Or­dent­li­che Kün­di­gung Miet­ver­trag

Ordentliche Kündigung MietvertragIhr Ver­mie­ter hat Ihr Miet­ver­hält­nis be­en­det oder Sie möch­ten Ih­re Woh­nung kün­di­gen? Da­mit Sie ei­nen bes­se­ren Über­blick be­kom­men, wann laut Miet­recht ei­ne or­dent­li­che Kün­di­gung des Miet­ver­trags wirk­sam ist und wel­che Frist es zu be­ach­ten gibt, ha­ben wir Ih­nen im Fol­gen­den die wich­tigs­ten In­for­ma­tio­nen zu­sam­men­ge­stellt.

Schnell­na­vi­ga­ti­on

Nur un­be­fris­te­te Ver­trä­ge or­dent­lich künd­bar

Kün­di­gung durch Ver­mie­ter

Kün­di­gung durch Mie­ter

Or­dent­li­che Kün­di­gung Miet­ver­trag Mus­ter

Kün­di­gungs­frist mit drei Ta­gen Ka­renz­zeit

Um­zugs­hel­fer von JOB­RUF

Nur un­be­fris­te­te Ver­trä­ge or­dent­lich künd­bar

Wenn Sie selbst Ih­ren Miet­ver­trag or­dent­lich kün­di­gen möch­ten oder al­ter­na­tiv ein ent­spre­chen­des Schrei­ben Ih­res Ver­mie­ters im Brief­kas­ten fin­den, soll­ten Sie zu­nächst wis­sen, dass zur wirk­sa­men Be­en­di­gung des Miet­ver­hält­nis­ses ei­ni­ge ge­setz­li­che Re­ge­lun­gen zu be­rück­sich­ti­gen sind.

So dür­fen nur Miet­ver­trä­ge auf­ge­löst wer­den, die oh­ne Be­fris­tung, al­so auf un­be­stimm­te Zeit, aus­ge­stellt wur­de. Ein von vorn­her­ein be­fris­te­ter Miet­ver­trag kann oh­ne ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag nicht vor­zei­tig auf­ge­löst wer­den.

Laut § 568 Abs. 1 BGB muss die Kün­di­gung schrift­lich er­fol­gen, und es soll­te so­fort er­sicht­lich sein, dass es sich um ei­ne Be­en­di­gung des Kon­trakts han­delt, bei­spiels­wei­se in­dem das Wort „Kün­di­gung“ di­rekt im Be­treff steht und fett her­vor­ge­ho­ben wird.

Das Kün­di­gungs­schrei­ben ist dar­über hin­aus nur mit Un­ter­schrift gül­tig, die auch deut­lich les­bar sein soll­te. Ein Be­voll­mäch­tig­ter kann nur mit ei­ner gül­ti­gen Voll­macht kün­di­gen. Au­ßer­dem müs­sen al­le Per­so­nen, die an ei­nem Miet­ver­hält­nis be­tei­ligt sind – näm­lich sämt­li­che im Ver­trag ge­nann­ten Mie­ter und Ver­mie­ter –, die Kün­di­gung aus­spre­chen bzw. er­hal­ten.

Hin­weis:
Ent­ge­gen der oft vor­herr­schen­den Mei­nung ist im Kün­di­gungs­schrei­ben die An­ga­be des Zeit­punkts, zu wel­chem der Ver­trag auf­ge­löst wer­den soll, nicht zwin­gend er­for­der­lich. Der Ter­min er­gibt sich näm­lich au­to­ma­tisch aus dem Tag des Zu­gangs der Kün­di­gung in Ver­bin­dung mit der ge­setz­lich vor­ge­ge­be­nen Kün­di­gungs­frist.

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Or­dent­li­che Kün­di­gung des Miet­ver­trags durch den Ver­mie­ter

Für ei­ne wirk­sa­me or­dent­li­che Kün­di­gung des Miet­ver­tra­ges durch den Ver­mie­ter muss die­ser Grün­de für die Be­en­di­gung des Miet­ver­hält­nis­ses nen­nen. Die­se müs­sen klar er­sicht­lich sein und wi­der­spie­geln, dass das In­ter­es­se an der Ver­trags­auf­lö­sung wirk­lich be­rech­tigt ist (sie­he § 573 Abs. 1 BGB).

