Rigips streichen Anleitung in 6 Schritten

Rigips streichen

Rigips streichen

Durch die relativ leichte Verarbeitung, eine hohe Feuerfestigkeit und vielfältige Einsatzmöglichkeiten gehören Rigips- oder auch Gipskartonplatten schon lange zum Standard im Innenausbau. Sie können nach der Montage problemlos direkt auf Rigips streichen, ohne Raufaser zu tapezieren oder Malervlies anzubringen. In unserer Anleitung zeigen wir Ihnen anhand einiger praktischer Tipps, wie Sie ein perfektes Ergebnis erzielen.Pinsel auf Fensterbank

Schritt 1: Richtiges Material besorgen

Nachdem die Übergänge (Stöße) zwischen den einzelnen Platten sowie die Schraubköpfe und Fugen zwischen den Platten verspachtelt sind, können Sie mit den Vorbereitungen für den Anstrich beginnen. Messen Sie zunächst die Fläche aus, um Ihren Materialbedarf abschätzen zu können.

Welche Farbe Sie auswählen, wenn sie Rigipsplatten streichen möchten, erfragen Sie am besten in der Malerabteilung Ihres örtlichen Baumarktes. Profis verwenden in aller Regel Dispersionssilikatfarbe.

Für ein optimales Ergebnis empfehlen wir folgende Werkzeugliste:

  • Schwingschleifer und Schleifpapier
  • Handfeger (zum Entfernen von Staubresten)
  • Kartuschenpistole (zum Auftragen von Acryl in den Ecken)
  • Fugenspachtel bzw. Fugenglätter
  • Maurerquast (zum Auftragen der Grundierung)
  • Große Farbrolle
  • Kleine Farbrolle und Pinsel für Ecken und Fensterlaibungen
  • Abstreifgitter (für überschüssige Farbe)

Darüber hinaus benötigen Sie folgendes Material:

  • Acryl (für die perfekte Ausbildung von Ecken und Kanten)
  • Grundierung (Tiefengrund, nach Möglichkeit vom selben Hersteller wie die Farbe)
  • Wandfarbe (sollte nach DIN EN 13 300 genormt sein)
  • Abdeckmaterial (Karton bzw. Malerplanen, Malerkrepp und Klebeband)

Schritt 2: Richtiges Abkleben beugt Flecken vor

Bereiten Sie im ersten Schritt den Raum vor, in welchem Sie die Malerarbeiten vornehmen möchten. Sowohl Farbreste als auch die Grundierung können ohne gewissenhaftes Abkleben hässliche Flecken verursachen. Im schlimmsten Fall sind diese nicht mehr ohne Weiteres zu entfernen und Sie müssen z. B. die Heizkörper neu streichen.

Breiten Sie zunächst die Kartons bzw. die Malerplane auf dem Boden aus, sodass die gesamte Fläche komplett abgedeckt ist. Kleben Sie nun sämtliche Fenster- und Türrahmen, Griffe und Steckdosen mit Malerkrepp ab.

Unser Tipp:
Verwenden Sie zum Abkleben von Tür- bzw. Fenstergriffen und Heizungsthermostaten stets ein spezielles, etwa 5 cm breites Klebeband aus der Malerabteilung des Baumarktes. Verzichten Sie auf herkömmliche Paketklebebänder, da diese unter Umständen beim Abziehen unsaubere Kanten verursachen können, wenn die Farbe darunter gerät.

Schritt 3: Ecken und Kanten mit Acryl ausbilden

Sofern vorhanden, schließen Sie nun noch Fugen, Risse und Anschlüsse mit Hilfe des Acryls unter Verwendung der Kartuschenpistole. Tragen Sie das Material in einem Durchgang zügig auf.Arbeiter trägt Silikon auf

Anschließend sollten Sie mit dem Malerspachtel oder ganz einfach mit einem angefeuchteten Finger nachgehen und überschüssiges Acryl abtragen. So erzielen Sie eine gleichmäßige Verteilung und ein sauberes Ergebnis. Profis bevorzugen diese Methode für eine saubere Eckenausbildung.

Acryl lässt sich sehr gut verarbeiten und hervorragend mit Farbe abdecken. Beachten Sie jedoch in jedem Fall die Herstellerangaben zur Trocknungszeit – in aller Regel liegt diese bei ungefähr einem Tag.

Nicht vollständig getrocknetes Material kann nach dem Anstrich feine Risse in der Farbe verursachen. Sollten diese doch einmal entstanden sein, gehen Sie mit einem Pinsel und etwas Farbe noch einmal über die betroffenen Stellen.

