Aktualisiert: 15.07.2026
Die neue Küche steht, der Herd ist geliefert – und jetzt? Beim Backofen hängt die Antwort davon ab, welches Gerät Sie vor sich haben: Einen autarken Einbaubackofen mit Stecker dürfen Sie selbst anschließen. Beim Elektroherd an der Herdanschlussdose ist dagegen Schluss – das ist Starkstrom und gehört per Verordnung in die Hände einer Elektrofachkraft. Wir erklären Ihnen, wo genau die Grenze verläuft, wie der Herdanschluss technisch funktioniert, was er kostet und was Sie selbst erledigen können.
Wer darf einen Herd anschließen?
Einen Elektroherd an die Herdanschlussdose anzuschließen, darf in Deutschland nur eine Elektrofachkraft, die im Installateurverzeichnis des örtlichen Netzbetreibers eingetragen ist. Geregelt ist das in § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV): Arbeiten an der festen elektrischen Anlage hinter dem Zähler sind eingetragenen Fachbetrieben vorbehalten. Für Laien endet die Zuständigkeit an der Herdanschlussdose.
Der Grund ist die Spannung: Am Herdanschluss liegen zwischen den drei Phasen 400 Volt an – Drehstrom, umgangssprachlich Starkstrom. Schon kurzer Kontakt mit spannungsführenden Teilen kann lebensgefährlich sein. Anders als beim Anschließen einer Lampe an einen vorhandenen Deckenanschluss, das Sie als Laie selbst erledigen dürfen, ist hier also die Fachkraft gefragt. Die Grenze verläuft dabei nicht zwischen „Herd“ und „Backofen“, sondern zwischen Stecker und Festanschluss:
| Gerät / Anschluss | Spannung | Wer darf anschließen? |
|---|---|---|
| Autarker Einbaubackofen mit Schuko-Stecker (bis ca. 3.600 Watt) | 230 V | Dürfen Sie selbst einstecken |
| Backofen ohne Stecker, Kabel muss angeklemmt werden | 230 V | Elektrofachkraft |
| Kochfeld (ca. 7.000 Watt) und Herdset | 400 V | Elektrofachkraft |
| Elektroherd an der Herdanschlussdose | 400 V | Elektrofachkraft (NAV § 13) |
Wichtig – Versicherungsschutz:
Kommt es zu einem Schaden, etwa einem Küchenbrand, prüft die Versicherung, wer den Anschluss vorgenommen hat. Stellt sich heraus, dass ein Laie am Werk war, kann sie die Leistung verweigern – auch dann, wenn technisch alles funktioniert hat. Dazu kommt: Viele Hersteller lassen die Garantie bei unsachgemäßem Anschluss entfallen. Die 85 bis 150 € für die Fachkraft sind gegenüber diesem Risiko gut angelegt.
Backofen mit Stecker anschließen: Das dürfen Sie selbst
Die gute Nachricht: Viele moderne autarke Einbackböfen arbeiten unabhängig vom Kochfeld und ziehen nur rund 2.000 bis 3.600 Watt. Sie kommen deshalb mit einer normalen Schuko-Steckdose aus und haben ab Werk ein Kabel mit Stecker. Diesen Backofen dürfen Sie selbst anschließen – Sie stecken ihn schlicht ein, wie jedes andere Haushaltsgerät auch.
Darauf sollten Sie dabei achten:
- Stecker vorhanden? Nur wenn ab Werk ein Schuko-Stecker montiert ist, ist es ein reines Einstecken. Muss erst ein Kabel angeklemmt oder ein Stecker montiert werden, ist das Arbeit an der Installation – also Sache der Fachkraft.
- Eigener, abgesicherter Stromkreis: Die Steckdose sollte mit 16 Ampere abgesichert und nicht durch weitere große Geräte belastet sein.
- Keine Mehrfachsteckdose, keine Verlängerung: Der Backofen gehört direkt in eine feste Steckdose.
- Steckdose erreichbar lassen: Sie sollte nach dem Einbau nicht hinter dem Gerät verschwinden, sondern z. B. im Nachbarschrank sitzen.
- Typenschild prüfen: Steht dort eine Leistung deutlich über 3.600 Watt oder ein Drehstrom-Symbol, gehört das Gerät an den Festanschluss – und damit zur Fachkraft.
