Stress im Stu­di­um – 10 Tipps ge­gen zu viel Leis­tungs­druck

An­spruchs­vol­le Pha­sen ge­hö­ren da­zu, doch wenn der Stress im Stu­di­um über­hand­nimmt, brauchst du cle­ve­re Stra­te­gi­en da­ge­gen. 10 Tipps, wie du mit Leis­tungs­druck im Stu­di­um um­ge­hen kannst und für mehr Frei­räu­me und Work-Life-Ba­lan­ce sorgst.

Tipp 1: Stress im Stu­di­um ernst neh­men

Die Dead­line für zwei Haus­ar­bei­ten rückt nä­her, nächs­te Wo­che ste­hen drei Klau­su­ren an, Job und Haus­halt wol­len auch nicht ver­nach­läs­sigt wer­den: Wäh­rend vie­le Stu­die­ren­de jetzt erst in Fahrt kom­men, lei­den an­de­re dau­er­haft un­ter zu viel Stress im Stu­di­um. Ei­ner Stu­die zu­fol­ge be­trifft das je­de:n Vier­te:n.

Wenn dir der Spaß am Stu­die­ren zu kurz kommt, bist du da­mit al­so nicht al­lein. Rund ein Vier­tel al­ler Stu­die­ren­den ken­nen ty­pi­sche Aus­wir­kun­gen von zu viel Leis­tungs­druck im Stu­di­um wie et­wa Kon­zen­tra­ti­ons­stö­run­gen, Schreib­blo­cka­den, Prü­fungs­angst und wei­te­re psy­chi­sche Be­schwer­den.

Da­mit du lang­fris­tig ge­sund bleibst und er­folg­reich wei­ter stu­die­ren kannst, sind jetzt Ver­än­de­run­gen ge­fragt.

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Tipp 2: Ent­span­nungs­tech­ni­ken gibt’s auch für klei­nes Geld

Stress im Stu­di­um führt schnell da­zu, dass dei­ne per­sön­li­chen Be­dürf­nis­se zu kurz kom­men. Es muss nicht ein Yo­ga-Re­tre­at oder ei­ne Wo­che Well­ness-Ho­tel sein: Sol­che Aus­zei­ten sind zwar reiz­voll, aber ers­tens teu­er und zwei­tens nicht dau­er­haft in dei­nem All­tag in­te­griert. Frauen machen Gymnastik im Park Ent­span­nungs­hil­fen, mit de­nen du Stress im Stu­di­um be­wäl­ti­gen kannst, gibt es auch zu Hau­se und noch da­zu für klei­nes Geld. Oft gibt es zum Bei­spiel beim Hoch­schul­sport pas­sen­de An­ge­bo­te wie Yo­ga oder Tai Chi.

Als hilf­reich kön­nen sich auch ein­fa­che Din­ge her­aus­stel­len. Spa­zie­ren ge­hen, auf dem So­fa lie­gen – eben al­les, was du un­ter Ge­nuss ver­stehst. Ex­per­ten emp­feh­len, beim Ge­nie­ßen ver­schie­de­ne Sin­ne ein­zu­be­zie­hen. Das be­deu­tet: Ge­ra­de wenn du viel Zeit mit Le­sen oder am Lap­top ver­bringst, kann es ein gu­ter Aus­gleich sein, Mu­sik zu hö­ren oder dich zum Bei­spiel mit ei­nem le­cke­ren Es­sen zu ver­wöh­nen.

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Tipp 3: Ge­nug Schla­fen

Ge­ra­de in Prü­fungs­pha­sen kann es ver­füh­re­risch sein, Nacht­schich­ten ein­zu­le­gen. Wenn ei­ne An­ge­wohn­heit dar­aus wird, ist das aber eher kon­tra­pro­duk­tiv. Denn nach rund zehn Stun­den ist dein Ge­hirn nicht mehr auf­nah­me­fä­hig, son­dern braucht Ru­he, um das Ge­lern­te zu ver­ar­bei­ten. Aus­rei­chend Schlaf ist al­so kein Lu­xus, son­dern hilft dir, nach­hal­ti­ger zu Ler­nen.

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Tipp 4: Frei­räu­me schaf­fen

Ver­dich­te­te Stu­di­en­gän­ge und we­ni­ge Frei­räu­me: Oft sind es die Rah­men­be­din­gun­gen, die das Stu­den­ten­le­ben er­schwe­ren. Es kann hilf­reich sein, sich das klar­zu­ma­chen und nicht nur sich selbst für ver­meint­li­che Schwä­chen ver­ant­wort­lich zu ma­chen. Du wirst die Spiel­re­geln an dei­ner Hoch­schu­le lei­der nicht im Al­lein­gang än­dern. Doch du kannst ih­nen an­ders be­geg­nen.

