Frei­be­ruf­lich als Stu­dent ar­bei­ten

Frei­be­ruf­lich als Stu­dent tä­tig zu wer­den scheint in ers­ter Li­nie sehr at­trak­tiv: fle­xi­ble Ar­beits­zei­ten und ein ho­her Ge­stal­tungs­spiel­raum ge­hen Hand in Hand. Al­ler­dings ist der Be­ruf bei ge­naue­rer Be­trach­tung dann doch nicht so „frei“, wie es die Be­zeich­nung sug­ge­riert. Denn ei­ne Ar­beit muss be­stimm­te Vor­aus­set­zun­gen er­fül­len, da­mit die­se als Frei­be­ruf ein­ge­ord­net wird – teil­wei­se mit ab­wei­chen­der Be­ur­tei­lung je nach Fi­nanz­amt.

Schnell­na­vi­ga­ti­on

Jobs als stu­den­ti­scher Frei­be­ruf­ler

An­mel­dung und Prü­fung beim Fi­nanz­amt

Über­wie­gend oh­ne Steu­er­be­las­tung

In­fos zu Ver­si­che­run­gen

Ver­dienst­gren­ze bei Kin­der­geld und Bafög

Stu­den­ten­jobs bei JOB­RUF

Zu­sam­men­fas­sung

Stu­den­ti­sche Frei­be­ruf­ler un­ter­rich­ten, ge­stal­ten, for­schen und er­zie­hen

Freiberuflich Arbeiten als StudentDie frei­en Be­ru­fe wer­den in drei Ka­te­go­ri­en ein­ge­ord­net: Ka­ta­log­be­ru­fe, ka­ta­lo­gähn­li­che Be­ru­fe und Tä­tig­keits­be­ru­fe.

Um ei­nen Ka­ta­log­be­ruf oder ka­ta­lo­gähn­li­chen Be­ruf aus­zu­üben, ist ei­ne ab­ge­schlos­se­ne, be­rufs­be­fä­hi­gen­de Aus­bil­dung Grund­vor­aus­set­zung. Frei­be­ruf­ler, die in die­se Ka­te­go­rie ein­ge­stuft wer­den, sind in der Re­gel hoch­qua­li­fi­ziert und ar­bei­ten z. B. als Arzt, An­walt, In­ge­nieur, Steu­er­be­ra­ter oder Mu­si­ker. So­mit fal­len die meis­ten Stu­den­ten al­lei­ne schon auf­grund des nicht vor­han­den­den Be­rufs­ab­schlus­ses nicht in die­se Ka­te­go­rie.

Tä­tig­keits­be­ru­fe rü­cken da­ge­gen – wie der Na­me schon sagt – nicht die for­ma­le Be­rufs­be­fä­hi­gung in den Vor­der­grund, son­dern die ent­spre­chen­de Ar­beit – und kom­men des­we­gen für Stu­die­ren­de schon eher in­fra­ge. Ei­ne frei­be­ruf­li­che Tä­tig­keit als Stu­dent ist hier im er­zie­he­ri­schen, künst­le­ri­schen, schrift­stel­le­ri­schen, un­ter­rich­ten­den oder wis­sen­schaft­li­chen Be­reich mög­lich.

U. a. kön­nen fol­gen­de ty­pi­sche Stu­den­ten­jobs als Tä­tig­keits­be­ruf ein­ge­stuft wer­den:

  • Nach­hil­fe­leh­rer
  • Mu­sik­leh­rer
  • Sprach­leh­rer
  • Tanz­leh­rer
  • (Gra­fik-) De­si­gner
  • Fo­to­graf
  • Tex­ter

Fi­nanz­amt für An­mel­dung und Prü­fung ver­ant­wort­lich

Freiberufliche Tätigkeit als StudentWer frei­be­ruf­lich ar­bei­ten möch­te als Stu­dent, muss in­ner­halb von 4 Wo­chen ab Be­ginn der Tä­tig­keit die­se beim Fi­nanz­amt an­mel­den. Da­zu wird ein Fra­ge­bo­gen zur steu­er­li­chen Er­fas­sung aus­ge­füllt. Die­ser kann di­rekt auf der For­mu­l­ar­cen­ter des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Fi­nan­zen her­un­ter­ge­la­den wer­den. Das For­mu­lar kann dem zu­stän­di­gen Fi­nanz­amt nur per Post zu­ge­schickt oder per­sön­lich ein­ge­reicht wer­den. Ei­ne On­line-An­mel­dung ist ak­tu­ell noch nicht mög­lich.