Sobald ein Kochfeld ins Spiel kommt, endet der Selbermach-Teil: Kochfelder ziehen gut 7.000 Watt und brauchen Drehstrom. Auch ein klassisches Herdset, bei dem Backofen und Kochfeld gemeinsam über den Herd laufen, geht immer an die Herdanschlussdose.
So funktioniert der Anschluss des E-Herds
Auch wenn Sie den E-Herd nicht selbst anschließen dürfen: Es hilft zu verstehen, was die Elektrofachkraft dort tut – für das Gespräch mit dem Handwerker, beim Prüfen des Angebots und um einzuschätzen, ob Ihr Anschluss überhaupt passt.
Die Herdanschlussdose und ihre Klemmen
Der Herdanschluss sitzt fest in der Wand und wird mit einem flexiblen Kabel zum Gerät geführt. Auf der Rückseite des Herdes finden sich fünf bis sechs Anschlussklemmen mit den Bezeichnungen L1, L2, L3, N und PE: drei Phasen, der Neutralleiter und der Schutzleiter. Zwischen den Phasen liegen 400 Volt an, zwischen einer Phase und dem Neutralleiter 230 Volt.
Der Anschlussplan: welches Kabel wohin
Welche Ader an welche Klemme gehört, gibt der Anschlussplan vor – er liegt dem Gerät bei und ist meist zusätzlich auf der Innenseite der Herdabdeckung abgedruckt. Die Farbcodierung folgt DIN VDE 0293-308:
| Farbe | Klemme | Bedeutung |
|---|---|---|
| Braun | L1 | Phase 1 |
| Schwarz | L2 | Phase 2 |
| Grau | L3 | Phase 3 |
| Blau | N | Neutralleiter |
| Grün-Gelb | PE | Schutzleiter (Erdung) |
In älteren Installationen weichen die Farben ab: Dort findet sich für die Phasen mitunter eine zweite schwarze Ader, in noch älteren Varianten eine rote für die Erdung oder eine graue für den Neutralleiter. Genau solche Altbau-Fälle sind ein Grund mehr, warum hier eine Fachkraft messen und zuordnen muss – nach Funktion, nicht nach Farbe.
Brücken: Herd an 230 Volt
Nicht jede Küche hat einen Drehstromanschluss. Soll ein Herd an 230 Volt betrieben werden, werden im Anschlussfeld sogenannte Brücken gesetzt, die die Phasen verbinden. Welche Kontakte gebrückt werden, steht im Schaltplan des jeweiligen Geräts und unterscheidet sich je Hersteller. Ob Ihr vorhandener Anschluss die Leistung Ihres Herdes überhaupt trägt, prüft die Fachkraft – ein zu schwach abgesicherter Stromkreis ist eine häufige Böse Überraschung beim Einzug.
Was die Fachkraft am Ende prüft
Nach dem Anklemmen misst die Elektrofachkraft nach: zwischen den drei Phasen müssen 400 Volt anliegen, zwischen einer Phase und dem Neutral- bzw. Schutzleiter 230 Volt. Geprüft werden außerdem der feste Sitz der Adern und die Schutzleiterverbindung. Ein Detail aus der Praxis: Der grün-gelbe Schutzleiter wird bewusst etwas länger gelassen – wird der Herd versehentlich herausgezogen, reißt er als Letztes ab und behält seine Schutzfunktion bis zum Schluss.
Was kostet es, einen Herd anschließen zu lassen?
Einen Herd anschließen zu lassen kostet in der Regel 85 bis 150 € inklusive Arbeitszeit und Anfahrt. Ist der Anschluss aufwendiger – etwa weil eine Leitung angepasst, eine Herdanschlussdose gesetzt oder die Absicherung geändert werden muss – können es bis zu rund 250 € werden. Einfache Standard-Anschlüsse bieten manche Betriebe auch günstiger an.
- Standard-Herdanschluss: ca. 85 – 150 € (Arbeitszeit + Anfahrt)
- Aufwendiger Anschluss (neue Leitung, Dose, Absicherung): ca. 150 – 250 €
- Anfahrtspauschale (falls separat berechnet): meist 30 – 50 €
- Material (Anschlusskabel, Dose): je nach Fall ca. 50 – 100 €
Ein Tipp fürs Sparen: Lassen Sie den Anschluss legen, bevor die Küche komplett steht – nachträgliche Arbeiten hinter eingebauten Schränken kosten Zeit und damit Geld. Und wenn ohnehin ein Handwerker im Haus ist, lohnt es sich, mehrere Elektro-Arbeiten zu bündeln, statt die Anfahrt mehrfach zu bezahlen.
