Um­zugs­kos­ten als Wer­bungs­kos­ten ab­set­zen

Umzugskosten als Werbungskosten absetzenWer aus be­ruf­li­chen Grün­den um­zieht, kann Um­zugs­kos­ten als Wer­bungs­kos­ten ab­set­zen – und so viel Geld spa­ren! Ei­ne An­er­ken­nung ei­nes Woh­nungs­wech­sels als be­ruf­lich be­dingt ist al­ler­dings an be­stimm­te Vor­aus­set­zun­gen ge­knüpft. Wenn die­se auf Sie zu­tref­fen, kön­nen Kos­ten in di­ver­sen Be­rei­chen gel­tend ge­macht wer­den – nicht nur in Ver­bin­dung mit dem Trans­port Ih­res Um­zugs­gu­tes.

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Grund­vor­aus­set­zung: Be­ruf­li­cher An­lass

Ab­setz­ba­re Um­zugs­kos­ten

Be­le­ge be­hal­ten

Um­zugs­hel­fer von JOB­RUF

Grund­vor­aus­set­zung: Be­ruf­li­cher An­lass steht im Vor­der­grund

Grund­vor­aus­set­zung für das Ab­set­zen der Um­zugs­kos­ten ist im­mer, dass der Woh­nungs­wech­sel in di­rek­tem Zu­sam­men­hang mit der be­ruf­li­chen Tä­tig­keit steht. Wenn Sie schon Ih­ren Ar­beits­ver­trag un­ter­schrie­ben oder die neue Ar­beits­stel­le be­reits an­ge­tre­ten ha­ben, er­kennt Ihr Fi­nanz­amt den Zu­sam­men­hang in der Re­gel an. Zie­hen Sie da­ge­gen schon um, be­vor ent­spre­chen­de ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen mit ei­nem Ar­beit­ge­ber (hier­bei kann es sich so­wohl um Ih­ren bis­he­ri­gen als auch um ei­nen neu­en han­deln) ge­trof­fen wur­den, be­steht durch­aus die Ge­fahr, dass Sie die Kos­ten nicht ab­set­zen kön­nen.

Dar­über hin­aus soll­te noch ei­ne fol­gen­der Vor­aus­set­zun­gen ge­ge­ben sein, da­mit Sie im Zu­sam­men­hang mit Ih­rem Um­zug Wer­bungs­kos­ten in der Steu­er­er­klä­rung gel­tend ma­chen kön­nen:

Vor­aus­set­zung 1: Wech­sel des Ar­beits­or­tes oder der Ar­beits­stel­le

Wer­den Sie ver­setzt oder neh­men ei­ne neue Ar­beits­stel­le an und Ihr Ar­beits­weg ver­kürzt sich er­heb­lich, ist der Um­zug be­ruf­lich be­dingt und kann von der Steu­er ab­ge­setzt wer­den. Das gilt üb­ri­gens auch, wenn Sie sich in­ner­halb ei­ner Stadt bzw. Ge­mein­de ei­ne neue Blei­be be­zie­hen.

Ein Um­zug in die un­mit­tel­ba­re Um­ge­bung, in­fol­ge des­sen sich der Ar­beits­weg nicht in aus­rei­chen­dem Ma­ße ver­kürzt (das Fi­nanz­amt be­hält sich hier ei­ne Be­ur­tei­lung im Ein­zel­fall vor), wird da­ge­gen steu­er­recht­lich als pri­vat an­ge­se­hen – und ist da­mit nicht ab­zugs­fä­hig.Berufsbedingter Umzug bei kürzerem Arbeitsweg

Vor­aus­set­zung 2: Kür­ze­rer Ar­beits­weg

Wenn sich durch den Woh­nungs­wech­sel die täg­li­che Fahrt­zeit um ins­ge­samt ei­ne Stun­de ver­rin­gert (Hin- und Rück­fahrt zu­sam­men­ge­rech­net), kön­nen Sie in Ih­rer Ein­kom­mens­steu­er­er­klä­rung Um­zugs­kos­ten als Wer­bungs­kos­ten ab­set­zen. Bei der Be­rech­nung der Fahrt­zeit ist ein durch­schnitt­li­cher Wert maß­geb­lich, der z.B. mit­hil­fe ei­nes Rou­ten­pla­ners be­rech­net wird.

