (Online per Email) oder einem einfachen Telefonat bewerben kannst. Achte hierbei bitte darauf, dass du deine potenziellen neuen Mitbewohner auch auf dem Kanal kontaktierst, den Sie in Ihrer Anzeige als bevorzugt angegeben haben.

Wenn du dann nach dem Erstkontakt eine Einladung zur Besichtigung hast, solltest du dich auf diesen Termin gut vorbereiten. Letztendlich unterscheidet sich die Vorbereitung auf eine Zimmerbesichtigung kaum von einem Vorstellungsgespräch auf deinen Traumjob, denn auch hier geht es darum, dich besser als all deine Mitbewerber verkaufen zu können und einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Deshalb hier ein paar Tipps für deine eigene WG-Casting Checkliste:

  • Rieche ich gut? Achte darauf, dass du vor dem Termin noch einmal duschst, Deo benutzt und dir die Zähne putzt. Für den ersten Eindruck gibt es nämlich keine zweite Chance. Welche Kleidung du trägst, spielt eigentlich keine Rolle, solange du dich in deinem Outfit wohl fühlst und du selbst bist! Du hast gleich mehrere Termine hintereinander? Dann nimm dir Deo und eine Packung Kaugummi mit, die du zwischen den Terminen noch einmal benutzen kannst - falls nötig.
  • Was stand nochmal in der Anzeige? Nichts ist peinlicher, als schlecht vorbereitet zu erscheinen. Mach dir kleine Spickzettel mit der Größe des Zimmers, dem Preis, den Namen und der Anzahl deiner Mitbewohner und eventuellen Besonderheiten (z. B. Garten, Geschirrspüler, Waschmaschine etc.). Bevor du klingelst, wirfst du einfach nochmal einen Blick darauf und steckst den Zettel dann wieder unauffällig in die Hosentasche. Wenn du alle Eckdaten noch einmal bei deinen vermeintlich zukünftigen Mitbewohnern erfragen musst, könnte das nicht nur nervig sein, sondern auch mit Gleichgültigkeit deinerseits abgetan werden.
  • Darf ich meine Eltern vielleicht zum WG-Casting mitnehmen? Egal ob Mutter, Vater, Freund oder Freundin, außer dir hat bei der Besichtigung eigentlich keiner etwas zu suchen! Solltest du wirklich extrem unsicher sein und gegen deine Aufregung eine freundliche Unterstützung brauchen, kündige dies vorab an und schaue genau, wie deine Mitbewohner reagieren. „Von mir aus!“ ist keine gute Reaktion – ein herzliches „Ja, klar, gerne!“ hingegen schon. Mama und Papa sind aber weiterhin tabu, sonst kommen deine potentiellen Mitbewohner noch auf den Gedanken dich bemuttern zu müssen, sobald du eingezogen bist. Und das will wirklich keiner!
  • Würde ein Geschenk meine Chancen vielleicht erhöhen? Bestechungsgeschenke mitzubringen, ist grundsätzlich eher keine gute Idee. Damit setzt du deine zukünftigen Mitbewohner unter Druck, lässt andere Mitbewerber dumm aussehen und kommst rüber wie der größte Schleimer. Es gibt allerdings Ausnahmen! Nämlich dann, wenn deine potentiellen Mitbewohner anstatt zu einer klassischen WG-Besichtigung direkt zu einem gemeinsamen Kochabend einladen, um sich ein genaues Bild von dir machen zu können. Hier darfst du gerne von dir aus eine Flasche Wein, Limo und Bier mitbringen!
  • Reichen 20 Minuten für einen Termin? Plane ausreichend Zeit für das WG-Casting ein (mindestens eine Stunde), da die Dauer oft schon bestimmt, wie gut deine Chancen stehen, das freie Zimmer zu ergattern. Stehst du nach 10 Minuten schon wieder auf der Straße, kannst du davon ausgehen, dass die Chemie nicht gestimmt hat und du dich weiter um ein Zimmer in einer anderen WG bemühen musst!Zwei lachende junge Frauen auf einer Couch

Ablauf und Dauer einer WG-Besichtigung

Selbstverständlich handhabt jede WG den Ablauf der WG-Besichtigung anders, aber in der Regel werden Einzeltermine vergeben. Versuche unbedingt, möglichst pünktlich zum WG-Casting zu erscheinen, damit du nicht in einen anderen Termin hineinplatzt bzw. für dich nur noch wenig Zeit übrig ist, weil schon der nächste Kandidat vor der Tür steht.

Zuerst wirst du dir das freie WG-Zimmer und die übrigen gemeinschaftlich genutzten Räume anschauen dürfen. Wenn du lieb fragst, darfst du mit Sicherheit auch einen Blick in die anderen WG-Zimmer werfen. Die Einrichtung und Ordnung sagt oft schon sehr viel über die Bewohner eines Zimmers aus.

Danach setzt ihr euch oft noch in der Küche oder dem Wohnzimmer zusammen, um euch etwas besser kennenzulernen. Jetzt ist deine Gelegenheit, in einem persönlichen Gespräch von deinen Qualitäten zu überzeugen. Doch auch hier solltest du einige Dinge beachten.