An­schlie­ßend er­folgt ei­ne Prü­fung der Tä­tig­keit auf die Frei­be­rufs­kri­te­ri­en durch die Be­hör­de. Die­se ist auch die ein­zi­ge In­stanz, die ei­ne ver­bind­li­che Be­ur­tei­lung vor­neh­men kann – Aus­künf­te von Be­rufs­ver­bän­den und an­de­ren In­sti­tu­tio­nen die­nen le­dig­lich der Be­ra­tung.

Vor­sicht:
Im Fall von Tä­tig­keits­be­ru­fen kann die Be­ur­tei­lung von Fi­nanz­amt zu Fi­nanz­amt un­ter­schied­lich aus­fal­len. Ein An­ruf bei der zu­stän­di­gen Be­hör­de im Vor­hin­ein ver­hin­dert oft ver­geb­li­che Auf­wen­dun­gen bei der An­mel­dung.

Frei­be­ruf­li­che Tä­tig­keit als Stu­dent über­wie­gend oh­ne Steu­er­be­las­tung

Frei­be­ruf­ler sind wie Ge­wer­be­trei­ben­de Selbst­stän­di­ge, die Ih­re Ar­beits­zeit bzw. -leis­tung Auf­trag­ge­bern in Rech­nung stel­len. Sie zah­len im Ge­gen­satz zu Ge­wer­be­trei­ben­den je­doch kei­ne Ge­wer­be­steu­er, son­dern Ein­kom­mens­steu­er und in man­chen Fäl­len Um­satz­steu­er. Au­ßer­dem muss für die frei­be­ruf­li­che Tä­tig­keit als Stu­dent kei­ne Bi­lanz er­stellt wer­den. Ei­ne ein­fa­che Ein­kom­mens-Über­schuss-Rech­nung (kurz: EÜR) zur Er­mitt­lung des Ge­winns reicht aus.

Der in die­ser Rech­nung er­mit­tel­te Ge­winn ist das zu ver­steu­ern­de Ein­kom­men. So­lan­ge die­ses nicht den Be­trag von 9.000 €/Jahr (das sind im­mer­hin 750 €/Mo­nat; Stand 2018) über­steigt, muss kei­ne Ein­kom­mens­steu­er ge­zahlt wer­den.

Un­ser Tipp:
Liegt der Um­satz un­ter 17.500 € im lau­fen­den Jahr und 50.000 € im Fol­ge­jahr (Stand 2018), kann von der Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung pro­fi­tiert wer­den (trifft auf die meis­ten frei­be­ruf­li­chen Stu­den­ten zu). Es muss dann we­der Um­satz­steu­er ab­ge­führt noch in Rech­nun­gen aus­ge­wie­sen wer­den. Da­zu reicht ein Ver­merk bei der Rech­nungs­stel­lung (z.B. „Nicht um­satz­steu­er­pflich­tig nach § 19 (1) UStG“).

In der Fa­mi­li­en­ver­si­che­rung oder stu­den­ti­schen Pflicht­ver­si­che­rung Mit­glied blei­ben

Freiberuflich Arbeiten mit Krankenversicherung für StudentenFrei­be­ruf­lich ar­bei­ten­de Stu­den­ten kön­nen, wie z. B. Mi­ni­job­ber auch, in der Fa­mi­li­en­ver­si­che­rung, stu­den­ti­schen Pflicht­ver­si­che­rung oder frei­wil­li­gen Kran­ken­ver­si­che­rung Mit­glied blei­ben. Hier­für gibt es al­ler­dings best. Vor­aus­set­zun­gen: So müs­sen die für die ver­schie­de­nen Kran­ken­ver­si­che­run­gen für Stu­den­ten gel­ten­den Ver­dienst­gren­zen ein­ge­hal­ten wer­den und die Tä­tig­keit darf max. in ei­nem Um­fang von 20 Std./Wo­che (wei­te­re In­fos in un­se­rem Ar­ti­kel zum Werk­stu­den­ten­pri­vi­leg) aus­ge­übt wer­den. Wer mehr ar­bei­tet oder zu viel ver­dient, muss sich ei­gen­stän­dig ver­si­chern – zu deut­lich hö­he­ren Ta­ri­fen.