Sind bei­de Ehe­gat­ten be­rufs­tä­tig, ist es nicht mög­lich, die je­wei­li­gen Fahrt­zei­ten zu­sam­men­zu­rech­nen, um die Min­des­ter­spar­nis von 60 Mi­nu­ten zu er­rei­chen.

Vor­aus­set­zung 3: Ar­beits­ort leich­ter er­reich­bar

Ist Ihr Ar­beits­ort durch den Um­zug we­sent­lich leich­ter zu er­rei­chen, kön­nen Sie die Kos­ten eben­falls bei der Steu­er be­rück­sich­ti­gen, da der Um­zug als be­rufs­be­dingt an­er­kannt wird. Dies ist bei­spiels­wei­se der Fall, wenn:

  • der Ar­beits­ort statt mit dem Au­to in we­ni­gen Mi­nu­ten zu Fuß er­reich­bar ist
  • der Weg zur Ar­beit nun mit öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln be­werk­stel­ligt wer­den kann
  • durch ei­ne Ver­kür­zung der Dis­tanz oder Ver­ein­fa­chung der Fahrt­stre­cke (z.B. Au­to­bahn statt Land­stra­ße) wird die An­fahrt zur Ar­beits­stel­le we­sent­lich er­leich­tert

 Vor­sicht:
Da die Be­mes­sung ei­nes leich­te­ren Ar­beits­we­ges mit ob­jek­ti­ven Kri­te­ri­en schwie­rig mög­lich ist, ent­schei­det das Fi­nanz­amt ab­hän­gig vom Ein­zel­fall, ob in der Ein­kom­mens­steu­er­er­klä­rung die Um­zugs­kos­ten als Wer­bungs­kos­ten ab­setz­bar sind.

Vor­aus­set­zung 4: Rück­kehr nach Deutsch­land

Nicht zu­letzt wird auch ei­ne be­rufs­be­ding­te Rück­kehr aus dem Aus­land nach Deutsch­land vom Fis­kus an­er­kannt. Auch in die­sem Fall müs­sen nach­weis­lich die be­ruf­li­chen Grün­de des Um­zugs im Vor­der­grund ste­hen, z.B. durch ei­nen be­reits un­ter­zeich­ne­ten Ar­beits­ver­trag.

Auch wenn ein ar­beits­be­ding­ter Um­zug ins Aus­land an­steht, kön­nen die Kos­ten des Woh­nungs­wech­sels ab­ge­setzt wer­den, al­ler­dings nur bis zur deut­schen Staats­gren­ze.

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Ab­setz­ba­re Um­zugs­kos­ten: Fahrt­kos­ten, Mak­ler und Co

Umzugskosten in der Einkommenssteuererklärung absetzbarWer ei­ne der ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen für ei­nen be­ruf­lich be­ding­ten Um­zug er­füllt, kann na­he­zu al­le Auf­wen­dun­gen, die im Zu­sam­men­hang mit dem Woh­nungs­wech­sel ste­hen, in der Steu­er­er­klä­rung als Wer­bungs­kos­ten gel­tend ma­chen. Ein­zi­ge Vor­aus­set­zung ist, dass die­se nicht durch den Ar­beit­ge­ber ge­tra­gen wur­den.

Die Fi­nanz­äm­ter ori­en­tie­ren sich bei der Art und Hö­he der er­stat­tungs­fä­hi­gen Kos­ten an den be­am­ten­recht­li­chen Er­stat­tungs­re­geln.

Zu den ab­setz­ba­ren Kos­ten zäh­len u. a.:

Kos­ten­punkt 1: Fahrt­kos­ten für Woh­nungs­be­sich­ti­gun­gen

Wenn Sie zur Woh­nungs­be­sich­ti­gung in ei­ne neue Stadt an­rei­sen, kön­nen Sie die Fahrt­kos­ten für Hin- und Rück­weg (0,30 €/km; Stand 2018) ge­nau­so wie Über­nach­tungs­kos­ten ab­set­zen. Rei­sen Sie mit öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln an, kön­nen die Ti­ckets für die güns­tigs­te Preis­klas­se gel­tend ge­macht wer­den.