Gesprächstipp 1: Mit Ehrlichkeit statt schlechter Laune punkten

Deine neue WG wird der Ort sein, den du dein Zuhause nennst, d. h. du solltest dich wohlfühlen und du selbst sein können. Beim WG-Casting kommt es also nicht darauf an, die Rolle des perfekten Mitbewohners zu mimen, sondern durch Authentizität und Ehrlichkeit zu punkten.

Du putzt nicht gerne? Dann tu auch nicht so. Selbstverständlich wirst du deinen Pflichten als Mitbewohner nachkommen und deine Unordnung nach Möglichkeit ausschließlich auf dein Zimmer beschränken. Aber für deine zukünftigen Mitbewohner ist es natürlich wichtig zu wissen, dass sie dich das ein oder andere Mal mehr darum bitten müssen, das Bad zu putzen. Vielleicht kochst du dafür ja gerne oder bist handwerklich und technisch versiert.

Gesprächstipp 2: Alle Mitbewohner aktiv am Gespräch beteiligen

Achte beim Gespräch darauf, dass du dich nicht auf eine/n Mitbewohner/in fokussierst, sondern immer alle ansprichst. Um peinliche Stille zu vermeiden und ein Gespräch in Gang zu setzen, bereite Fragen für das WG-Casting vor wie etwa „ Seid ihr denn hier geboren oder auch zugezogen?“ oder „Was studiert ihr?“.

Modernes WG-ZimmerAuch ein bisschen normaler Smalltalk in der Runde bewirkt oftmals Wunder. Es geht weniger darum, ein konkretes Thema zu erörtern als vielmehr darum, eine nette Gesprächsatmosphäre zu schaffen. Denn wenn sich alle im direkten Gespräch mit dir wohlfühlen, können sie sich umso einfacher vorstellen, mit dir in den gleichen vier Wänden zu leben.

Achtung No-Go: Dich in dem Gespräch mit deinen potentiellen Mitbewohner über die anstrengende WG-Zimmer-Suche auszukotzen, ist übrigens ein absolutes No-Go. Damit baust du nur Druck auf und aus Mitleid wird selten ein WG-Zimmer vergeben!

Gesprächstipp 3: Blöde Spielchen umgehen

Manche WGs wollen ihre Bewerber auf Herz und Nieren prüfen und bereiten Tests und Spielchen vor oder schießen mit unangenehmen bzw. zu persönlichen Fragen über das Ziel hinaus.

Hier gilt natürlich auch der Vorsatz, authentisch zu bleiben. Wenn du an so etwas wie z. B. Wett-Spülen oder Saufspielchen keinen Spaß sondern nur das Gefühl hast, deine potenziellen Mitbewohner möchten dich schikanieren, kannst du den Besichtigungstermin an dieser Stelle ruhig abbrechen. Denn das sind die Menschen, mit denen du zukünftig dein Zuhause teilen würdest, und wenn ihr da schon nicht denselben Humor teilt, wird das Zusammenleben vermutlich schwierig.

Auch allzu persönliche oder unangenehme Fragen im WG-Casting wie etwa „Stöhnst du laut beim Sex?“ oder „Hast du was dagegen, wenn wir ins Bad kommen, während du auf dem Klo sitzt?“ musst du nicht beantworten. Sag einfach ganz ehrlich, dass dir Fragen dieser Art zu persönlich sind.

Hinweis:
Wenn du dich so gar nicht mit dem Stil und der Einrichtung der anderen Zimmer und in den gemeinschaftlich genutzten Räumen identifizieren kannst oder dir die persönlichen Fragen eindeutig zu weit gingen, solltest du ernsthaft darüber nachdenken, ob du in diese WG und zu ihren Bewohnern auch wirklich passt.

Nach dem WG-Casting ist vor der Zusage: Die Nachbereitung

Bei der Verabschiedung kannst du gerne erfragen, wann du mit einer Rückmeldung rechnen darfst. Oft sprechen die WG-Bewohner dies aber auch von selbst bei der Verabschiedung an.

Eventuell musst du Unterlagen bei der WG-Besichtigung ausfüllen wie etwa einen Fragebogen, damit du nach zahlreichen Terminen nicht mit anderen Bewerbern durcheinandergebracht wirst.Junger Mann mit Handy vor schwarzem Brett

Wenn das WG-Casting dann vorbei ist und eine WG dir besonders gut gefallen hat, kannst du dich auch danach noch einmal bei den Mitbewohnern ins Spiel bringen. Könntest du vielleicht etwas besonders Tolles wie z. B. einen Kaffeevollautomaten oder eine neue Waschmaschine beisteuern? Dann würden wir dir raten, im Nachhinein noch eine Nachricht an die WG deiner Träume zu senden, um diesen Pluspunkt nicht unerwähnt zu lassen.

Allerdings würden wir dir eher davon abraten, jetzt noch einmal anzurufen und ganz konkret zu fragen, ob sich die WG bereits entschieden hat und du das Zimmer bekommen kannst. Das macht nämlich einen eher schlechten Eindruck.

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