Ist ei­ne Op­ti­on für dich, dein Stu­di­um et­was lo­cke­rer zu ge­stal­ten, auch wenn du die Re­gel­stu­di­en­zeit nicht ein­hal­ten wirst? Even­tu­ell emp­fiehlt sich so­gar ein Wech­sel in ei­nen an­de­ren Stu­di­en­gang. Weil Stress im Stu­di­um ein häu­fi­ges Pro­blem ist, gibt es in­zwi­schen ver­mehrt fle­xi­ble Stu­di­en­mo­del­le, die zum Bei­spiel hel­fen, Stu­di­um und Job bes­ser mit­ein­an­der zu ver­ei­nen.

Auch un­se­re Tipps 5 und 6 kön­nen dir hel­fen, für mehr Frei­räu­me in dei­nem Stu­di­en­all­tag zu sor­gen.

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Tipp 5: Ef­fi­zi­en­ter wer­den mit Sys­tem

500 Sei­ten le­sen bis nächs­te Wo­che? Die An­for­de­run­gen für man­che Se­mi­na­re schei­nen auf den ers­ten Blick oft un­mensch­lich. Bei Mam­mut­auf­ga­ben sol­cher Art hilft es, zu hin­ter­fra­gen, wor­auf es wirk­lich an­kommt.Frau am Laptop schaut auf ihre Armbanduhr Ist wirk­lich Text­kennt­nis bis ins De­tail ge­fragt oder ge­nügt ein sou­ve­rä­ner Über­blick? Me­tho­den wie Speed-Rea­ding kön­nen dir hel­fen, ef­fi­zi­en­ter zu Le­sen.

Nicht nur beim Le­sen kommt es auf die rich­ti­ge Lern­um­ge­bung an. Auch beim Vor­be­rei­ten von Re­fe­ra­ten und dem Schrei­ben von Haus­ar­bei­ten ist sie wich­tig. Vie­le Stu­die­ren­de ha­ben sich wäh­rend der Co­ro­na-Pan­de­mie an­ge­wöhnt, den Groß­teil ih­res Stu­di­ums re­mo­te zu ab­sol­vie­ren. Das ist prak­tisch, aber nicht im­mer ef­fi­zi­ent. Mal klin­gelt der Pa­ket­bo­te, mal fällt dir ein, dass du un­be­dingt noch staub­sau­gen woll­test, mal klopft dein:e Mit­be­woh­ner:in an und will dir et­was Wich­ti­ges er­zäh­len. Die per­fek­ten Rah­men­be­din­gun­gen, um sich zu Kon­zen­trie­ren, se­hen an­ders aus.

Wenn du das Ge­fühl hast, dass du dich Zu­hau­se zu leicht ab­len­ken lässt, pro­bie­re doch ein­mal die Uni­bi­blio­thek aus. Dort kannst du dich auch mit Kom­mi­li­ton:in­nen zum Ler­nen ver­ab­re­den – um euch ge­gen­sei­tig zu mo­ti­vie­ren. In grö­ße­ren Städ­ten kannst du auch zu güns­ti­gen Kon­di­tio­nen Mit­glied in der Stadt­bi­blio­thek wer­den. Auch dort fin­dest du in der Re­gel ein ru­hi­ges Plätz­chen zum Ler­nen. 

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Tipp 6: Zeit­ma­nage­ment hilft ge­gen Stress im Stu­di­um

Stress im Stu­di­um ist nicht im­mer ver­meid­bar. Aber du kannst ihn ma­na­gen. Mit ei­ner fes­ten Ta­ges­struk­tur weist du den stres­si­gen Auf­ga­ben kla­re Zeit­räu­me zu – und kannst dich um­so mehr auf den Fei­er­abend freu­en.

Es gibt viel zu tun, aber es ist nicht al­les gleich wich­tig: Ei­ne Me­tho­de wie das Ei­senhow­er-Prin­zip hilft dir zu­nächst, dei­ne Auf­ga­ben nach Prio­ri­tät zu ord­nen. Mit der AL­PEN-Me­tho­de kannst du dann dei­nen Ta­ges­ab­lauf pla­nen.

Schon ge­wusst?
Es gibt vie­le prak­ti­sche Apps, die dich bei der Ta­ges­pla­nung un­ter­stüt­zen kön­nen und mit de­nen das Or­ga­ni­sie­ren Spaß macht.

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Tipp 7: Po­si­tiv den­ken

„Al­les ei­ne Fra­ge der Ein­stel­lung“, „Sieh’s mal po­si­tiv“, etc. Wenn du sol­che Flos­keln nicht mehr hö­ren kannst, ist das kein Wun­der. Trotz­dem steckt dar­in zu­min­dest ein wah­rer Kern. Wenn dein Stu­di­um Stress macht, hilft es, ge­dank­lich ein­fach mal die Per­spek­ti­ve zu wech­seln. Fol­gen­de Fra­gen kön­nen ei­ne An­re­gung sein:

  • Wie wür­de je­mand an­de­res dei­ne Si­tua­ti­on se­hen?
  • Was wür­dest du in ei­nem Jahr über dei­ne heu­ti­ge Si­tua­ti­on den­ken?
  • Was war dei­ne größ­te Her­aus­for­de­rung, die du be­wäl­tigt hast und wie groß sind dei­ne mo­men­ta­nen Sor­gen im Ver­gleich da­zu?

