Re­fe­ra­te span­nend und in­for­ma­tiv ge­stal­ten

Re­fe­ra­te ge­hö­ren im Stu­di­um zum un­ge­lieb­ten Pflicht­pro­gramm. Je­der kennt das Bild im Se­mi­nar­raum: Ein Re­fe­rent liest am­bi­ti­ons­los sei­nen Text ab, wäh­rend die Mit­stu­den­ten ge­lang­weilt in die Ge­gend oder auf ih­re Smart­pho­nes star­ren. Bei sol­chen Ver­an­stal­tun­gen wer­den kaum In­for­ma­tio­nen ver­mit­telt – ent­spre­chend we­nig Sinn ha­ben schlech­te Re­fe­ra­te für das Er­schlie­ßen neu­er The­men und den Er­folg im Stu­di­um. Schluss mit der Zeit­ver­schwen­dung! Wir ge­ben dir Tipps, wie du fes­seln­de Vor­trä­ge hältst, in­dem du dei­ne Prä­sen­ta­tio­nen vi­su­ell und akus­tisch auf­wer­test und das ech­te In­ter­es­se dei­nes Pu­bli­kums weckst.

Was macht Re­fe­ra­te so lang­wei­lig?

Dein Mit­stu­dent hält ein Re­fe­rat? Das nut­zen wahr­schein­lich vie­le dei­ner Kom­mi­li­to­nen zum Twit­tern, Chat­ten oder der On­line-Su­che nach neu­en Stu­den­ten­jobs. Da­hin­ter steckt kei­ne bö­se Ab­sicht, doch vie­le Stu­den­ten emp­fin­den das Hö­ren von Re­fe­ra­ten als lang­wei­lig, ein­schlä­fernd und im schlimms­ten Fall als rei­ne Zeit­ver­schwen­dung. Was sind die Grün­de? Ne­ben vie­len gu­ten Tipps für Uni-Re­fe­ra­te ver­wan­deln die­se 6 No-Gos ver­wan­deln je­den Vor­trag in ein Schlaf­mit­tel:

1. Ein­stieg oh­ne Auf­hän­ger

Zu Be­ginn musst du dein Pu­bli­kum ak­tiv mo­ti­vie­ren, dei­nem Vor­trag zu lau­schen. In den ers­ten Sät­zen soll­te des­halb ein Nut­zen oder ein ak­tu­el­ler Be­zug ver­steckt sein – sei es, durch ei­ne Nach­rich­ten­mel­dung, ei­ne Per­spek­ti­ve für das ei­ge­ne Le­ben oder ei­ne pro­vo­kan­te The­se, die zum Wi­der­spruch reizt. Töd­lich für die Auf­merk­sam­keit sind da­ge­gen Stan­dard­flos­keln wie: „Heu­te hal­te ich ein Re­fe­rat zum The­ma X“, „Schön, dass ihr al­le so zahl­reich er­schie­nen seid“ oder gar „Ich fang´ dann mal an.“

2. Auf­bau oh­ne Struk­tur

Ähn­lich wie bei der Be­wer­bung auf ei­nen Stu­den­ten­job soll­te nach dem kna­cki­gen Ein­stieg soll­te dein Vor­trag in ei­nen klar ge­glie­der­ten Haupt­teil über­ge­hen. Im Ide­al­fall bie­test du dei­nen Zu­hö­rern be­reits zu Be­ginn ei­nen kur­zen Aus­blick auf die Punk­te, die jetzt fol­gen. Wer da­ge­gen ei­nen lan­gen Vor­trag oh­ne er­kenn­ba­re sinn­haf­te Glie­de­rung her­un­ter­spult, lässt sein Pu­bli­kum im Stich und muss sich nicht wun­dern, wenn es sich lie­ber dem Smart­pho­ne zu­wen­det.

