Aus­lands­se­mes­ter pla­nen

Kar­rie­re ma­chen und gu­tes Geld ver­die­nen – zwei Ge­dan­ken, die vie­le Ab­itu­ri­en­ten be­schlei­chen, wenn sie über den spä­te­ren Wer­de­gang nach­den­ken. Das Stu­di­um öff­net Tü­ren und kann zum Sprung­brett auf der Kar­rie­re­lei­ter wer­den. Aber: Ein Hoch­schul­ab­schluss be­deu­tet nicht au­to­ma­tisch den Ein­stieg in die Chef­eta­ge. Hier­für braucht es ne­ben gu­ten Leis­tun­gen viel per­sön­li­ches En­ga­ge­ment, Mo­bi­li­tät und Fle­xi­bi­li­tät. Netz­wer­ken heißt die De­vi­se. Da­zu ge­hört auch, sich zu pro­fi­lie­ren. Letz­te­res er­rei­chen Stu­den­ten auf ganz un­ter­schied­li­chen We­gen.

In ei­ni­gen Fäl­len hilft es wei­ter, zur rich­ti­gen Zeit an der rich­ti­gen Stel­le – et­wa bei ei­nem Prak­ti­kum – zu sein. An­de­rer­seits kann Aus­lands­er­fah­rung der ent­schei­den­de Punkt sein, wel­che aus der Mas­se an­de­rer Be­wer­ber her­aus­ste­chen lässt. Ein Auf­ent­halt im Aus­land (oder meh­re­re Se­mes­ter an ei­ner an­de­ren Uni) wird des­halb von vie­len Stu­den­ten ins Au­ge ge­fasst. Vor­be­rei­tun­gen für den Trip ins Aus­land sind al­ler­dings nicht mal eben im Vor­bei­ge­hen er­le­digt. Wer ei­nen Aus­lands­auf­ent­halt wirk­lich durch­zie­hen will, muss ver­schie­de­ne Punk­te im Au­ge be­hal­ten und soll­te ge­nau wis­sen, wann mit der Pla­nung an­ge­fan­gen wer­den soll.

Schnell­na­vi­ga­ti­on

Fi­nan­zie­rung des Aus­lands­se­mes­ters

Was pas­siert mit der Woh­nung?

Woh­nung be­hal­ten

Woh­nung auf­ge­ben

Woh­nung un­ter­ver­mie­ten

For­ma­li­tä­ten für Aus­lands­se­mes­ter

An­er­ken­nung von Leis­tun­gen

Fa­zit

Stu­den­ten­jobs bei JOB­RUF fin­den

Fi­nan­zie­rung des Aus­lands­se­mes­ters

Wie man ein Aus­lands­se­mes­ter fi­nan­zie­ren kann soll­te schon früh­zei­tig ab­ge­klärt wer­den. Hier bie­ten sich ver­schie­de­ne Op­tio­nen an, wie:

  • Aus­lands-BAföG
  • Stu­di­en­kre­di­te
  • Fa­mi­li­en­dar­le­hen
  • Sti­pen­di­en/För­de­run­gen

Letz­te­re wer­den von ver­schie­de­nen Stel­len aus­ge­reicht. Ei­ne ers­te Adres­se wä­re bei­spiels­wei­se der DA­AD, der al­lein 2017 mehr als 78.000 Deut­sche ge­för­dert hat.

Über das Aus­lands-BAföG kön­nen sich Stu­den­ten ver­schie­de­ne Pos­ten för­dern las­sen. Hier­zu zäh­len un­ter an­de­rem Rei­se­kos­ten, aber auch Stu­di­en­ge­büh­ren oder hö­he­re Le­bens­hal­tungs­kos­ten. Die­se Form der För­de­rung wird al­ler­dings nur auf An­trag ge­währt. Stu­di­en­kre­di­te kön­nen un­ter an­de­rem von Ban­ken kom­men. Güns­ti­ger (und ein­fa­cher zu be­kom­men) ist die För­de­rung durch El­tern oder Groß­el­tern.