Schritt 4: Schleifen und Säubern der gesamten Fläche

Bevor Sie mit den Malerarbeiten auf Gipskarton beginnen können, müssen sämtliche Flächen vollständig sauber, staubfrei und trocken sein. Verwenden Sie zum Abschleifen der überschüssigen Spachtelmasse auf größeren Flächen den Schwingschleifer.

Kleinere Schleifarbeiten, insbesondere an Wandflächen in unmittelbarer Nähe zu Fenstern, sollten mit dem Schleifpapier durchgeführt werden. Um Staub und Schmutzreste vollständig zu entfernen, benutzen Sie am besten einen Handfeger.

Unser Tipp:
Die Oberfläche der Platten sollte völlig glatt sein. Deshalb ist eine gewisse Sorgfalt beim Schleifen unabdingbar. Vermeiden Sie beispielsweise durch zu hohen Druck mit dem Schwingschleifer auf gespachtelte Bereiche unansehnliche Vertiefungen. Fugen sollten flach auslaufend und absolut eben geschliffen werden. Weniger (Kraftaufwand) ist hier oft mehr.

Schritt 5: Rigipsplatten nicht ohne Grundierung streichen

Wenn Sie auf Rigips ohne Grundierung (auch Tiefengrund genannt) streichen, entzieht der sehr saugfähige Gipskarton der Farbe zu schnell die Flüssigkeit – ein ungleichmäßiges Einziehen der Farbe mit unansehnlichen Flecken und Haarrissen ist die Folge.
Um ein einheitliches Farbbild zu erhalten, behandeln Sie die gesamte Fläche vor dem Anbringen der Farbe entsprechend vor.

Sollten Sie mit einem Tiefengrund-Konzentrat arbeiten, beachten Sie unbedingt die Herstellerangaben zur korrekten Verdünnung mit Wasser.

Möchten Sie auch eine Decke aus Rigipsplatten streichen, grundieren Sie diese zuerst. Verwenden Sie hierzu den Maurerquast, welcher die Flüssigkeit tief und gleichmäßig in den Untergrund einbürstet.Arbeiter mit Schutzmaske

Verfahren Sie anschließend auf dieselbe Weise mit den Wänden. Wir empfehlen eine Trocknungszeit von 24 Stunden, bevor Sie dazu übergehen können, auf Rigips mit Tiefengrund zu streichen – beachten Sie bitte auch hier zur Sicherheit die Herstellerangaben.

Schritt 6: Rigips zweimal streichen

Für ein sauberes Ergebnis sind in der Regel mindestens zwei Anstriche notwendig. Für den Erstanstrich verdünnen Sie die Farbe mit etwas Wasser (Verhältnis Wasser-Farbe 1:5), damit diese nicht zu schnell einzieht und eine ungleichmäßige Farbverteilung entsteht. Der zweite (und ggf. dritte) Anstrich erfolgt mit unverdünnter Farbe. Prinzipiell gelten dieselben Regeln wie beim Streichen von Raufasertapete.

Beim Erstanstrich beginnen Sie mit der Decke. Tragen Sie die Farbe mit der großen Farbrolle und der Teleskopstange satt in Bahnen auf. Anschließend folgt das Streichen der Rigipswand sowie den Ecken und Kanten im Raum. Diese Vorgehensweise kommt Ihnen bei der Trocknungszeit zwischen den Anstrichen entgegen.

Beim zweiten Durchgang gehen Sie umgekehrt vor: Erst werden die Ecken und Kanten gestrichen, dann die Decke und abschließend die Wände.

Unser Tipp:
Der Anstrich schwer zugänglicher Bereiche wie Heizungsnischen und Fensterlaibungen gelingt am besten mit der kleinen Farbrolle und ggf. Pinseln. Drehen Sie beim Anstrich benachbarter Wände die Rolle so, dass der Bügel zur Raummitte zeigt. So wird die bereits gestrichene Nachbarwand nicht zerkratzt. Säubern Sie am Ende des Einsatzes stets Ihr Werkzeug – einmal ausgetrocknet, lässt sich Farbe nur schwer wieder entfernen.

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Alles Wichtige auf einen Blick:

    • Bedarf richtig planen
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    • Richtiges Abkleben mit speziellem Klebeband verhindert Farbrückstände
    • Eckenausbildung mit Acryl
    • Glatte Oberfläche Grundvoraussetzung für die Arbeit
    • Grundierung verhindert unsauberes Farbbild
    • Erst Rigipsdecke dann -wand streichen
    • Rigipsplatten in zwei Durchgängen streichen

Bildquellen (v.o.n.u.):
© "second bedroom" by garann is licensed under CC BY-SA 2.0
© stux / pixabay.com
© "PWD Great Lakes painter Bob Wiese" by NAVFAC is licensed under CC BY 2.0
© "sanding drywall" by Georgia National Guard is licensed under CC BY 2.0

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