3. Schlecht prä­pa­rier­te Re­fe­ren­ten

Referat vor Gruppe von StudentenNichts mo­ti­viert we­ni­ger zum Zu­hö­ren als ein Red­ner, der nicht weiß, wor­über er spricht. Schließ­lich liegt der Sinn ei­nes Re­fe­rats dar­in, dass der Re­fe­rent oder die Re­fe­rats­grup­pe sich ei­nen Ex­per­ten­sta­tus er­ar­bei­tet, und die Mit­stu­den­ten da­mit ent­las­tet, in­dem sie ih­nen gut ver­wert­ba­re In­for­ma­ti­ons­häpp­chen prä­sen­tiert. Red­ner, die sich beim Ab­le­sen ver­has­peln, ih­re Prä­sen­ta­ti­ons­fo­li­en nicht ken­nen und auf Rück­fra­gen nicht re­agie­ren kön­nen, lang­wei­len ihr Pu­bli­kum, weil ihr Vor­trag kei­nen Nut­zen ver­spricht.

4. Mo­no­to­ne Sprech­wei­se

Wer lei­se, schnell und mo­no­ton re­fe­riert, kann sich dar­auf ver­las­sen, dass das Pu­bli­kum spä­tes­tens nach 5 Mi­nu­ten geis­tig aus­steigt. Um die Auf­merk­sam­keit der Zu­hö­rer zu fes­seln, brauchst du ei­nen ru­hi­gen Ton­fall, aus­rei­chend lan­ge Sprech­pau­sen und im bes­ten Fall ei­ne In­ter­ak­ti­on. Fra­ge da­zu zwi­schen­durch dei­ne Zu­hö­rer nach ih­rer per­sön­li­chen Er­fah­rung oder ih­rer sta­tis­ti­schen Ein­schät­zung zur The­ma­tik. Wer das nicht tut, ris­kiert, dass sich das Ple­num an­de­ren Be­schäf­ti­gun­gen für lang­weil­ge Vor­le­sun­gen zu­wen­det.

5. Chao­ti­sches Lay­out

Power­point-Prä­sen­ta­tio­nen bie­ten zahl­rei­che Ge­stal­tungs­mög­lich­kei­ten – doch zu gro­ße Krea­ti­vi­tät stört die Kon­zen­tra­ti­on der Zu­hö­rer. Über­frach­te­te De­signs und dy­na­mi­sche Über­blend­ef­fek­te len­ken vom In­halt ab. Lan­ger Text und end­lo­se Bul­let­point­lis­ten ani­mie­ren das Pu­bli­kum zum stil­len Mit­le­sen, so­dass der Fo­kus auf den Re­fe­ren­ten ver­lo­ren geht. Mar­ke­ting­fach­leu­te ha­ben des­halb die Grund­re­gel auf­ge­stellt: Nie mehr als 25 Wör­ter pro Fo­lie nut­zen – und das stets in dunk­ler, pla­ka­ti­ver Schrift vor hel­lem Hin­ter­grund.

Vi­su­el­le Mit­tel: Das Salz in der Sup­pe gu­ter Vor­trä­ge

Men­schen sind Au­gen­tie­re und über die Hälf­te dei­ner Zu­hö­rer merkt sich Re­fe­rats-In­hal­te be­vor­zugt über ih­re vi­su­el­len Ein­drü­cke. Ih­nen kommst du ent­ge­gen, wenn du dei­ne Re­de reich be­bil­derst. Ach­te im­mer dar­auf, dass die Op­tik zum In­halt passt und ihn nicht über­frach­tet. Hier fin­dest du die gol­de­nen Re­geln für ein vi­su­ell at­trak­ti­ves Re­fe­rat:

1. Ein Han­dout ver­tei­len

Wenn dei­ne Zu­hö­rer ver­su­chen, al­le wich­ti­gen In­for­ma­tio­nen par­al­lel zum Re­fe­rat zu no­tie­ren, kön­ne sie dei­nem Vor­trag kaum fol­gen. Nimm ih­nen die Ar­beit ab, in­dem du ein Han­dout mit sämt­li­chen Kern-In­for­ma­tio­nen zu­sam­men­stellst und es ih­nen vor Be­ginn dei­nes Vor­tra­ges an­kün­digst.