Wich­ti­ge und be­rech­tig­te Grün­de kön­nen z. B. sein:

  • Der Mie­ter hält Ab­ma­chun­gen und Pflich­ten, die ver­trag­lich ge­re­gelt wur­den, nicht ein. Da­bei kann es sich z. B. um Ver­stö­ße ge­gen die Haus­ord­nung, vor­sätz­li­che Be­schä­di­gung der Miet­sa­che oder Zah­lungs­ver­zug han­deln.
  • Die Woh­nung wird für den Ei­gen­be­darf be­nö­tigt – al­so für den Ver­mie­ter selbst, sei­ne Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen oder An­ge­hö­ri­ge des Haus­hal­tes. Laut Miet­recht müs­sen die Grün­de ver­nünf­tig und nach­voll­zieh­bar dar­ge­legt wer­den.
  • Ei­ne Wei­ter­füh­rung des Miet­ver­hält­nis­ses wä­re zu un­ren­ta­bel bzw. der Ver­mie­ter ist an ei­ner an­ge­mes­se­nen wirt­schaft­li­chen Ver­wer­tung des Grund­stücks ge­hin­dert. Hier­zu kann es z. B. kom­men, wenn der Ver­mie­ter auf­grund der be­ste­hen­den Ver­mie­tung das Haus nur zu ei­nem sehr viel ge­rin­ge­rem Ver­kaufs­preis ver­äu­ßern kann. In die­sem Fall müs­sen Ver­mie­ter be­grün­den, war­um sie auf den Ver­kauf an­ge­wie­sen ist und eben­falls den Un­ter­schied des Kauf­prei­ses bei ge­räum­tem und ver­mie­te­tem Haus dar­le­gen.

Fin­det ei­ner die­ser drei Grün­de An­wen­dung, kann ei­ne or­dent­li­che Kün­di­gung der Woh­nung durch den Ver­mie­ter un­ter Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen Frist aus­ge­spro­chen wer­den. Die­se ori­en­tiert sich hier­bei an der Dau­er des Miet­ver­hält­nis­ses – je län­ger der Miet­ver­trag be­stand, des­to län­ger fällt auch die Kün­di­gungs­frist aus. In Zah­len be­deu­tet dies: Wohnt der Mie­ter bis zu fünf Jah­ren in der Woh­nung, be­trägt die Frist drei Mo­na­te, bis zu acht Jah­ren sechs Mo­na­te und ab acht Ver­trags­jah­ren neun Mo­na­te.

Hin­weis:
Am 01. Sep­tem­ber 2001 tra­ten mit dem mo­di­fi­zier­ten Miet­recht vie­le Än­de­run­gen zu­guns­ten des Mie­ters ein. In Miet­ver­trä­gen, die vor die­sem Da­tum ab­ge­schlos­sen wur­den, kön­nen al­so durch­aus noch an­de­re Fris­ten hin­ter­legt sein, die wei­ter­hin ih­re Gül­tig­keit be­hal­ten.

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Or­dent­li­che Kün­di­gung sei­tens des Mie­ters

Ordentliche Kündigung Mietvertrag MusterIm Ge­gen­satz zu Ver­mie­tern und an­ders als der au­ßer­or­dent­li­chen Kün­di­gung des Miet­ver­tra­ges müs­sen Mie­ter zur Be­en­di­gung des Kon­trakts kei­ne Grün­de an­ge­ben.

Für die or­dent­li­che Kün­di­gung des Miet­ver­trags ha­ben Mie­ter ei­ne Frist von drei Mo­na­ten (laut § 573c Abs. 1 BGB), und zwar un­ab­hän­gig von der bis­he­ri­gen Dau­er des Miet­ver­tra­ges. Kür­ze­re Fris­ten kön­nen ver­trag­lich hin­ter­legt wer­den, län­ge­re – zu Un­guns­ten des Mie­ters – dür­fen hin­ge­ben nicht ver­ein­bart wer­den.