Die­se Re­ge­lung fin­det al­ler­dings je­weils nur für ei­ne Per­son An­wen­dung. Möch­ten Sie zu zweit an­rei­sen, ist nur ein Weg ab­setz­bar.

Kos­ten­punkt 2: Mak­ler­pro­vi­si­on für die neue Woh­nung

Mak­ler­pro­vi­sio­nen kön­nen ab­ge­setzt wer­den, so­fern es sich bei der neu­en Im­mo­bi­lie um ein Miet­ob­jekt han­delt. Haus­käu­fer pro­fi­tie­ren da­ge­gen bei an­fal­len­den Mak­ler­ge­büh­ren nicht von Ver­güns­ti­gun­gen bei der Steu­er, auch wenn der Um­zug aus be­ruf­li­chen Grün­den er­folgt.Transport als Werbungskosten beim Umzug absetzen

Kos­ten­punkt 3: Trans­port­kos­ten für Haus­rat

Be­auf­tra­gen Sie ei­ne Spe­di­ti­on, sind die ent­spre­chen­den Um­zugs­kos­ten als Wer­bungs­kos­ten ab­setz­bar – und zwar in vol­ler Hö­he. Auch Um­zü­ge in Ei­gen­re­gie ren­tie­ren sich aus steu­er­li­chen Ge­sichts­punk­ten, denn die Mie­te für den Trans­por­ter und Sprit­kos­ten kön­nen eben­falls gel­tend ge­macht wer­den.

Dar­über hin­aus sind auch Re­pa­ra­tur­kos­ten ab­setz­bar, die aus ei­ner Be­schä­di­gung des Um­zugs­guts im Zu­ge des Trans­ports re­sul­tie­ren.

Un­ser Tipp:
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Kos­ten­punkt 4: Dop­pel­te Mie­ten

Ha­ben Sie schon die neue Woh­nung be­zo­gen und es fal­len durch Kün­di­gungs­fris­ten ge­schul­de­te Dop­pel­mie­ten an, kön­nen Sie – be­gin­nend am Tag des Aus­zu­ges bis zum En­de des Miet­ver­hält­nis­ses – die Mie­te Ih­rer al­ten Woh­nung inkl. Ne­ben­kos­ten von der Steu­er ab­set­zen. Das glei­che gilt für den Fall, dass Sie die neue Blei­be be­reits an­ge­mie­tet ha­ben, die­se aber noch nicht nut­zen kön­nen. Hier kön­nen Sie die Kos­ten Ih­res neu­en Heims ab dem Tag des Miet­be­ginns bis zu Ih­rem Um­zug in der Steu­er­er­klä­rung gel­tend ma­chen, so­fern der Um­zug be­rufs­be­dingt ist.

Ab­setz­bar sind auch Miet­aus­fall­ent­schä­di­gun­gen im Zu­ge ei­ner früh­zei­ti­gen Kün­di­gung so­wie durch Auf­lö­sung des Miet­ver­hält­nis­ses ent­stan­de­ne An­walts- und Pro­zess­kos­ten.

Kos­ten­punkt 5: An­schaf­fungs­kos­ten für Her­de und Öfen

Auch Kosten für Herde und Öfen geltend machenWas vie­le nicht wis­sen: Wenn Sie sich für Ihr neu­es Heim ei­nen Herd an­schaf­fen müs­sen, ist die­ser bei ei­nem Um­zug aus be­ruf­li­chen Grün­den von der Steu­er ab­setz­bar, und zwar bis zu ei­nem Be­trag von 230 € (Stand 2018). Als not­wen­dig wird die­se An­schaf­fung vom Fi­nanz­amt de­kla­riert, wenn Sie z.B. in Ih­rer bis­he­ri­gen Woh­nung ei­nen Herd des Ver­mie­ters ge­nutzt ha­ben und in der neu­en Woh­nung kein ad­äqua­tes Ge­rät vor­han­den ist oder im Zu­sam­men­hang mit dem Um­zug ein Wech­sel von Strom zu Gas bzw. an­ders­her­um nö­tig ist.

Eben­falls ab­zugs­fä­hig sind Kos­ten für Heiz­öfen bis 164 € (Stand 2018) pro Zim­mer, al­ler­dings nur, wenn in der neu­en Woh­nung kei­ne ent­spre­chen­de Heiz­mög­lich­keit vor­han­den ist.