Der Pro­fi-Tipp:
Stel­le dei­nem Pu­bli­kum das Han­dout in Aus­sicht, aber ver­tei­le es erst nach dem Re­fe­rat. So ga­ran­tierst du, dass sich al­le Zu­hö­rer ma­xi­mal auf dei­nen Vor­trag kon­zen­trie­ren.

2. Bei­spie­le an­füh­ren

Dein The­ma strotzt nur so vor küh­len Sta­tis­ti­ken und nack­ten Zah­len? Dann bie­ten Ein­zel-Bei­spie­le dei­nen Zu­hö­rern geis­ti­ge Ent­span­nung und ei­ne Ge­le­gen­heit zu ein­präg­sa­men Bil­dern: Bei ei­nem Re­fe­rat über ein Krank­heits­bild kannst du bei­spiels­wei­se ei­ne his­to­ri­sche Per­sön­lich­keit er­wäh­nen, die dar­un­ter litt, wäh­rend ein Wirt­schafts­the­ma an­schau­li­cher wird, wenn du ein be­kann­tes Un­ter­neh­men er­wähnst, dass dem be­schrie­be­nen Trend mus­ter­gül­tig folgt. Der­ar­ti­ge Bei­spie­le il­lus­trierst du mit Fo­tos oder Lo­gos, die im Ge­dächt­nis dei­ner Zu­hö­rer ei­nen An­ker für die wei­te­ren Fak­ten bil­den.

3. Gra­fi­ken und Schau­bil­der statt Fließ­text

Ein Bild sagt mehr als tau­send Wor­te – die­se De­vi­se gilt auch für Re­fe­ra­te. Lei­der miss­ver­ste­hen vie­le Re­fe­ren­ten die Mög­lich­kei­ten ei­ner Power­point-Prä­sen­ta­ti­on, in­dem sie gan­ze Text­ko­lon­nen an die Wand wer­fen. Hier ist ei­gent­lich der Platz für an­schau­li­che Gra­fi­ken: Mit Tor­ten­dia­gram­men, Ver­tei­lungs­kur­ven und Bla­sen­dia­gram­men ver­an­schau­lichst du Sta­tis­ti­ken auf leb­haf­te Wei­se. Im Be­reich Tech­nik, De­sign und Ar­chi­tek­tur, eig­nen sich 3D-PDFs be­son­ders gut, um dei­nen Zu­hö­rern vi­su­el­le Ein­drü­cke der be­schrie­be­nen In­hal­te zu lie­fern. Da in Be­zug auf 3D-PDFs oft ei­ni­ge tech­ni­sche Her­aus­for­de­run­gen exis­tie­ren, ist es sinn­voll, sich vor­her ein­ge­hend über das The­ma zu in­for­mie­ren.

Ein Tipp für abs­trak­te The­men:
Nut­ze Sym­bol­bil­der, falls das The­ma kei­ne kon­kre­te Be­bil­de­rung her­gibt. Doch ge­ra­de im psy­cho­lo­gi­schen The­men­be­reich sind die­se Icons ziem­lich „ab­ge­nutzt“ und wer­den vom Pu­bli­kum gern über­se­hen. Er­fin­de hier neue Sym­bo­le: Ein Ma­ra­thon-Läu­fer, der er­schöpft die Ziel­ge­ra­de über­quert, macht ei­ne stär­ke­re emo­tio­na­le Aus­sa­ge zum The­ma „Zie­le er­rei­chen“ als die oft ge­nutz­te Ziel­schei­be mit Pfeil.