Ren­ten-, ar­beits­lo­sen- und pfle­ge­ver­si­che­rungs­pflich­tig sind Stu­den­ten nicht. Ei­ne Un­fall­ver­si­che­rung kann, falls ge­wünscht, pri­vat oder auch di­rekt bei der Be­rufs­ge­nos­sen­schaft ab­ge­schlos­sen wer­den – mit Ab­ga­ben ab­hän­gig von der Be­rufs­grup­pe, aber auch Leis­tungs­an­spruch bei Ar­beits­un­fäl­len.

Un­ser Tipp:
Im Vor­hin­ein ge­nau aus­rech­nen, ob die ent­spre­chen­den Ver­dienst­gren­zen ein­ge­hal­ten wer­den. Oft ren­tiert sich das frei­be­ruf­li­che Ar­bei­ten als Stu­dent nicht, wenn ei­ne pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung ab­ge­schlos­sen wer­den muss.

Kin­der­geld-Be­rech­tig­te job­ben oh­ne, Bafög-Emp­fän­ger mit Ver­dienst­gren­ze

Für den el­ter­li­chen An­spruch auf Kin­der­geld für Stu­den­ten spielt es kei­ne Rol­le, wie hoch das Ein­kom­men ist. Seit 2012 gibt es kei­ne Ver­dienst­gren­zen mehr. Bafög-Emp­fän­ger dür­fen da­ge­gen nur max. 5.400 €/Jahr (Stand 2018) ver­die­nen, um vol­le Zu­wen­dun­gen zu er­hal­ten. Der Be­trag, um den das Ein­kom­men die­se Gren­ze über­schrei­tet, wird in ent­spre­chen­der Hö­he von den Bafög-Zah­lun­gen ab­ge­zo­gen.

Wie bei der Kran­ken­ver­si­che­rung gilt auch hier: Stu­den­ten müs­sen als Werk­stu­den­ten ein­ge­stuft wer­den. Wer­den die Vor­aus­set­zun­gen (20-Std.-Gren­ze wäh­rend des Se­mes­ters, or­dent­li­che Im­ma­tri­ku­la­ti­on etc.) nicht ein­ge­hal­ten, ent­fällt der kom­plet­te An­spruch.

Pas­sen­de Stu­den­ten­jobs bei JOB­RUF fin­den

Soll­test du noch auf der Su­che nach ei­ner frei­be­ruf­li­chen Tä­tig­keit sein, fin­dest du bei JOB­RUF vie­le An­ge­bo­te, z. B. Jobs als Mu­sik-, Nach­hil­fe- oder Sprach­leh­rer. Nach­dem du dich an­ge­mel­det und dein Pro­fil ver­voll­stän­digt hast, kannst du dich di­rekt auf pas­sen­de An­zei­gen be­wer­ben. Na­tür­lich ist die Nut­zung un­se­res Por­tals für dich voll­kom­men kos­ten­los.

Jetzt kos­ten­los an­mel­den

Al­les Wich­ti­ge zum frei­be­ruf­li­chen Ar­bei­ten als Stu­dent im Über­blick:

  • Ka­ta­log­be­ru­fe, ka­ta­lo­gähn­li­che Be­ru­fe nur mit ab­ge­schlos­se­ner Aus­bil­dung
  • Tä­tig­keits­be­ru­fe im päd­ago­gi­schen, künst­le­ri­schen oder wis­sen­schaft­li­chen Be­reich für Stu­den­ten ge­eig­net
  • Fi­nanz­amt prüft Frei­be­rufs­kri­te­ri­en; un­ter­schied­li­che Aus­le­gung je nach Be­hör­de
  • Bis 9.000 € Ge­winn/Jahr kei­ne Steu­er­be­las­tung (Stand 2018)
  • Ver­si­che­rung in der Fa­mi­li­en­ver­si­che­rung oder stu­den­ti­schen KV mög­lich; Ver­dienst­gren­zen und Ar­beits­um­fang be­ach­ten
  • Kin­der­geld oh­ne Ver­dienst­gren­ze
  • Bafög bis 5.400 € Ver­dienst/Jahr (Stand 2018)

 


Bild­quel­len (v.o.n.u.):
© "Sketch" by RL John­son is li­cen­s­ed un­der CC BY-SA 2.0 (si­ze chan­ged)
© "Yama­ha" by Car­los Gra­cia is li­cen­s­ed un­der CC BY 2.0 (si­ze chan­ged)
(Yama­ha and the Yama­ha Lo­go are trade­marks of Yama­ha Inc., re­gis­te­red in Ger­ma­ny and other coun­tries)
© Mia Do­me­ni­co / uns­plash.com