Kos­ten­punkt 6: Kos­ten für Nach­hil­fe­un­ter­richt

Bei ei­nem Um­zug aus be­ruf­li­chen Grün­den in ein an­de­res Bun­des­land zieht der Schul­wech­sel nicht sel­ten An­pas­sungs­pro­ble­me auf­grund von un­ter­schied­li­chen Lehr­plä­nen und ei­nem ab­wei­chen­den Un­ter­richts­ni­veau nach sich.

Wenn Kin­der und Ju­gend­li­che im An­schluss an ei­nen be­rufs­be­ding­ten Um­zug der El­tern Nach­hil­fe­un­ter­richt in An­spruch neh­men müs­sen, kön­nen die Stun­den im An­schluss an den Um­zug als Wer­bungs­kos­ten in der Steu­er­er­klä­rung ab­ge­setzt wer­den, und zwar bis zu ei­nem Be­trag von 1.926 €/jähr­lich (Stand 2018). Kos­ten bis zur Hälf­te des Ma­xi­mal­be­trags (963 €) kön­nen Sie voll­stän­dig gel­tend ma­chen, den Rest im­mer noch zu 75 %.

Kos­ten­punkt 7: Sons­ti­ge Um­zugs­kos­ten

Er­gän­zend zu den be­reits ge­nann­ten Auf­wen­dun­gen kön­nen Sie auch sons­ti­ge Um­zugs­kos­ten für die Um­mel­dung, Woh­nungs­an­zei­gen und Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren ab­set­zen. Die Auf­wen­dun­gen kön­nen Sie im Zu­ge der sog. Um­zugs­kos­ten­pau­scha­le oder ein­zeln gel­tend ma­chen.

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Be­le­ge zum Ab­set­zen der Wer­bungs­kos­ten beim Um­zug be­hal­ten

Belege für die Einkommenssteuererklärung aufbewahrenWer­bungs­kos­ten soll­ten stets be­legt wer­den, um in den Ge­nuss ei­ner Steu­er­rück­zah­lung durch das Fi­nanz­amt zu kom­men. Um Ih­ren Um­zug güns­tig zu ge­stal­ten soll­ten Sie nicht nur aus die­sem Grund al­le Quit­tun­gen über Mak­ler­pro­vi­sio­nen, Trans­port­kos­ten (Spe­di­ti­ons­kos­ten, Kos­ten zur An­mie­tung ei­nes Um­zugs­wa­gens, Tan­k­quit­tun­gen) und Nach­wei­se für dop­pel­te Mie­ten (Kon­to­aus­zü­ge) sam­meln, um die­se spä­ter der Steu­er­er­klä­rung an­zu­fü­gen. Die Fahrt zu Woh­nungs­be­sich­ti­gun­gen kön­nen Sie in ei­ner Fahrt­kos­ten­auf­stel­lung inkl. Tan­k­quit­tun­gen oder al­ter­na­tiv durch Zug­ti­ckets nach­wei­sen.

Ei­ne Aus­nah­me bil­den hier die pau­schal ab­setz­ba­ren sons­ti­gen Um­zugs­kos­ten. Die­se kön­nen bis zum ent­spre­chen­den Ma­xi­mal­be­trag von 1.528 € für Ver­hei­ra­te­te und 764 € für Le­di­ge (Stand 2018) auch oh­ne Be­le­ge gel­tend ge­macht wer­den.

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Auch wenn be­ruf­li­che Um­zü­ge in der Re­gel von Spe­di­tio­nen durch­ge­führt wer­den, kann pri­va­te Un­ter­stüt­zung als Er­gän­zung ei­ne gu­te Hil­fe dar­stel­len. Bu­chen Sie bei JOB­RUF zu­ver­läs­si­ge stu­den­ti­sche Um­zugs­hel­fer, die nicht nur das Tra­gen, son­dern auch für Auf­räum­ar­bei­ten und das Aus­pa­cken von Um­zugs­kar­tons ein­ge­setzt wer­den kön­nen – und das zu güns­ti­gen Kon­di­tio­nen schon ab 10 €/Std.!

 

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