4. Op­tisch ru­hi­ges De­sign

Vie­le Re­fe­ren­ten mei­nen es gut mit dem Pu­bli­kum, in­dem sie ih­re Power­point-Fo­li­en mög­lichst ab­wechs­lungs­reich ge­stal­ten wol­len. Doch we­ni­ger ist hier mehr: Wäh­le für das De­sign dei­ner Fo­li­en ein ein­heit­li­ches Lay­out, ru­hi­ge Far­ben und mög­lichst we­nig ver­schie­de­ne Schrift­ty­pen – schließ­lich soll dein Pu­bli­kum an dei­nen Lip­pen hän­gen und nicht ver­su­chen, sich auf über­frach­te­ten Fo­li­en zu­recht­zu­fin­den.

Die ein­fa­che Re­gel lau­tet hier: Ver­mitt­le im­mer nur ei­ne ein­zi­ge Bot­schaft pro Fo­lie. Die­se fasst du idea­ler­wei­se in ei­nem prä­gnan­ten Satz zu­sam­men oder il­lus­trierst sie mit ei­ner aus­sa­ge­kräf­ti­gen Gra­fik. Al­le De­tails, Er­klä­run­gen und Zu­sät­ze lie­ferst du dei­nen Zu­hö­rern ver­bal.

Tipp:
Power­point hat sich als vi­su­el­les Stan­dard­tool für Re­fe­ra­te durch­ge­setzt. Nut­zen kannst du es auch oh­ne das Of­fice-Pa­ket von Mi­cro­soft zu be­sit­zen, in­dem du auf die On­line-Va­ri­an­te im Brow­ser zu­rück­greifst. Zu­sätz­lich gibt es zahl­rei­che Kon­kur­renz­tools, die ähn­li­che Mög­lich­kei­ten er­öff­nen, z.B. „Keyno­te“ für den Mac. „Pre­zi“ er­laubt dem Nut­zer, die In­hal­te per Drag & Drop in die Prä­sen­ta­ti­on ein­zu­fü­gen, wäh­rend „Goog­le Sli­des“ mit Power­point kom­pa­ti­bel ist und ei­nen Wech­sel zwi­schen bei­den Pro­gram­men er­laubt.

Akus­ti­sche Mit­tel: Zu­sätz­li­che Auf­merk­sam­keit schaf­fen

Dein Vor­trag soll beim Re­fe­rat im Zen­trum der Auf­merk­sam­keit ste­hen. Da­bei lau­tet die wich­tigs­te Re­gel: Hal­te die rich­ti­ge Rei­hen­fol­ge zwi­schen ver­ba­ler Aus­sa­ge und Ver­bild­li­chung ein. Zu­erst gibst du dei­nen Zu­hö­rern ei­ne zen­tra­le In­for­ma­ti­on (ei­ne Zahl, ein Fak­tum, ei­nen Merk­satz) und blen­dest dann – bei­na­he zeit­gleich – die pas­sen­de Fo­lie, Gra­fik oder PDF ein. Zei­ge das Bild nie­mals vor dem Ge­sag­ten, weil es sonst die Kon­zen­tra­ti­on dei­nes Pu­bli­kums bin­det und es dir nicht mehr zu­hört. Mer­ke: Akus­ti­sche Ele­men­te kom­men an ers­ter Stel­le – vi­su­el­le Ele­men­te fol­gen nach.

Um dei­nen Vor­trag klang­lich noch in­ter­es­san­ter zu ma­chen, soll­test du die fol­gen­den Stra­te­gi­en nut­zen:

Die Stim­me rich­tig ein­set­zen

Die Stim­me des Re­fe­ren­ten ist die Haupt­at­trak­ti­on je­des Vor­trags. Das fällt in gu­ten Prä­sen­ta­tio­nen gar nicht auf, bei schlech­ten Red­nern je­doch um­so stär­ker ins Ge­wicht. Nichts lässt den Zu­hö­rer schnel­ler ab­schal­ten als ei­ne mo­no­to­ne Stimm­la­ge, lan­ge Schach­tel­sät­ze und vie­le Füll­wör­ter. Fes­selnd wir­ken hin­ge­gen kur­ze Haupt­sät­ze mit bis zu 10 Wör­tern und ei­ne ak­ti­ve Spra­che, in der Ver­ben die Haupt­rol­le spie­len. Für den idea­len Vor­trag kannst du dei­nen Text zu­nächst schrift­lich in die­ser Ide­al­form ab­fas­sen, darfst ihn je­doch kei­nes­falls ab­le­sen.