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Tipp 8: Ge­sun­de Er­näh­rung macht leis­tungs­fä­hig

Ent­ge­gen al­ler gu­ten Vor­sät­ze kann Zeit­man­gel oft da­zu füh­ren, dass du dich als Stu­dent:in zu ein­sei­tig er­nährst. Egal ob Fast Food, Func­tio­nal Food oder stän­dig be­leg­te Bröt­chen aus der Uni-Ca­fé­te­ria: Dein Ge­hirn ver­misst die Viel­falt. Du kannst aus­pro­bie­ren, ob du dich mit leich­ten Um­stel­lun­gen woh­ler fühlst und dei­ne Leis­tungs­fä­hig­keit stei­gern kannst. Tipps da­zu fin­dest du un­ter an­de­rem in un­se­rem Rat­ge­ber Brain­food für Stu­dent:in­nen.

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Tipp 9: Work-Life-Ba­lan­ce im Stu­di­um stei­gern

Stress­frei stu­die­ren ist mög­lich. Wenn aku­te Schwie­rig­kei­ten be­wäl­tigt sind, dann ist auf lan­ge Sicht der Schlüs­sel da­zu ei­ne aus­ge­wo­ge­ne Work-Life-Ba­lan­ce im Stu­di­um. Mit Tipps 4,5 und 6 ha­ben wir dir schon Mög­lich­kei­ten ge­zeigt, wie du dir als Stu­dent:in mehr Frei­räu­me schaf­fen kannst. Mit Ak­ti­vi­tä­ten, die ei­nen Aus­gleich zu dei­nem Stu­di­um dar­stel­len, nutzt du die ge­won­ne­ne Zeit op­ti­mal: 

  • Aus­dau­er­sport (Aus­gleich ge­gen das Still­sit­zen beim Ler­nen)
  • Ein Stu­den­ten­job mit viel Pra­xis (Aus­gleich zur Theo­rie aus dem Stu­di­um)
  • Ein neu­es Hob­by oder In­ter­es­sen­ge­biet (Aus­gleich zur Spe­zia­li­sie­rung in dei­nem Stu­di­um)

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Tipp 10: Be­ra­ten las­sen und Hil­fe an­neh­men

Sich ein­fach mal die Sor­gen von der See­le re­den: Was bei Lie­bes­kum­mer hel­fen kann, tut auch gut, wenn das Stu­di­um Stress macht. Zwei Frauen sitzen sich an Tisch gegenüber und unterhalten sichEin of­fe­nes Ohr fin­dest du zum Bei­spiel bei an­de­ren Stu­die­ren­den, die sich bei Be­ra­tungs­an­ge­bo­ten en­ga­gie­ren. Die an­de­ren Stu­die­ren­den kön­nen sich nicht nur sehr ge­nau in dei­ne Si­tua­ti­on hin­ein­ver­set­zen, son­dern sind auch dar­in ge­schult, mit dir zu­sam­men Lö­sun­gen zu fin­den. An­sprech­part­ner:in­nen fin­dest du zum Bei­spiel in vie­len Hoch­schul­städ­ten bei dem Zu­hör- und In­fo­te­le­fon Night­li­ne.

Wenn dein Leis­tungs­druck im Stu­di­um kon­kret mit ei­ner Lehr­per­son zu­sam­men­hängt, kannst du dies zum Bei­spiel mit an­de­ren Stu­die­ren­den aus dem AStA (All­ge­mei­ner Stu­die­ren­den­aus­schuss) be­spre­chen. Hier ha­ben sich ver­schie­de­ne An­sprech­part­ner:in­nen auf The­men wie An­ti­dis­kri­mi­nie­rung, Stu­di­en­fi­nan­zie­rung und psy­cho-so­zia­le Be­ra­tung spe­zia­li­siert.

All­ge­mei­ne Tipps für Stu­die­ren­de kannst du in dem Läs­sig statt stres­sig durch­'s Stu­di­um - An­tis­t­ress­ma­nu­al „Läs­sig statt stres­sig“ fin­den, das Stu­die­ren­de der PH Gmünd ge­schrie­ben ha­ben.

Aus­ge­wie­se­ne Ex­pert:in­nen für dei­ne in­di­vi­du­el­len Sor­gen fin­dest du an dei­ner Hoch­schu­le und beim Stu­den­ten­werk vor Ort. Hier bist du rich­tig mit The­men wie zum Bei­spiel Un­si­cher­hei­ten mit der Stu­di­en­wahl, fi­nan­zi­el­le Sor­gen und psy­chi­sche Be­schwer­den. 

Bild­quel­len (v.o.n.u.):
© An­d­rew NeelPe­xels
© Rui Di­asPe­xels
© Ka­ro­li­na Gra­bow­s­kaPe­xels
© Chris­ti­na Mo­ril­loPe­xels

Ver­öf­fent­licht am: 09.01.2023
Über­ar­bei­tet am: 10.01.2023