Du hast ei­nen Job als Werk­stu­dent be­kom­men? Oder dir nach dem Stu­di­um er­folg­reich ei­nen Job ge­an­gelt? Si­cher­lich kannst du kaum er­war­ten, dass es los­geht, hast aber gleich­zei­tig auch vie­le Fra­gen. Zum Bei­spiel, mit wel­chem Out­fit dein ers­ter Ar­beits­tag ein Er­folg wird. Hier er­fährst du, wor­auf es an­kommt.

Ers­ter Ar­beits­tag: Klei­dung ver­rät dei­ne Ein­stel­lung

Dein ers­ter Ar­beits­tag steht fest? Um die Klei­dung für die­sen An­lass küm­merst du dich am bes­ten recht­zei­tig und nicht erst am Vor­abend. Auf die­se Wei­se er­sparst du dir Pan­nen und un­nö­ti­gen Stress. Ver­mut­lich hast du dir die Fra­ge nach der pas­sen­den Klei­dung für den Job schon frü­her ge­stellt, et­wa als du dein Be­wer­bungs­fo­to ge­macht hast oder dich auf das Vor­stel­lungs­ge­spräch vor­be­rei­tet hast. Dei­ne Mü­he ist be­rech­tigt, denn be­kannt­lich macht der ers­te Ein­druck sehr viel aus. 

Zwinkernder Mann im AnzugDei­ne Klei­dung ver­rät da­bei dei­ne Ein­stel­lung, be­zie­hungs­wei­se wird von dei­nen neu­en Vor­ge­setz­ten und Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen  – be­wusst oder un­be­wusst – als ein Hin­weis auf dei­ne Ein­stel­lung wahr­ge­nom­men.

Zu­min­dest für den An­fang ist es da­her am bes­ten, in ei­nem neu­en Job dei­ne An­pas­sungs­be­reit­schaft zu si­gna­li­sie­ren. Wenn du dich ent­spre­chend an­ge­passt, sprich kon­form, klei­dest, wird dir das die In­te­gra­ti­on leich­ter ma­chen.

Um­gangs­sprach­lich wird ei­ne sol­che Kon­for­mi­tät auch als Grup­pen­zwang be­zeich­net, was deut­lich macht, dass sie durch­aus ei­ne Kehr­sei­te hat. Im Be­rufs­le­ben wirst du vor­aus­sicht­lich im­mer wie­der neu die Ba­lan­ce zwi­schen Kon­for­mi­tät und Au­then­ti­zi­tät fin­den müs­sen. Am ers­ten Tag im Bü­ro und in den fol­gen­den Wo­chen bist du aber auf der si­che­ren Sei­te, wenn du dich et­was an­passt.

Für dich be­deu­tet das al­so: Dein ers­ter Ar­beits­tag ist auf je­den Fall der rich­ti­ge Zeit­punkt für ein Out­fit, das eher un­auf­fäl­lig ist und die Klei­der­ord­nung im Un­ter­neh­men voll be­rück­sich­tigt. Im­mer­hin: Du kannst dich in der Re­gel schon et­was le­ge­rer klei­den, als noch beim Be­wer­bungs­ge­spräch. 

Nach oben

Wie du her­aus­fin­dest, wel­ches Out­fit am ers­ten Ar­beits­tag an­ge­mes­sen ist

So­fern in dei­nem neu­en Job kei­ne Be­rufs­klei­dung vor­ge­schrie­ben ist, musst du selbst er­mit­teln, wie das „rich­ti­ge“ Out­fit für dei­nen ers­ten Ar­beits­tag aus­sieht. Mit die­sen Tipps kommst du wei­ter:

  • In­for­mie­re dich über die Klei­der­ord­nung in dei­ner Bran­che. Egal, ob die­se of­fi­zi­ell oder in­of­fi­zi­ell ist; in fast je­dem Ar­beits­um­feld gibt es ent­spre­chen­de Kon­ven­tio­nen. Bei tra­di­tio­nel­len Un­ter­neh­men oder bei Ban­ken wird bei­spiels­wei­se noch oft An­zug be­zie­hungs­wei­se Kos­tüm ge­tra­gen. In krea­ti­ven Bran­chen ist hin­ge­gen manch­mal All­tags­klei­dung mit Jeans und T-Shirt gän­gig.
  • Hal­te die Au­gen of­fen, wann im­mer du im Un­ter­neh­men bist. Viel­leicht hast du dort das Vor­stel­lungs­ge­spräch wahr­ge­nom­men oder du musst vor­bei­ge­hen, um noch wich­ti­ge Un­ter­la­gen ab­zu­ge­ben. Wie klei­den sich dei­ne zu­künf­ti­gen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen? Ach­tung: In man­chen Fir­men gibt es ei­nen so­ge­nann­ten „Ca­su­al Fri­day“. Dann wird sich frei­tags mit Blick auf das na­hen­de Wo­chen­en­de et­was läs­si­ger ge­klei­det, als an den an­de­ren Wo­chen­ta­gen. Ob es ei­ne sol­che Kon­ven­ti­on gibt, kannst du di­rekt vor Ort er­fra­gen.
  • Falls du Kon­tak­te im Un­ter­neh­men hast, kannst du die­se di­rekt um Rat fra­gen. Sie kön­nen dir meist ge­nau sa­gen, wel­che Klei­dung von den Vor­ge­setz­ten, Kol­le­gen & Co eher po­si­tiv wahr­ge­nom­men wird – und was als un­an­ge­mes­sen gilt.
  • Auf So­ci­al Me­dia oder auf ih­rer Home­page ge­ben Un­ter­neh­men oft Ein­bli­cke hin­ter die Ku­lis­sen. Zu­dem wird meist das „Team“ mit Fo­tos vor­ge­stellt. Auf sol­chen Bil­dern kannst du eben­falls er­ken­nen, ob sich Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter eher förm­lich oder le­ger klei­den.

Nach oben

Tipps für die Wahl der Schu­he

Schu­he run­den das Out­fit ab und be­ein­flus­sen den ers­ten Ein­druck ge­nau­so wie dei­ne Klei­dung. Ge­ra­de für Frau­en gibt es ei­ne gro­ße Aus­wahl an un­ter­schied­li­chen Mo­del­len. Aber selbst schi­cke­re Schu­he sind nur in be­stimm­ten Fäl­len an­ge­mes­sen.

Bei ei­nem eher le­ge­ren Dress­code sind de­zen­te Snea­ker, San­da­len so­wie of­fe­ne Schuh­va­ri­an­ten wie San­da­let­ten und Peep­toes kein Pro­blem. So­bald der Klei­dungs­stil for­mel­ler wird, soll­ten die Schu­he ent­spre­chend ele­gan­ter, die Ze­hen nicht mehr sicht­bar und der Ab­satz nicht zu hoch sein. Ei­ne gu­te Wahl sind hier­für Pumps, Stie­fe­let­ten und et­was ele­gan­te­re Halb­schu­he wie Mo­kas­sins oder Lo­afer.

Nach oben

Ty­pi­sche Dress­codes im Über­blick

Es gibt ei­ni­ge ty­pi­schen Dress­codes, die – wenn auch oft un­aus­ge­spro­chen – im Be­rufs­le­ben gel­ten:

1. Ca­su­al

Ge­ho­be­ne Frei­zeit­klei­dung, wie du sie bei­spiels­wei­se bei ei­nem Tref­fen in ei­nem Re­stau­rant mit Freun­den tra­gen wür­dest. Baum­woll­ho­sen, (Po­lo-) Hemd oh­ne Kra­wat­te oder ein schlich­ter, ein­far­bi­ger Pull­over bei Frau­en sind da­für ty­pi­sche Bei­spie­le.

2. Smart Ca­su­al

Et­was ele­gan­ter, aber den­noch läs­sig. Es han­delt sich so­zu­sa­gen um ei­ne le­ge­re In­ter­pre­ta­ti­on des klas­si­schen Busi­ness-Out­fits. Män­ner tra­gen ger­ne Hemd und An­zug­ho­se oh­ne Kra­wat­te. Frau­en kön­nen bei­spiels­wei­se ei­nen knie­lan­gen Rock und ei­ne Blu­se oder ein schlich­tes T-Shirt wäh­len.

3. Busi­ness Ca­su­al

Der Dress­code wird ger­ne für of­fi­zi­el­le, aber in­for­mel­le An­läs­se wie ei­nen Busi­ness-Brunch ver­wen­det. Er­laubt sind al­so schi­cke Frei­zeit­klei­dung wie Lei­nen­ho­sen, Hemd oder Blu­se, Strick­pull­over, Rö­cke und so­gar of­fe­ne Schu­he.