Pro­be das Re­fe­rat vor ei­nem klei­nen Pu­bli­kum von zwei bis vier Per­so­nen und ach­te da­bei auf ein ru­hi­ges Sprechtem­po. Füll­wör­ter wie „äh“ und „ähm“ er­setzt du am bes­ten durch Schwei­ge­pau­sen, die dein Pu­bli­kum als Denk­pau­sen nut­zen kann. Wenn du dann noch lernst, dei­ne Stim­me wäh­rend des Vor­trags ab­wechs­lungs­reich zu mo­du­lie­ren und da­bei zwi­schen ei­nem fra­gen­den, in­for­ma­ti­ven und af­fir­ma­ti­vem Ton­fall ab­zu­wech­seln, bie­test du dei­nem Pu­bli­kum bes­te Un­ter­hal­tung.

Die wich­tigs­ten In­hal­te knapp wie­der­ho­len

Du hast dei­ne ei­ge­ne Prä­sen­ta­ti­on schon zig-mal ge­hört und kennst dich bes­tens in der Ma­te­rie aus. Dein Pu­bli­kum be­tritt da­ge­gen Fak­ten-Neu­land und wird im ers­ten Durch­lauf nur ein Bruch­teil der In­for­ma­tio­nen er­fas­sen kön­nen. Mach es dei­nen Kom­mi­li­to­nen leicht, in­dem du nach je­dem Ka­pi­tel dei­nes Re­fe­rats die wich­tigs­ten The­sen und Schluss­fol­ge­run­gen noch ein­mal in kur­zen Sät­zen wie­der­holst. Im­mer mit dem Hin­weis: „Ihr müsst nur zu­hö­ren, nichts mit­schrei­ben – das steht al­les im Han­dout!“.

Hör­bei­spie­le nut­zen

Lern­psy­cho­lo­gen wis­sen es schon lan­ge: Je­der Stu­dent ist ein in­di­vi­du­el­ler Lern­typ, der ei­nen be­stimm­ten Sin­ne­s­ka­nal be­vor­zugt. Wäh­rend vi­su­el­le Lern­ty­pen sich an Gra­fi­ken und Bil­dern fest­hal­ten, ler­nen hap­ti­sche Men­schen am bes­ten, in­dem sie die Ma­te­rie wort­wört­lich mit ih­ren Hän­den „be­grei­fen“. Wahr­schein­lich ge­hö­ren über ein Drit­tel dei­ner Zu­hö­rer zur Grup­pe der au­di­tiven Lern­ty­pen, die In­for­ma­tio­nen am bes­ten über das Ge­hör ver­ar­bei­ten. Sie kannst du wirk­sam un­ter­stüt­zen, in­dem du ih­nen au­di­tive Ab­wechs­lung bie­test. Das kann in ei­nem Ge­schichts-Re­fe­rat ei­ne his­to­ri­sche Ori­gi­nal­auf­nah­me sein und bei ei­nem Wirt­schafts­the­ma ein kur­zer Aus­schnitt ei­ner CEO-Re­de auf ei­ner Ak­tio­närs­ver­samm­lung.