Hin­weis:
Auf die Fra­ge „Wie lan­ge vor­her soll­te man ein Aus­lands­se­mes­ter pla­nen?“ gibt es ei­gent­lich nur ei­ne Ant­wort: So früh wie nur mög­lich! Wer ein Jahr oder län­ger im Vor­aus pla­nen kann, er­spart sich un­nö­ti­gen Stress in den letz­ten Wo­chen vor Ab­rei­se. Vie­le Stu­di­en­plät­ze im Aus­land sind heiß um­kämpft, was ei­ne struk­tu­rier­te und lan­ge Pla­nung er­for­dert.

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Was pas­siert mit der bis­he­ri­gen Woh­nung?

Wer vor­über­ge­hend an ei­ner an­de­ren Uni stu­diert, drückt an der hei­mi­schen Uni „kurz“ den Pau­se-Knopf. In der Re­gel wird fest mit ei­ner Rück­kehr ge­rech­net. Für die Fra­ge nach dem wo­hin mit der Woh­nung ist das Gan­ze ei­ne Her­aus­for­de­rung. Dop­pelt Mie­te – al­so im In- und Aus­land – zah­len, ist in vie­len Fäl­len ei­ne zu gro­ße fi­nan­zi­el­le Be­las­tung. An ei­nem an­ge­spann­ten Woh­nungs­markt ein­fach das WG-Zim­mer oder Wohn­heim kün­di­gen, dürf­te al­ler­dings eben­falls nur be­dingt ei­ne Al­ter­na­ti­ve sein.

Wel­che Op­ti­on ist die bes­te Lö­sung? Grund­sätz­lich hängt die Ant­wort von in­di­vi­du­el­len Rah­men­be­din­gun­gen ab – et­wa wie lan­ge der Aus­lands­auf­ent­halt geht und was da­nach kommt.

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Woh­nung be­hal­ten: Euroscheine auf einem HolztischDie Dop­pel­be­las­tung stem­men

Aus­lands­se­mes­ter dau­ern we­ni­ge Mo­na­te. Ab­züg­lich der vor­le­sungs­frei­en Zeit han­delt es sich um ei­nen Zeit­raum zwi­schen vier bis sechs Mo­na­ten. Für die­sen doch über­schau­ba­ren Zeit­raum ein­fach das Zim­mer in ei­ner WG auf­ge­ben kommt oft nicht in Fra­ge. Ge­ra­de, wenn es da­nach di­rekt mit dem Stu­di­um in Deutsch­land wei­ter­geht, ist das Hal­ten der „Stu­den­ten­bu­de“ sinn­voll. Hin­sicht­lich der fi­nan­zi­el­len Be­las­tung der Fi­nan­zie­rung ei­nes Aus­lands­se­mes­ters wä­re es in Er­wä­gung zu zie­hen, in­ner­halb der WG ei­ne Lö­sung zu fin­den. Viel­leicht spie­len aber auch die El­tern oder Groß­el­tern bei der Fi­nan­zie­rung mit. Zu­mal das Gan­ze ei­nen Vor­teil hat: Stu­den­ten be­hal­ten ih­re Hei­mat­adres­se – in­klu­si­ve An­schrift, an die wich­ti­ge Post ge­hen kann.

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Woh­nung auf­ge­ben: Wann die­ser Schritt sinn­voll sein kann

Ei­ne 2-Zim­mer-Woh­nung kos­tet schnell 400 bis 600 €. Für Stu­den­ten, die ins Aus­land ge­hen, kei­ne leicht zu tra­gen­de Be­las­tung. We­ni­ge Mo­na­te Ab­we­sen­heit kön­nen das Hal­ten recht­fer­ti­gen. So­fern ein kom­plet­ter Stu­di­en­ab­schnitt ins Aus­land ver­la­gert wird, wä­re über die Kün­di­gung und den Aus­zug nach­zu­den­ken.

Die­ser Schritt kommt auch in Fra­ge, wenn Ba­che­l­or­ar­beit oder Mas­ter­ar­beit sich un­mit­tel­bar an den Trip ins Aus­land an­schlie­ßen. Hin­ter­grund: Die Ab­schluss­ar­beit er­for­dert in vie­len Stu­di­en­gän­gen kei­ne an­dau­ern­de An­we­sen­heit an der Uni mehr. Sie kann al­so auch be­quem zu Hau­se bei den El­tern ge­schrie­ben wer­den. Zu be­ach­ten sind al­ler­dings die Kün­di­gungs­fris­ten und Klau­seln des Miet­ver­trags.