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Mus­ter für die or­dent­li­che Kün­di­gung der Woh­nung durch den Mie­ter

Als Bei­spiel und zum bes­se­ren Ver­ständ­nis fin­den Sie un­ter fol­gen­dem Link ei­ne Vor­la­ge für die or­dent­li­che Kün­di­gung der Woh­nung durch Mie­ter. Ein­fach den Mus­ter­brief aus­dru­cken, aus­fül­len und dem Ver­mie­ter per Ein­schrei­ben zu­kom­men las­sen:

Or­dent­li­che Kün­di­gung Miet­ver­trag Mus­ter

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Kün­di­gungs­frist mit drei Ta­gen Ka­renz­zeit

Laut § 573c BGB ist „Die Kün­di­gung spä­tes­tens am drit­ten Werk­tag ei­nes Ka­len­der­mo­nats zum Ab­lauf des über­nächs­ten Mo­nats zu­läs­sig“. Dies be­deu­tet Fol­gen­des: Das Kün­di­gungs­schrei­ben muss dem Emp­fän­ger (Mie­ter oder Ver­mie­ter; je nach­dem, wer die Kün­di­gung er­hält) spä­tes­tens am drit­ten Werk­tag des Mo­nats vor­lie­gen, da­mit die­ser Mo­nat bei der Kün­di­gungs­frist be­rück­sich­tigt wird; die­se drei Ta­ge am Mo­nats­an­fang wer­den Ka­renz­zeit ge­nannt.

Bei­spiel: Der Emp­fän­ger er­hält die Kün­di­gung am Mon­tag, den 03. Au­gust. Das Miet­ver­hält­nis en­det dem­zu­fol­ge am 31. Ok­to­ber (in den Bei­spie­len ge­hen wir von ei­ner drei­mo­na­ti­gen Kün­di­gungs­frist aus).

Kündigungsfrist mit drei Tagen KarenzzeitEr­hält der Emp­fän­ger das Schrei­ben da­ge­gen erst spä­ter, wird dem­ent­spre­chend auch die Kün­di­gung erst ei­nen Mo­nat spä­ter wirk­sam. Denn erst zum Zeit­punkt des Ein­gangs der Kün­di­gung be­ginnt die Frist.

Bei­spiel: Dem Emp­fän­ger geht die Kün­di­gung am Frei­tag, den 07. Au­gust zu. Der Miet­ver­trag läuft so­mit erst zum 30. No­vem­ber aus.

Bei der Ka­renz­zeit soll­ten Sie ei­nen Punkt aber auf je­den Fall noch be­ach­ten: Der Sams­tag zählt eben­falls als Werk­tag; das gilt es beim Ver­sen­den der Kün­di­gung zu be­rück­sich­ti­gen. Ist der drit­te Werk­tag nach der Kün­di­gung al­ler­dings ein Sams­tag, fließt die­ser nicht in die Be­rech­nung ein, und die Kün­di­gung ist auch bei Er­halt am Mon­tag noch wirk­sam.

Bei­spiel: Der Emp­fän­ger er­hält das Schrei­ben am Mitt­woch, den 05. Au­gust. Es han­delt sich al­so um den vier­ten Werk­tag des Mo­nats, und die Kün­di­gung wur­de so­mit zu spät ab­ge­schickt. Für ei­ne frist­ge­rech­te or­dent­li­che Kün­di­gung zum 31. Ok­to­ber hät­te die­se am Diens­tag, den 04. Au­gust vor­lie­gen müs­sen. Ist der 05. Au­gust  da­ge­gen ein Mon­tag – der drit­te Werk­tag so­mit ein Sams­tag – und der Emp­fän­ger er­hält die Kün­di­gung an die­sem Tag, ist die­se zum 31. Ok­to­ber wirk­sam.

Un­ser Tipp:
Um zu über­prü­fen, wann der Emp­fän­ger die Kün­di­gung er­hält, emp­fiehlt es sich, die­se per Ein­wurf Ein­schrei­ben mit Rück­schein zu ver­sen­den. Hier­mit kann das Schrei­ben nur ge­gen Un­ter­schrift des Emp­fän­gers per­sön­lich über­ge­ben wer­den. Der Sen­der er­hält dar­auf­hin ei­ne Emp­fangs­be­stä­ti­gung mit dem ge­nau­en Zu­stell­da­tum und der Emp­fän­ger-Un­ter­schrift. Die Be­stä­ti­gung kann vor al­lem bei Strei­tig­kei­ten wich­tig wer­den.

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Ist laut Miet­recht ei­ne or­dent­li­che Kün­di­gung wirk­sam, ist oft der Um­zug nicht mehr weit. Feh­len Ih­nen hier­für noch hel­fen­de Hän­de? Dann las­sen Sie sich doch von tat­kräf­ti­gen Stu­den­ten un­ter­stüt­zen!

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