4. Se­mi-for­mal

Klas­si­sche Busi­ness-Out­fits, die gut für den Kon­takt mit Chef­eta­gen oder mit Kun­den ge­eig­net sind. Sie müs­sen Ele­ganz aus­strah­len und zum Un­ter­neh­men pas­sen. Gleich­zei­tig sind sie eher zu­rück­hal­tend. Ty­pisch sind wei­ße Blu­sen be­zie­hungs­wei­se Hem­den, dunk­le Kos­tü­me oder An­zü­ge. Bei Frau­en sind zu­dem Busi­ness-Klei­der er­laubt. Für Her­ren gilt Kra­wat­ten­pflicht.

5. Busi­ness-for­mal

In tra­di­tio­nel­len Bran­chen oft noch der gän­gi­ge Dress­code: zwei- oder drei­tei­li­ger An­zug bei Män­nern so­wie Kos­tüm oder Ho­sen­an­zug bei Frau­en. Er­laub­te Far­ben sind ne­ben Schwarz auch Grau, Dun­kel­blau, Braun oder Co­gnac. Frau­en tra­gen zu Rock oder Kleid ei­ne haut­far­be­ne Strumpf­ho­se so­wie de­zen­ten Schmuck. Auch bei die­ser Klei­der­ord­nung trägt Mann zu­dem Kra­wat­te. Of­fe­ne Schu­he sind nicht er­laubt, statt­des­sen wer­den klas­si­sche Busi­ness-Schu­he oder Lack­schu­he ge­tra­gen.

Tipp
Der Dress­code im Un­ter­neh­men gilt auch für dei­ne Ac­ces­soires, Haa­re und Ma­ke-up. Dein Out­fit am ers­ten Ar­beits­tag ist dann gut ge­wählt, wenn al­le Kom­po­nen­ten gut zu­ein­an­der pas­sen.

 

Nach oben

Dein Stil kann spä­ter im­mer noch per­sön­li­cher wer­den

Mit ei­nem ge­pfleg­ten, klas­si­schen und un­auf­fäl­li­gen Out­fit bist du am ers­ten Ar­beits­tag al­so im­mer gut be­ra­ten. Ge­ra­de wenn dir dein per­sön­li­cher Stil wäh­rend des Stu­di­ums noch sehr wich­tig war, wirst du dich jetzt et­was dar­an ge­wöh­nen müs­sen, dich im Job we­ni­ger ori­gi­nell zu klei­den. Frau in gelber Bluse in einem Büro

Am bes­ten siehst du die­se Tat­sa­che als Chan­ce und Mo­ti­va­ti­on: Als Be­rufs­ein­stei­ger geht es nun we­ni­ger dar­um, mit dei­nem in­di­vi­du­el­len Look zu über­zeu­gen, son­dern dar­um mit Leis­tun­gen so­wie mit Per­sön­lich­keit zu glän­zen. Noch ein Vor­teil von Dress­codes: Wenn du dich ein­mal dar­an ge­wöhnt hast, wirst du in Zu­kunft je­den Mor­gen et­was Zeit spa­ren, da lan­ges Nach­den­ken über dein Out­fit der Ver­gan­gen­heit an­ge­hört. 

Trotz­dem be­deu­tet der Stil dei­ner Klei­dung am ers­ten Ar­beits­tag noch lan­ge nicht, dass du dich lang­fris­tig dar­auf fest­legst. Mit je­dem wei­te­ren Ar­beits­tag wirst du ei­ne ge­naue­re Vor­stel­lung vom Dress­code im Un­ter­neh­men be­kom­men – und kannst dei­nen Stil ent­spre­chend an­pas­sen oder et­was per­sön­li­cher ge­stal­ten.

Die pas­sen­de Mi­schung aus ei­nem klas­si­schen Out­fit und ei­nem Hauch von In­di­vi­dua­li­tät lässt sich in der Re­gel mit et­was Er­fah­rung bald her­aus­fin­den. Be­ob­ach­te, was in dei­ner Fir­ma üb­lich ist wie es Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen ma­chen.

Denk­bar sind zum Bei­spiel et­was mehr Mut zu Far­be oder das Tra­gen von de­zen­tem Schmuck. Wich­tig ist: Mach nicht zu vie­le Ex­pe­ri­men­te auf ein­mal, son­dern stel­le dich nach und nach um.