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Woh­nung un­ter­ver­mie­ten: Die gol­de­ne Mit­te

Ei­ne Woh­nung hal­ten oder kün­di­gen sind zwei Va­ri­an­ten, die auch im­mer wie­der im Zu­ge der Pla­nung im Raum ste­hen. Es gibt als drit­te Op­ti­on die Un­ter­ver­mie­tung. Für die Dau­er des Aus­land­s­trips zieht ein­fach ein an­de­rer Stu­dent ein. Der Vor­teil: Mö­bel blei­ben da, wo sie sind. Und auch die Kos­ten sind bei die­ser Op­ti­on kein The­ma mehr. Klar muss sein, wel­che Rech­te und Pflich­ten der Un­ter­mie­ter über­nimmt. Ge­ra­de in WGs wol­len Mit­be­woh­ner in die Ent­schei­dung gern ein­ge­bun­den wer­den. Zu­dem muss ei­ne Un­ter­ver­mie­tung mit dem Ver­mie­ter im Vor­feld ab­ge­klärt wer­den.

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Aus­lands­se­mes­ter or­ga­ni­sie­ren: Wel­che For­ma­li­tä­ten sind zu er­le­di­gen?

Zur op­ti­ma­len Or­ga­ni­sa­ti­on ei­nes Aus­lands­se­mes­ters ge­hört das Küm­mern um:

  • Vi­sum/Ein­rei­se­for­ma­li­tä­ten
  • Ge­sund­heits­check
  • Ein­schrei­bung an der neu­en Uni
  • Ver­si­che­run­gen

Im Hin­blick auf das The­ma Vi­sum sind die gel­ten­den Re­ge­lun­gen un­ter­schied­lich. In­ner­halb der EU ist das Gan­ze meist un­pro­ble­ma­tisch. We­sent­lich schwie­ri­ger ist der Zu­gang mit­un­ter im Aus­land jen­seits der Eu­ro­päi­schen Uni­on.

So brau­chen Stu­den­ten für ei­nen Trip Rich­tung USA ein so­ge­nann­tes F-Vi­sum. Das An­trags­for­mu­lar für ein sol­ches Vi­sum kann un­ter an­de­rem über die US Kon­su­la­te her­un­ter­ge­la­den wer­den. Wich­tig: Da Aus­lands­se­mes­ter im­mer mit dem Vi­sum ste­hen und fal­len, kom­men Schrit­te wie das Kün­di­gen der Woh­nung erst da­nach.

Beim The­ma Ge­sund­heit geht es auch um die Fra­ge nach dem Impf­schutz. Was fehlt, soll­te auf­ge­frischt wer­den. Par­al­lel steht die Fra­ge nach der Kran­ken­ver­si­che­rung im Raum. Zu prü­fen ist, ob ei­ne klas­si­sche Rei­se­kran­ken­ver­si­che­rung reicht oder es ei­nen spe­zi­el­len Schutz braucht. Nicht aus den Au­gen zu ver­lie­ren sind die Nach­wei­se, wel­che die Gast­uni­ver­si­tät braucht. Hier ist als Bei­spiel nur der Sprach­test (et­wa TOEFL oder IELTS) zu nen­nen.

Die­ser Punkt wird spä­tes­tens zur Spra­che kom­men, wenn es um die Ein­schrei­bung an der aus­län­di­schen Hoch­schu­le geht. Feh­ler rä­chen sich meist bit­ter. Um ein Aus­lands­se­mes­ter pla­nen zu kön­nen, soll­ten Be­ra­tungs­an­ge­bo­te an der ei­ge­nen Hoch­schu­le nicht in den Wind ge­schla­gen wer­den.

Die­se sind un­ter an­de­rem in den Bü­ros der aka­de­mi­schen Aus­lands­diens­te (z. B. DA­AD), den Stu­den­ten­wer­ken und den Stu­den­ten­rä­ten zu fin­den. Letz­te­re bie­ten den Vor­teil von Er­fah­rung aus ers­ter Hand.

Un­ser Tipp:
Gu­te Chan­cen auf ein zeit­lich be­grenz­tes Stu­di­um im Aus­land bie­ten sich bei den Part­ner­hoch­schu­len der ei­ge­nen Uni­ver­si­tät.