Vi­deo­se­quen­zen ein­bau­en

Kur­ze Er­klär­vi­de­os oder YouTube-Bei­trä­ge kön­nen dir lang­wie­ri­ge Er­klä­run­gen er­spa­ren, wenn du sie rich­tig ein­setzt. Die ei­ser­ne Re­gel: Hal­te Vi­deo-Bei­trä­ge so kurz wie mög­lich. Zu­sätz­lich soll­test du die be­weg­ten Bil­der nicht un­ver­mit­telt auf­tau­chen las­sen, son­dern knapp an- und ab­mo­de­rie­ren, da­mit sie den Fluss des Re­fe­rats nicht stö­ren. Im­mer wich­tig: Ach­te auf die Ur­he­ber­rech­te des Vi­deo­pro­du­zen­ten und ge­be dei­ne Quel­le kor­rekt an.

Tipp:
Falls kei­ne pas­sen­den Vi­de­os zum The­ma exis­tie­ren, kannst du ein­fa­che­re Gra­fi­ken dy­na­mi­sie­ren. Ein Bal­ken­dia­gramm bei­spiels­wei­se prägt sich dei­nem Pu­bli­kum bes­ser ein, wenn die Bal­ken vor sei­nen Au­gen aus der X-Ach­se „wach­sen“, an­statt als kom­plet­tes Dia­gramm auf­zu­tau­chen. Der Hin­ter­grund: Al­le be­weg­ten Ele­men­te emo­tio­na­li­sie­ren den Zu­schau­er mehr als star­re und prä­gen sich des­halb stär­ker ins Ge­dächt­nis ein.

Emo­tio­na­le Mit­tel: Emo­tio­na­le In­hal­te prä­gen sich bes­ser ein

Der ers­te Schul­tag, der ers­te Kuss oder die ers­te Fahrt nach dem be­stan­de­nen Füh­rer­schein – an bio­gra­fi­sche Mo­men­te er­in­nern wir uns ein Le­ben lang. Der Grund: Die Mo­men­te sind auf­ge­la­den mit Ge­füh­len und prä­gen sich des­halb be­son­ders tief in un­ser Ge­hirn ein. For­scher ha­ben er­kannt, dass die Amyg­da­la, die un­se­re ar­chai­schen Ge­füh­le re­gelt, ei­ne di­rek­te Lei­tung zum Hip­po­cam­pus un­ter­hält – dem Ge­hirn­teil, der un­ser Ge­dächt­nis struk­tu­riert. Die­ses Ver­hält­nis kannst auch du als Re­fe­rent nut­zen: Wenn du dei­nen Vor­trag für die Zu­hö­rer emo­tio­nal auf­lädst, dann fol­gen sie dir mü­he­lo­ser und er­in­nern sich leich­ter an die In­hal­te. Nut­ze da­für die fol­gen­den Tech­ni­ken:

Sich selbst bei der Vor­be­rei­tungs­ar­beit für das The­ma be­geis­tern

Vie­le Re­fe­rats­the­men be­schrei­ben klei­ne Ni­schen ei­nes gro­ßen Kom­ple­xes und kön­nen des­halb lang­wei­lig oder so­gar ir­re­le­vant er­schei­nen. Dein Job als Re­fe­rent ist es, dei­ne Zu­hö­rer vom Ge­gen­teil zu über­zeu­gen. Da­zu musst du dir erst ein­mal selbst ver­ge­gen­wär­ti­gen, was ei­gent­lich den span­nen­den Fak­tor dei­nes The­mas aus­macht. Fin­dest du dar­in ei­nen Be­zug zum All­tags­le­ben? Hat es his­to­risch zu ei­ner wich­ti­gen Wen­dung bei­ge­tra­gen? Gibt es ein Bei­spiel für ein ver­brei­te­tes psy­cho­lo­gi­sches Phä­no­men?