Nach oben

Die rich­ti­ge Klei­dung am ers­ten Ar­beits­tag in we­ni­ger for­mel­len Bran­chen

Es gibt Bran­chen, in de­nen von An­fang an mehr In­di­vi­dua­li­tät mög­lich ist. Da­zu zäh­len et­wa vie­le krea­ti­ve und so­zia­le Be­rufs­fel­der. Hier darf dei­ne Klei­dung am ers­ten Ar­beits­tag so­gar mehr oder we­ni­ger dem ent­spre­chen, was du in dei­ner Frei­zeit tra­gen wür­dest. Be­deu­tet: Du kannst dir das Kau­fen neu­er Klei­dungs­stü­cke viel­leicht erst ein­mal spa­ren – soll­test aus dei­nem Klei­der­schrank aber ganz be­wusst aus­wäh­len. Ei­ni­ge Tipps da­zu:

  • Ge­pfleg­te Klei­dung wäh­len, die sau­ber und ggf. ge­bü­gelt ist
  • Nicht zu frei­zü­gig klei­den: Vor­sicht auch bei dün­nen oder trans­pa­ren­ten Stof­fen, die den Blick auf Un­ter­wä­sche er­lau­ben oder er­ken­nen las­sen, dass auf Un­ter­wä­sche ver­zich­tet wur­de – ein No-Go im Ar­beits­um­feld. 
  • Ge­putz­te Schu­he sind Pflicht
  • Of­fe­ne Schu­he nur im Aus­nah­me­fall: Ach­te ggf. dar­auf, dass dei­ne Fü­ße ge­pflegt sind
  • Zu auf­fäl­li­ge Far­ben und Mus­ter ver­mei­den
  • Kei­ne Shirts oder an­de­re Klei­dungs­stü­cke mit Auf­schrift, die zwei­fel­haf­te State­ments ent­hal­ten und nicht zum Un­ter­neh­men pas­sen, viel­leicht po­li­ti­scher Art
  • Kei­ne zer­ris­se­ne Klei­dung, auch wenn es mo­disch im Trend liegt
  • De­zen­ter Schmuck ist mög­lich
  • Im Zwei­fels­fall Tat­toos oder Pier­cings ver­ste­cken

Falls du jetzt im­mer noch un­si­cher sein soll­test, ob dein ge­wähl­tes Out­fit für den ers­ten Ar­beits­tag an­ge­mes­sen ist, kannst du dir noch ei­ne zwei­te oder drit­te Mei­nung ein­ho­len. Am bes­ten fragst du al­so Fa­mi­li­en­mit­glie­der oder Freun­de mit mo­di­schem Ge­spür so­wie aus­rei­chend Er­fah­rung im Be­rufs­le­ben um Rat. Ge­mein­sam fin­det ihr ge­wiss ei­ne Lö­sung, in der du dich wohl­fühlst und ei­nen gu­ten ers­ten Ein­druck hin­ter­lässt.

Nach oben

Zu­sam­men­fas­sung

  • Küm­me­re dich um dein Out­fit, so­bald dein ers­ter Ar­beits­tag fest­steht und nicht erst in letz­ter Mi­nu­te.
  • Mach dir klar, dass du mit dei­ner Klei­dung et­was über dei­ne Ein­stel­lung ver­rätst.
  • Für den An­fang lau­tet das Mot­to: Lie­ber an­ge­passt und un­auf­fäl­lig. Dei­nen Stil et­was per­sön­li­cher ge­stal­ten kannst du spä­ter im­mer noch.
  • Haa­re, Ma­ke-Up, Schu­he und ggf. Ac­ces­soires soll­ten zur Klei­dung pas­sen
  • Hol dir In­for­ma­tio­nen dar­über, wel­che Klei­der­ord­nung oder Dress­code in dei­nem Un­ter­neh­men herrscht: di­rekt vor Ort, im Ge­spräch mit Mit­ar­bei­tern und Mit­ar­bei­te­rin­nen und von Fo­tos auf der Un­ter­neh­mens-Web­site 
  • Für den An­fang bist du mit un­auf­fäl­li­ger Klei­dung auf der si­che­ren Sei­te.
  • Nach und nach kannst du dei­nen Stil per­sön­li­cher ge­stal­ten; ach­te dar­auf, wie Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen per­sön­li­che Ak­zen­te set­zen.
  • Auch in we­ni­ger for­mel­len Bran­chen gilt: Ge­pfleg­tes Auf­tre­ten ist Pflicht, pein­li­che No-Gos ver­mei­den.

 

Bild­quel­len (v.o.n.u.):
© Nim­ble Ma­de 
Uns­plash
© An­drea Pia­c­qua­dio Pe­xels
© con­trast­werk­statt Ado­be Stock

Ver­öf­fent­licht am: 11.04.2022
Über­ar­bei­tet am: 22.06.2022