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An­er­ken­nung von Leis­tun­gen und wei­te­re Stu­di­en­pla­nung

Aus­lands­auf­ent­hal­te für Stu­den­ten die­nen nicht dem Selbst­zweck. Im Mit­tel­punkt steht:

  • Aus­lands­er­fah­rung (The­ma Soft Skills)
  • neu­er fach­li­cher In­put
  • Ver­bes­se­rung der Stu­di­en­leis­tun­gen

Aus­lands­stu­den­ten ler­nen un­ter an­de­rem neue Ar­beits­wei­sen ken­nen und kön­nen über den Tel­ler­rand schau­en. Ei­ne sehr wich­ti­ge Kom­po­nen­te ist na­tür­lich der fach­li­che In­put. Be­glei­tet wird das Gan­ze von der Fra­ge, ob ein Aus­lands­se­mes­ter auch für den ei­ge­nen Stu­di­en­fort­schritt ei­nen Mehr­wert bie­tet?

Die­se Fra­ge ist pau­schal lei­der nicht ganz so ein­fach zu be­ant­wor­ten. Auf­grund in­halt­li­cher Un­ter­schie­de zwi­schen den Lehr­ver­an­stal­tun­gen an der Hei­mat­hoch­schu­le und den Unis im Aus­land ist es nicht ganz so leicht, Stu­di­en­leis­tun­gen ein­fach an­er­ken­nen zu las­sen.

MiniglobusEin mög­li­ches Sze­na­rio wie Sie Ihr Aus­lands­se­mes­ter selbst or­ga­ni­sie­ren kön­nen: On­line wird das Vor­le­sungs­an­ge­bot der aus­län­di­schen Wunsch-Uni ge­prüft. Sind Ver­an­stal­tun­gen mit ähn­li­chem In­halt und ver­gleich­ba­rer ECTS-Punkt­zahl dar­un­ter, könn­ten die­se an­re­chen­bar sein. Mit der Lis­te wird ein­fach bei den Be­ra­tungs­stel­len der ei­ge­nen Hoch­schu­le nach­ge­hakt.

Lei­der ist es auch heu­te im­mer noch so, dass spe­zi­ell bei Gast­hoch­schu­len, die nicht zu den Part­neru­nis ge­hö­ren, nur Ein­zelan­er­ken­nun­gen mög­lich sind. Auf die­se Wei­se wird der Auf­wand na­tür­lich in die Hö­he ge­trie­ben. Letzt­lich kann sich die­ser aber trotz al­lem loh­nen.

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Fa­zit: Gut vor­be­rei­tet ins Aus­lands­se­mes­ter star­ten

Das The­ma Stu­die­ren im Aus­land be­schäf­tigt vie­le Stu­den­ten in Deutsch­land. Wäh­rend in den Na­tur­wis­sen­schaf­ten und In­ge­nieur­be­ru­fen deut­sche Hoch­schu­len Spit­ze sind, schrei­ben sich ge­ra­de Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler oder Me­di­en­wis­sen­schaft­ler den Aus­land­s­trip nicht oh­ne Grund auf die Fah­nen. Der Trip an ei­ner Gast­hoch­schu­le ge­hört in ei­ni­gen Stu­di­en­gän­gen fast schon zum gu­ten Ton, um die Kar­rie­re rich­tig an­schie­ben zu kön­nen. Von die­sem Stand­punkt aus be­trach­tet ist die Lehr­zeit in der Frem­de Pflicht. Aber: Das vol­le Po­ten­zi­al kann das Se­mes­ter im Aus­land nur ent­fal­ten, wenn es rich­tig vor­be­rei­tet ist. Lei­der pas­sie­ren hier im­mer wie­der Feh­ler, die letzt­lich für Frust sor­gen. Da­bei muss es nicht mal um die Woh­nung ge­hen. Pri­vat or­ga­ni­sier­te Auss­lands­se­mes­ter mit blind aus­ge­such­ten Kur­sen, die am En­de in Deutsch­land nicht an­er­kannt wer­den, las­sen den Puls in die Hö­he schnel­len. Är­ger, den sich je­der Stu­dent ei­gent­lich spa­ren kann.

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