Umzugshelfer für Transport und Küche
Den elektrischen Anschluss übernimmt die Fachkraft – drumherum fällt beim Umzug aber einiges an Arbeit an, das keine Elektrokenntnisse braucht: Ein Herd wiegt schnell 50 bis 60 Kilo und muss durchs Treppenhaus, die alte Küche will abgebaut und die neue aufgebaut werden. Genau dafür finden Sie über JOBRUF fleißige Studenten – ab 14 €/Std. zzgl. Vermittlungspauschale ab 19 € je Helfer (je nach Einsatzdauer, ab 3 Std. 29 €).
Unsere Helfer transportieren Ihre Geräte an den richtigen Platz und packen beim Auf- und Abbau mit an – den Anschluss an die Herdanschlussdose überlassen sie der Elektrofachkraft. JOBRUF vermittelt dabei nur den Kontakt; Sie zahlen erst bei erfolgreicher Vermittlung. Stellen Sie einfach eine kostenlose Anfrage.
Übrigens: Wie Sie Ihre Waschmaschine anschließen, erfahren Sie in unserem separaten Ratgeber – die dürfen Sie nämlich selbst ans Netz bringen.
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Häufige Fragen zum Herd- und Backofenanschluss
Nein. Einen Elektroherd an die Herdanschlussdose anzuschließen, ist nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) einer Elektrofachkraft vorbehalten, die im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragen ist. Selbst anschließen dürfen Sie nur einen autarken Einbaubackofen, der ab Werk einen Schuko-Stecker hat – den stecken Sie einfach ein.
Ein Standard-Herdanschluss kostet in der Regel 85 bis 150 € inklusive Arbeitszeit und Anfahrt. Muss zusätzlich eine Leitung angepasst, eine Herdanschlussdose gesetzt oder die Absicherung geändert werden, können bis zu rund 250 € anfallen. Eine separate Anfahrtspauschale liegt meist bei 30 bis 50 €.
Ja, wenn es sich um einen autarken Einbaubackofen mit einer Leistung bis ca. 3.600 Watt handelt und ab Werk ein Schuko-Stecker montiert ist. Die Steckdose sollte mit 16 Ampere abgesichert und nicht durch weitere große Geräte belastet sein. Kochfelder ziehen dagegen rund 7.000 Watt und brauchen immer einen Drehstromanschluss.
Nach DIN VDE 0293-308 gilt: Braun an L1, Schwarz an L2, Grau an L3, Blau an den Neutralleiter (N) und Grün-Gelb an den Schutzleiter (PE). Maßgeblich ist aber immer der Anschlussplan des jeweiligen Geräts. In älteren Installationen weichen die Farben ab – dann muss nach Funktion zugeordnet und gemessen werden. Das ist Aufgabe der Elektrofachkraft.
Brücken verbinden im Anschlussfeld des Herdes die Phasen miteinander. Nötig sind sie, wenn ein Herd nicht an Drehstrom, sondern an 230 Volt betrieben werden soll. Welche Kontakte gebrückt werden müssen, steht im Schaltplan des jeweiligen Geräts und unterscheidet sich je nach Hersteller.
Neben der unmittelbaren Gefahr durch 400 Volt riskieren Sie Ihren Versicherungsschutz: Kommt es zu einem Schaden wie einem Küchenbrand, prüft die Versicherung, wer den Anschluss vorgenommen hat, und kann die Leistung verweigern, wenn ein Laie am Werk war. Auch die Herstellergarantie kann bei unsachgemäßem Anschluss entfallen.
Bei einem Herdset laufen Backofen und Kochfeld gemeinsam über den Herd und hängen zusammen an der Herdanschlussdose. Ein autarker Backofen arbeitet unabhängig vom Kochfeld, hat eine eigene Steuerung und kommt meist mit einer normalen Steckdose aus. Das Kochfeld braucht in beiden Fällen einen Drehstromanschluss.
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