Je in­ten­si­ver du dein The­ma mit sei­nem Um­feld ver­bin­den kannst, des­to mehr Be­deu­tung er­langt es auch für dich per­sön­lich - und dei­ne Be­geis­te­rung springt schließ­lich im Re­fe­rat auf dein Pu­bli­kum über. Im Ide­al­fall hörst du dann von dei­nen Mit­stu­den­ten nach dem Vor­trag: „Ich wuss­te gar nicht, dass das Steu­er­recht des 19.Jahr­hun­derts so in­ter­es­sant sein kann!“

Selbst ei­ne po­si­ti­ve Ein­stel­lung zum Re­fe­rats­the­ma ha­ben

Wer sich für sein The­ma be­geis­tern kann, nimmt au­to­ma­tisch ei­ne po­si­ti­ve Grund­hal­tung ein, die auch die Kör­per­spra­che be­ein­flusst. Dei­ne Zu­hö­rer ma­chen näm­lich wort­wört­lich „dicht“, wenn ih­nen je­mand mit un­be­weg­ter Mie­ne und ver­schränk­ten Ar­men ge­gen­über­steht. Lie­ber lässt man sich auf Red­ner ein, die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­reit­schaft und Of­fen­heit si­gna­li­sie­ren. Ei­ne ent­spann­te Hal­tung, häu­fi­ges Lä­cheln und ru­hi­ge Ges­ten neh­men das Pu­bli­kum emo­tio­nal ein und mo­ti­vie­ren es, dei­nem Vor­trag zu fol­gen.

Das Re­fe­rat als Ge­schich­te er­zäh­len

Referat vor Kollegen im BüroAn­ek­do­ten, Fall­bei­spie­le und Er­fah­rungs­be­rich­te ma­chen das Re­fe­rat zur Ge­schich­te und fes­seln die Auf­merk­sam­keit des Pu­bli­kums stär­ker als küh­le Fak­ten. Hier gilt: Dei­ne Zu­hö­rer wol­len eher be­ein­druckt, an­ge­regt und un­ter­hal­ten wer­den, an­statt nur in­for­miert. Da­bei darfst du ru­hig in die emo­tio­na­le Trick­kis­te grei­fen: For­mu­lie­re dei­ne zen­tra­len Aus­sa­gen so, dass sie für die Mit­stu­den­ten per­sön­lich re­le­vant, über­ra­schend oder gar pro­vo­kant klin­gen.

Re­la­ti­vie­ren kannst du über­spitz­te The­sen da­nach durch dif­fe­ren­zier­te Er­klä­run­gen – Haupt­sa­che, du hast die Auf­merk­sam­keit dei­ner Zu­hö­rer erst ein­mal si­cher. Die ab­so­lu­ten Hö­he­punk­te dei­nes Vor­trags soll­test du ganz zu Be­ginn und am En­de plat­zie­ren, denn sie blei­ben dem Pu­bli­kum am stärks­ten in Er­in­ne­rung.

An pas­sen­der Stel­le Hu­mor ein­flie­ßen las­sen

Im Ge­gen­satz zu ei­ner Haus­ar­beit oder ei­ner Klau­sur darfst du Re­fe­ra­te ru­hig mit ei­ner Por­ti­on Hu­mor wür­zen. Wit­ze lo­ckern die Stim­mung auf, bin­den dein Pu­bli­kum emo­tio­nal an dich und die­nen als Ge­dächt­ni­s­an­ker. Die Vor­aus­set­zung: Die Ko­mik muss im Re­fe­rat Sinn ma­chen. Denk­bar wä­re zum Bei­spiel ein hu­mor­vol­ler Ein­stieg durch ei­nen Bran­chen­witz, ein falsch zu­ge­ord­ne­tes Zi­tat oder ein selbst­iro­ni­sches State­ment wie: „Ich weiß: Man darf hier an der Uni über al­les re­den – nur nicht über ei­ne hal­be Stun­de“. Auch in­ner­halb des Vor­trags kann Hu­mor das Ver­ständ­nis er­leich­tern, z.B. mit lus­ti­gen Bild-Il­lus­tra­tio­nen, die In­hal­te leicht auf die Spit­ze trei­ben.

Gut kom­men auch hu­mor­vol­le Stil­mit­tel in der Spra­che an: For­mu­lie­re prä­gnan­te Über­schrif­ten in Form von Al­li­te­ra­tio­nen, so­dass z.B. aus „Mög­li­che Feh­ler­quel­len“ ein „Plei­ten, Pech und Pan­nen“ wird. Auch Rei­me oder ver­frem­de­te Sprich­wör­ter brin­gen das Pu­bli­kum zum Schmun­zeln und ma­chen das Ge­sag­te be­son­ders ein­präg­sam.

War­um über­haupt Re­fe­ra­te?

Dich in Re­fe­ra­ten zu trai­nie­ren, zahlt sich im und nach dem Stu­di­um mehr­fach aus. Grund­sätz­lich er­ar­bei­test du dir da­mit Tech­ni­ken, die für das wis­sen­schaft­li­che Ar­bei­ten und auch für das Er­stel­len von Pu­bli­ka­tio­nen wich­tig sind: Schließ­lich kommt es hier dar­auf an, Quel­len und Ar­ti­kel zu sich­ten, die wich­ti­gen Fak­ten zu ex­tra­hie­ren und in ei­nen sinn­vol­len ar­gu­men­ta­ti­ven Zu­sam­men­hang zu brin­gen. Dar­über hin­aus wird es dir in münd­li­chen Prü­fun­gen we­sent­lich leich­ter fal­len, ei­nen „ro­ten Fa­den“ zu hal­ten, wenn du im Re­den vor Pu­bli­kum ge­übt bist. Schließ­lich gel­ten das Hal­ten von Prä­sen­ta­tio­nen und das Be­herr­schen di­dak­ti­scher Mit­tel heut­zu­ta­ge als Schlüs­sel­kom­pe­ten­zen von Füh­rungs­kräf­ten.

Wer früh an sei­nen Mit­stu­den­ten übt, In­hal­te zu ver­mit­teln, zu be­geis­tern und zum Zu­hö­ren zu mo­ti­vie­ren, der punk­tet mit die­sen Fä­hig­kei­ten auch im Be­rufs­le­ben. Dar­über hin­aus schaffst du es mit re­gel­mä­ßi­gen Re­fe­ra­ten, Schüch­tern­heit, Lam­pen­fie­ber und so­zia­le Ängs­te in den Griff zu be­kom­men.

Fa­zit: Re­fe­ra­te und Vor­trä­ge sind heu­te ge­frag­ter denn je

In Zei­ten der Di­gi­ta­li­sie­rung kann sich je­der Stu­dent je­der­zeit al­le nö­ti­gen In­for­ma­tio­nen sei­nes Fach­ge­biets in Ei­gen­re­gie be­schaf­fen. Doch als so­zia­le We­sen le­ben wir von der In­ter­ak­ti­on und kön­nen ge­mein­sam schnel­le­re Lern­fort­schrit­te er­zie­len. Des­halb be­hal­ten Re­fe­ra­te ih­re Da­seins­be­rech­ti­gung im Uni-All­tag – so­lan­ge sie mit ei­nem gut auf­be­rei­te­ten In­halt, ab­wechs­lungs­rei­chen Me­di­en und ei­nem mo­ti­vie­ren­den Vor­trags­stil über­zeu­gen. Im bes­ten Fall ist der Vor­trag dann kei­nes­wegs lang­wei­lig, son­dern trai­niert wich­ti­ge Soft Skills des Red­ners und bringt den Zu­hö­rern ei­nen ech­ten Wis­sens-Ge­winn. Nut­ze die Mög­lich­keit, die­se Fä­hig­kei­ten zu trai­nie­ren, weil sie auch im spä­te­ren Be­rufs­le­ben sehr hilf­reich sein kön­nen.

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Ver­öf­fent­licht am: 12.07.2021
Über­ar­bei­tet am: 12.07.2021
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